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Periodical volume 17. Dezember 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 17. Dezember 1919
1 9 0 0  ist bestim m t, daß dem  R uhegeh alt e in es A n ­ (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
gestellten und A rb eiters d as jew eilige  G eh alt zu ­ des Ausschusses, wie folgt:
grunde zu  legen  ist. H at diese B estim m u n g  schon 
im  F r ied en  zu manchen U nzuträglichkeiten und U n ­ 1. Dem Magistratsantnage, lautend:
gerechtigkeiten geführt, so m uß m an sich ohne w ei­ „Den städtischen Privatdienstverpflichteten 
teres klar sein , daß in  der jetzigen Z e it a u s  einer  und Arbeitern wird in Abänderung der 
solchen B estim m u n g  eine Q u e lle  von  U ngerechtig­ Grundsätze vom 18. Jun i 1 9 0 0  künftig bei 
keiten hervorgehen w ürde. B e i dem  sprunghaften  Neubewilligungen ein Rechtsanspruch auf 
H eraufgehen der L öhne, bei der ebenso vorhandenen  Ruhegeld und Hinterbliebenenversorgung 
M öglichkeit, daß die L öhne e in es T a g e s  einm al eingeräumt" 
ganz erheblich sinken, w ürde d ie F o lg e  einer solchen wird mit der Dta'ßgabe zugestimmt, daß
B estim m u n g  sein , daß der eine A rbeiter e in  ganz  a) der Magistrat der Stadtverordnetenver­
hohes R u h egeh a lt in  einer Z e it  bezieht, w o die sammlung eine Vorlage betr. entsprechende 
ganzen  L ebensverhältn isse wesentlich anders gew or­ Abänderung des Gemeindebeschlusses vom 
den sind, w o die P re ise  gesunken sind, während ein  18. Ju n i 1 9 0 0  baldmöglichst unterbreitet,
anderer A rbeiter, der zu einer Z e it , wo die Löhne  
niedrig  sind, p ension iert w ird , eine sehr niedrige  b) der Rechtsanspruch zu dem in dem künfti­
P en sio n  erhält, m it der er zu Z eiten  auskom m en  gen GemeindebesckMß festzusetzenden Zeit­
soll, in  denen die L ebensbedingungen  ungeheuer punkte beginnt.
schwierig sind. E s  w urde daher im  A usschuß an ­ 2. Den infolge Kriegsbeschädigung dauernd 
geregt, doch nach dieser R ichtung hin einen  A usgleich  dienst- (arbeits-) unfähigen Beamten, Lehr­
zu treffen , und der M agistrat hat sich, sow eit er da­ personen, Privatdienstverpftichteten und Ar­
zu S te llu n g  nehm en konnte, dam it einverstanden er­ beitern, sowie den Hinterbliebenen der int 
klärt, daß die betreffende B estim m u n g  a u s der V o r ­ Kriege gefallenen oder infolge Kriegsbeschädi­
lage herausgebracht und d ie F ra g e  in  dem G e­ gung verstorbenen Beamten usw. werden 
meindebeschlusse, von dem ich schon sprach, gelöst Ruhestands- und Hinterbliebenen'Bezüge nach 
w erden so ll; und zw ar w urde anged eutet, daß vor­ Maßgabe der abgedruckten abgeänderten 
aussichtlich die L ösung so stattfinden sollte, daß i n Grundsätze — Druckseite 3 9 6  — gewährt. Für 
j e d e m  J a h r e  g e w i s s e r m a ß e n  e i n  n o r ­ das Rechnungsjahr 1 9 1 9  werden die etwa er­
m a l e r  G e h a l t s s a t z  f e s t g e s t e l l t  w ü r d e ,  forderlich werdenden Beträge aus laufenden 
n a c h  d e m  d e r  R u h e  l o h n  a l l e r  R u h e g e -  Mitteln bewilligt.)
H a l t s e m p f ä n g e r ,  s o w o h l  d e r  f r ü h e r  
w i e d e r  e r  st i n d e m  b e t r e f f e n d e n J a h r e  Vorsteher Dr. Borchardt: Wir kommen zu
p e n s i o n i e r t e n ,  z u  b e m e s s e n  w ä r e .  D a s  
scheint ein  sehr glücklicher Gedanke zu sein , der ge­ Punkt 10:
w isserm aßen auch eine A nnäherung an  die neuer­ Bericht des Ausschusses über den A n trag  der 
d in g s  nam entlich vom  Deutschen B ankbeam tenverein  S ta b tb . H erzog und G en . betr. U nterstützung v on  
vorgeschlagene wechselnde B eso ldu n g  der B eam ten  B eam ten  und Lehrkräften. —  Drucksachen 2 6 1 , 3 0 0 .
und A ngestellten  bildet. W ir  w erden u n s  ja bei 
G elegenh eit des künftigen Gem eindebeschlusses noch Berichterstatter S ta b  tu. B o llm a n n : Meine
über diese F ra g e  zu unterhalten  haben.
A u s  diesen E rw ägu ngen  sind die in  der Druck­ Damen und Herren! Der von Ihnen einem Aus­
sache I h n e n  vorgelegten  A bän deru ngsan träge zu schuß überwiesene Antrag 'der Kollegen Herzog und 
N r . 1 der V orlage  hervorgegangen. Gen. ist e i n g e h e n d  geprüft worden. Ter An­
Auch die V or la g e  zu N r . 2  ist eingehend be­ trag betraf die Streichung des Zusatzes „auf Ge­
raten w orden. D a b e i hat es der A usschuß für meindebeschluß" in sämtlichen Kapiteln des Haus­
richtig gehalten , d ie W orte „ im  F a lle  der B ed ü rf­ haltsplanes, die Mittel zur Unterstützung von 
tigkeit" im  § 1 der vorgesehenen R ich tlin ien  in F o r t ­ städtischen Beamten und Lehrkräften! vorsehen. D a s  
fa ll kom men zu lassen, da w ir ja auch in  früheren  b e d e u t e t e  a l s o  d i e  A u s s c h a l t u n g  d e r  
F ä lle n  bei einer derartigen Festsetzung von  R u h e­ S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g  be i  
gehältern  die Festsetzung nickst von  der F ra g e  der a l l e n  U n te rs t!  ü t z u n g s g e s u c h e n .
B ed ürftigkeit haben abhängig machen w ollen . E s  Von den Antragstellern waren im wesentlichen 
erschien gerecht, auch in  diesem F a lle  d ie F ra g e  der drei Punkte hervorgehoben worden, und zwar, daß 
B edürftigk eit vollkom m en auszuscheiden. F ern er  ist durch die Instanz der Stadtverordnetenversammlung 
eine E rgän zu ng  im  § 4  bezüglich des U m fa n ges der die Gesuche eine V e r z ö g e r u n g  erleiden und 
V orla g e  vorgen om m en: es w urden noch außer der eventuell durch diese Verzögerung die Beamten in 
W itw e und den ehelichen K indern die adoptierten  Not geraten könnten. Zweitens, daß nur Char- 
und die unehelichen Kind-er h ineinbezogen . Ich  lnttenbürg a l l e i n  unter den Vororten Berlins die 
glaube, ich brauche hier in  diesem K reise kaum W orte  Einrichtung hätte, daß durch Magistrat und Stadt- 
darüber zu verlieren , daß dieser Zusatz em p feh lens­ vevordnetenverfammllung diese Unterstützungsgesuche 
w ert ist. E s  ist ferner in  8  9  eine E rgän zu ng  er­
fo lg t, d ie im  wesentlichen darauf zurückzuführen-ist, bewilligt würden, und drittens wurde besonders dar­
daß w ir  auch bei anderen G elegenh eiten  bei den auf hingewiesen, daß auch eine Anzahl der Ange­
B eam ten  d ie  T eu eru n gszu la gen  außer Betracht ge­ stellten wünschten, daß in Zukunft der Magistrat 
lassen haben. a l l e i n  das Bewilligungsrecht ausüben sollte.
D ie  übrigen  A enderungen  entsprechen den M it ­ Die Wünsche der Beteiligten sind in diesem 
te ilu n g en , d ie ich vorh in  gemacht habe. Ic h  möchte Falle außerordentlich g e t e i l t .  Eine Anzahl m i r  
I h n e n  daher em pfehlen, die A usschußanträge bzw. nahestehender demokratischer Beamten und Ange­
die M ag istrarsvo rlag e  m ir den vom  A usschuß vorge­ stellten hat a u s d r ü c k l i c h  den Wunsch ausge­
schlagenen A bänderungen  anzunehm en . sprochen, daß es bei dem b i s h e r i g e n  Modus
        
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