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Periodical volume 12. März 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 12. März 1916
w ir behaupten , d a ß  a u ß e r den S chu len  noch andere den. h a tte  b e re its  der Kollege Hirsch, d e r ja  zu­
E in rich tungen  vorhanden  sind, die geeigneter w ären , gleich M in iste rp räsiden t in  P re u ß e n  ist, den B e ­
um  diese T ru p p en  un terzub ringen . lagerungszustand  in  der Tasche. E r  h a t ihn  sofort 
verkündet
(Z u ru f  bei d e r M irgerlichen  F ra k tio n : Welche den n ?)
(Z u ru fe  bei den  bürgerlichen P a r te ie n )
H err Kollege Klick h a t I h n e n  ja  b e re its  welche ge­
n a n n t. —  W ir  haben auch sehr große K in o s , die w ir  v n d  sich d a m it au f e in  G eb ie t d e r a lleräußersten  
dazu benutzen können; nehm en S i e  m einetw egen so­ R eak tion  a u s  dem J a h r e  1851 zurückbegeben. E r  
gar irgendein  T h ea te r  dazu. D a s  geht a lles noch h a t d ie  persönliche F re ih e i t  aufgehoben, e r ha t d a s  
eher, a ls  daß  S i e  die S ch u len  dazu nehm en, den Recht au f die W o hnung  aufgehoben, er h a t a lles 
S ch u lu n te rrich t stö ren  und vo r a llen  D in g en  die S i t t ­ aufgehoben, w as b ish e r e in e  E rrungenschaft des 
lichkeit und G esundheit unserer K inder gefährden. m odernen  B ü ig e rs  gewesen ist, ohne daß irgende in  
A ußerdem  m uß  ich d an n  noch einige W orte  zu G ru n d  dazu vo rlag , a u ß e r  dem G ru n d  eben, die 
dem sagen, tvas hier m it besonderem  B ehagen, kann T ru p p e n  hereinzubekom m en. D a ß  n u n  nachher, a ls  
ich geradezu  behaupten , von den H erren  Kollegen d ie  T ru p p e n  da w a ren , die bekannten Z w istigkeiten  
Dr. B rix  und Dr. K rüger au sgefüh rt w orden  ist, daß  e inge tre ten  sind, vift allen D in g e n  um  die F u t te r -  
w ir  v o r diesen bew affneten S ä u g lin g e n  beinahe dank­ krippe, d a s  wissen w ir  ja  alle.. D ie  V okksm arine- 
b a r a u f  den K n ien  liegen m üß ten , die jetzt h e ru m ­ d iv ision  w ollte  sich von diesen jun g en  L eu ten  nicht 
laufen  und  ihre G ew ehre  nicht ha lten  können, so d aß  a u s  ih ren  gu t d o tie rten  S te llu n g e n  ve rd rängen  
einfache L eute, d ie , ohne irgendwelche Absichten zu lassen,
haben, au f der S t r a ß e  gehen, ih ren  Geschossen ohne 
jeden Schutz ausgesetzt sind. W ir  in  C h a rlo tten b u rg  (A ha! bei den bürgerlichen P a r te ie n )
wissen doch ganz genau, daß  h ie r  nicht d a s  geringste 
G esindel etw a Versuche gemacht hä tte , gegen d a s  B ü r ­
gertu m  au fzu tre ten . ebenso die rote S o ld a te n tv eh r nicht, und  da haben sich beide d e s  K abbeln  gekriegt, u n te r  dem nachher 
(L ebhafte r W iderspruch bei den bürgerlichen die B evölkerung ge litten  ha t.
P a r te ie n .) A ber w ie in  W irklichkeit die V erhältn isse 
'liegen, d a s  zeigt vo r a llem  —  w o rau s ja  bereits 
— M ir  ist davon nichts bekannt. hingewiesen ist —  d a s ' V e rh a lten  d e s  O berbü rger­
m eisters von Lichtenberg. D e r  O berbürgerm eiste r 
(A h a! bei den bürgerlichen P a r te ie n .) von L ichtenberg hat gestern, glaube ich, H e rrn  Noske 
den Vorschlag gemacht, es sollten d ie  R e g ie ru n g s ­
—  S i e  können d a s  ja  d a n n  nachher geltend machen; tru p p en  zurückgezogen w erden. N u n , der H e rr 
ich w eiß  davon nichts. ^O berbürgerm eister von Lichtenberg w eiß  doch w ohl 
am  besten, welche S ich erh e it diese T ru p p en  b ieten. 
(Lachen und  Z u ru fe  bei den bürgerlichen P a r te ie n .) .U nd  welche S ich erh e it b ie te n  sie d e n n ?  D ie  S ich er­
h e it, d a ß  d ie  B ew ohner säm tlicher H äuser von 
Ic h  wohne ja  auch in  C h a rlo tten b u rg , habe a b er  b is ­ L ichtenberg den Kanonengeschossen preisgegeben 
her nichts von alledem  gesehen. s in d ; d a s  ist d ie  S icherhe it! W enn  schon wirklich, 
.möchte ich sagen, ein ige A u frü h re r  kom men, d a n n  
(Glocke d es V orstehers .) t r i t t  a ls  G egenw ehr die R eg ie ru N g stru p p e  au f, und 
d a n n  haben S i e  einen  Z u stan d  wie in  e ine r be­
V orsteher Dr. Borchendt (un terb rechend ): Ich  lag e rten  S ta d t ,  wie im  F e ld e , d a n n  fliegen 
b itte  S i e .  d ie  Z u ru fe  und Zwiegespräche zu u n te r ­ idie K ugeln  h in  und  her. U n d  da w ollen  S ie  
laß en . d a r in  noch sagen, d a ß  w ir  eine w underbare  S ic h e r­
h e it  durch diese T ru p p en  genießen, d ie  d ie  K anonen  
S ta b te . Dr. B ro h  (fo rtfa h re n d ): A ber w enn 'bedienen! A lso d ie  Kühe be iß t sich h ier in  den 
S i e  F ä lle  haben , in  denen d ie  A rbeiterschaft S c h w a n z . D ie  S ic h e rh e it haben S i e  n iem als , w enn  
vielleicht e rreg t ausgetre ten  ist —  ich w eiß es nicht M a n n  a n  M a n n  g e h t; die S ic h e rh e it haben  S i e  
, so ist auch d a s  möglich. D e n n  ü b era ll —  d a s  n u r  d a n ü , w enn  S i e  diese T ru p p e n  m it  ih re n  K a ­
wissen w ir schon a u s  d e r  Z e it K aiser W ilhe lm s I I .  — , n o n e n  en tfernen .
w o T ru p p en  au fgetre ten  öder Schu tzleu te  m it R e ­
vo lvern  gekommen sind, kam es n a tu rg e m ä ß  zu (L ebhafte Z u ru fe  bei den  bürgerlichen P a r te ie n .)
K raw allen .
(S e h r  richtig! bei den U n ab h än g ig en  S o z ia l ­ 1—  W a rte n  S i e  doch ab, b ish e r  sind S i e  doch noch 
dem okraten.) alle sehr gesund. I c h  b in  überzeugt, d a ß , w enn  der B e lag eru n g szu s tan d  nicht verhäng t w orden w äre 
W en n  S i e  d ie  T ru p p en  zurückhalten, d a n n  schaffen u nd , -wie ich -schon sagte, d ie  bew affneten S ä u g lin g e  
d ie  A rbe ite r, die w erktätige B evölkerung u n te r  sich h ie r  u n te n  nicht spazieren w ürden , S i e  ebenso ge­
b e re its  die nö tige R ich t und O rd n u n g ; d a s  ha t sich sund a u f  I h r e n  P lä tzen  sitzen w ürden .
im m e r erwiesen.
(L ebhafte  Z u ru fe . —  Glocke des V orstehers .)
(W iderspruch.)
V orsteher D r. B orchard t (un terbrechend): H err 
I n  dem  M o m e n t, a ls  der G eneralstreik  erk lärt Kollege G eb ert, ich möchte S i e  b itten , -den R edner 
w urde und  noch g a r  keine R uhestö rungen  s ta ttfa n ­ nicht durch Z u ru fe  zu unterbrechen.
        
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