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Periodical volume 18. Juni 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 1 >. März 1919
—  H e r r  Dr. B ro h , es  ist n ich t n ö tig ,  d aß  S i e  m ich Vorsteher Dr. Borchardt: I c h  m u ß  zugeben , daß  
un te rb rech en . D a n n  w ill ich s ta tt  U n a b h ä n g ig e  d ie  A u s fü h ru n g e n  in e in e m  n u r  losen  Z u sa m m e n ­
sagen : d ie  re v o lu tio n ä re n  O b leu te , d ie  S chü tzer hange m it dem v o rlieg en d en  A n tra g e  stehen.
d e r  M ö r d e r  d e r Stuier u n d  O sel, u n d  S ie  werdeni 
Wissen, zu w elcher P a r t e i  sie gehören . (Heiterkeit.)
(U n ru h e  u n d  Z u ru fe .) A b er d e r Z u sam m en h an g  ist dadurch gegeben, daß  
die A n trag s te lle r  sagen: die W egziehung  d es M i l i t ä r s  
I c h  möchte keine unnütze E r r e g u n g  in  d ie  V erh an d -, ließe sich leicht erm öglichen, un d  dadurch  w ürde  m an  
lu n g  h in e in b r in g e n . I c h  g lau b e , d a ß H e s e  D Ä a t te ,  auch d ie  S c h u le n  vom  M i l i t ä r  befreien . D iesen  Z u ­
sehr w sn ig  zu unseren  e igen tlichen  A u fg ab en  g eh ö rt, sam m enhang  haben  die A n tra g s te lle r  k o n stru ie rt, ihn  
m u ß  ich a ls  v o rh an d en  zugeben. D e sh a lb  w a r ich 
(sehr r ich tig !) zu m ein em  B e d a u e rn  nicht in  der L age, d ie  politische 
D e b a tte , d ie  sich d a ra n  knüpfte , zu  u n te rb in d e n . Ic h  
b itte  aber die K ollegen , dieser politischen D eb a tte  
u nd  ich spreche n u r  durch  die äußers te  N o tw en d ig k e it n u n m e h r  nicht noch e inen  w e ite ren  R a h m e n  geben 
gezw ungen  ü b e rh a u p t ü b e r diese S ach en , d ie  im  zu w o llen .
w esentlichen n u r  eine ag ita to rische  B e d e u tu n g  haben .
H e rr  K o llege  D r. B ro h  h a t sehr verächtlich von  Stadtv. Stünzel: M e in e  D a m e n  u nd  H e rre n !  
d er V o lk sm arin ed iv is io n  u n d  der R epublikanischen E s  re iz t n a tü rlich , diese politische D e b a tte  noch nicht 
S o ld a te n w e h r  gesprochen. E s  w u n d e rt mich, ich abzubrechen. A b e r  ich möchte Rücksicht a u f die v o r­
habe b ish e r  a u s  den  R e ih e n  se iner P a rte ig en o ssen  geschrittene Z e it  nehm en . E s  w ird  sich noch G e leg en ­
nicht g eh ö rt, d a ß  sie b lo ß  u m  d ie  F u tte rk r ip p e  he it dazu  b ie ten , d en  H e rre n  von  der linken  S e i t e  
käm pften . W egen  d e r  V o lk sm arin ed iv is io n  sind ja e in m a l k lar v o r  A u g e n  zu füh ren , d aß  sie e s  gewesen 
d ie  P a rte ig en o ssen  d es H e rrn  D r. B r o h  a u s  d e r sind , die am  9. N o v em b er dem  deutschen V olk  d en  
R e ich sreg ie ru n g  ausgeschieden, u n d  d a s  b loß  u m  ein Dolch in  d e n  Rücken gestoßen haben .
p a a r  L eu te , d ie  ih re  F u tte rk r ip p e  nicht verlassen 
w o llte n ?  D a s  ist e ine  n eu e  D a rs te llu n g , fü r  die ich (G ro ß e  U n ru h e  u n d  R u fe  bei den  S o z ia ld e m o k ra te n : 
ih m  d ankbar b in . I c h  h ab e  selbst a l s  politischer H u h u !)
G eg n er d e r F ü h r u n g  d e r  V o lk sm arin ed iv is io n  dies? 
H e rre n  n ie m a ls  so tie f eingeschätzt. H eu te  —  auch schon frü h e r  —  ist der Z e itp u n k t ge­
kom m en, w o  S c h e id e m a n n  sagen k an n : die G e is te r , 
(H e ite rk e it.) die ich rie f , d ie w e rd ' ich n u n  nicht lo s . W e ite r  
w ill ich h eu te  n ich ts  sagen. E s  w ird  sich hoffentlich  
H e r r  K ollege Dr. B ro h  b e ru f t sich au f den bald  G e leg en h e it b ie ten , d a ra u f  n ochm als  e inzugehen .
O b e rb ü rg e rm e is te r  v o n  L ich tenberg . J e  n u n , der
O b e rb ü rg e rm e is te r  von  L e ipz ig  h a t dem  G e n e ra l­ (R u fe  bei den S o z ia ld e m o k ra te n : H offentlich  recht 
streikkom itee 4 0 0  0 0 0  J! au sg ezah lt. M a n  tu t  b a ld ! )
m ancherlei je nach den U m stän d en , in  d en en  m an  sich 
gerade befindet. W a s  d ie  F ra g e  d e r S ic h e rh e it a n la n g t , so 
möchte ich auch d a  dem H e r rn  K ollegen  Klick e rw id e rn , 
(G ro ß e  H e ite rk e it.) d aß  P lä n e  bestanden  haben , z. B . d a s  M u n i t i o n s ­
u n d  W offendepo t am  Lützow  in  der F euerw ache zu 
I c h  m u ß  es auch zurückweisen, m eine  H e rre n , s tü rm en , —  d aß  diesbezügliche G espräche, nicht e in s , 
d aß  d ie je n ig e n , d ie  d ra u ß e n  im  F e ld e  H elden  ge­ sondern  m ehrere , belauscht w orden  sind,
wesen sind, jetzt B estien  sind. D iese  V e ra llg e m c ttw  
rm tcten sind falsch. U n te r  den jetzigen M isse tä te rn  (R u fe  bei den S o z ia ld e m o k ra te n : A ch!)
sind le id e r au ß ero rd en tlich  v ie l Ju g en d lich e  und  
ebenso auch a u ß e ro rd e n tlic h  v ie l R ek lam ie rte , un d  und  d aß  e s  um  desw illen  schon n o tw en d ig  gewesen 
M itk ä m p fe r  im  S tie g e  stehen a u f  der e in en  w ie au f ist, gerade  in  diese G egend  M i l i t ä r  h in e in z u le g e n . 
der a n d e rn  S e i t e .  G erad e  d a s ,  H e r r  Dr. B ro h , e r­ D a fü r  g ab  e s  eben keine an d e ren  R ä u m e  a l s  die 
fü llt u n s  ja  m i t  so tie fe r  T r a u e r ,  d a ß  w ir , d ie  w ir  S ch u len . D a s  sind k lar erw iesene D in g e , d ie  je d e r­
d ra u ß e n  g em einsam  d a s  Unglück durchgem acht haben , ze it bestä tig t w erden  können. D a r u m  m üssen w ir  
setzt g a r  noch g eg en e in an d e r die W affen  füh ren  u n s  d a m it ab fin d en .
m üssen. W e n n  aber a u s  dieser verzw eife lten  N o t e in  I c h  möchte bei der G e leg en h e it noch d a s  eine be­
A u sw eg  m öglich ist, d a n n  ist e r  n u r  m öglich a u f  to n e n : Auch w i r  haben  e s  n u r  schweren H e rz e n s  m it  
dem  W ege ehrlicher D em o k ra tie , ehrlicher B e fra g u n g  angesehen, d aß  die S c h u le n  ih rem  eigen tlichen  Zwecke 
d e s  g an zen  V olkes un d  ehrlicher A n erk en n u n g  d e s  en tzogen  w u rd en . A b er w ir  sehen ebenso g u t e in , 
V o lk sw illen s . d aß  es n icht a n d e r s  geht. W ir  danken  den  T ru p p e n , 
d aß  sie b is  jetzt geholfen  h ab en , die S ic h e rh e it w ie d e r­
(Sehr richtig!) herzuste llen , u n d  w ir  w o llen  hoffen , d a ß  d ie  S ic h e r ­
h e it ba ld  w ie d e r  in  d em  M a ß e  hergeste llt sein w ird , 
W a s  d a s  V olk bei d en  W a h le n  bestim m t, d a s  m u ß  d aß  w ir  d ie  T ru p p e n  en tb eh ren  können . I c h  p e r­
g e lten , u nd  w er sich dem gegenüber au f den S t a n d ­ sönlich m öchte a l le rd in g s  m e in en , d aß  b is  a u f  w e i­
p u n k t d e r D ik ta tu r  ste llt, d er ist schuld d a ra n ,  w enn  te re s  d a fü r  keine A ussich t v o rh a n d e n  ist. W ir  sind 
G e w a lt u n d  M o rd  in  D eu tsch land  herrschen. noch n ich t a m  E n d e  a l le r  D in g e . E s  geht bei u n s  
g en au  so w ie  in  R u ß la n d ,  ebenso w ie bei gewissen 
(B ra v o !  u n d  S e h r  g u t ! ) an d e re n  R e v o lu t io n e n . D a s  m ögen  sich die H e rre n
        
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