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Periodical volume 3. Dezember 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 8. Dezember 1919
im M inisterium  fü r Wissenschaft, Kunst und Volks­ Unterschrift darun ter gesetzt habe, dann musi ich 
bildung m itgeteilt morden ist, dem die Reichsregie- sagen: ich habe es vom S tan d p u n k t des 'Schul­
runfl, der die Entscheidung zusteht, hofft, schon im m eisters, des Pädagogen aus getan. Gerade das. 
J a n u a r  des nächstens J a h re s  einen Gesetzentwurf w as H err Kollege O tto  eben empfohlen haft daß 
einzubringen, der aus G ru n d  deS A rtikels 146 Abs. 2 jede P a r te i für sich ihre Leute holen und sie für ihre 
diese F rage regelt. D a n n  wird es natürlich Reit Parteiansichten zurechtmachen soll, das möchte'"'ich 
sein, von den verschiedenen S tandpunkten  zu dieser a ls  Schulm eister vermieden wissen. M ir  ist die 
F rag e  S te llu n g  zu nehmen. D a s  w ird, wie ich Ju g e n d  zu heilig und zu gu t, um sie in die p a rte i­
hoffe, in ausreichendem Matze geschehen, und dann politische Presse hineinzubringen.
werden sich auch die letzten Rieie eines T eiles der 
Anfragenden, nach denen H err Dr. Hertz sich etw as (S ta d tv . O t t o :  W er will denn d a s ? )
neugierig erkundigte, völlig entschleiern. E s  wird 
sich ja dann wohl herausstellen, wie ich nach meiner A us dem G runde habe ich die B itte  unterschrieben, 
K enn tn is  der C harlottenburger Bürgerschaft hoffe, eine allgemeine E lternversam m lung einzuberufen, 
daß die ■ Riefe, d ie etwa durch den H errn  S ta d tv . bei der nicht gefragt w ird :' gehörst du zu dieser oder 
Lichtenberg vertreten werden, in  den weitesten K rei­ jener P a r te i, sondern E ltern  und M ü tte r , die in 
sen der C harlottenburger Bürgerschaft auf Ruftim - der S o rg e  um die Zukunft ihrer K inder jetzt nicht 
mutig nicht zu rechnen haben. so recht wissen, w as ist, sollen aufgeklärt werden. 
D enn  gerade die. P a rte ip re sse —  und jeder liest seine 
(S e h r  w ahr! —  S ta d tv . L i c h t e n b e r g :  Ab­ eigene Presse —  ist so verschieden, dasi sie in dem 
w arten!) Austausch herüber und hinüber oft nicht mehr wissen, 
w as sie a ls  richtig bezeichnen sollen. S o  habe ich ge­
—  A bw arten wollen w ir. gewiß. dacht, daß es notw endig und  zweckmäßig wäre, von 
neu traler S e ite  —  denn m einer Ansicht nach ist der 
(H eiterkeit.) M ag istra t a ls  Körperschaft neu tra l —  den C har­
lottenburger B ürgern  eine re in  sachliche Aufklärung 
Ich  hoffe aber noch etw as mehr. Ich hoffe, dasi für besorgte E lte rn  und  M u tte r , ganz gleich, welcher 
sich dann auch herausstellen wird, dasi die Herren P a r te i sie angehören, zu geben.
Unterzeichner der Anfrage über diese F rage keines­
wegs einer M einung  sind. Ich  habe m ir die N am en (B ravo ! bei der Bürgerlichen F rak tion .)
durchgesehen und kann m ir unmöglich vorstellen, dasi 
die Unterzeichner sich in  dieser wichtigen Lebensfrage S tad tv . Lichtenberg: D er H err Kollege O tto  
unseres Volkes, um das h ier so zu bezeichnen, etw a wollte von m ir wissen, w as ich m ir unter E in h e its ­
zu u lrram ontanen  oder klerikalen Rieten bekennen schule vorstelle. D a s  weiß ich selbst nicht. Ich  habe 
werden. In so fe rn  w ird eine K lärung sehr erwünscht in  dieser Anfrage gesagt, daß w ir u ns im unklaren 
sein, dam it auch weite Kreise der Bürgerschaft wissen, darüber sind: w ir wollen darüber belehrt werden. 
lrn s sie in  dieser wichtigen F rage eigentlich fü r V er­ Ich  glaube, wenn der M ag istra t sich so in die R e ­
treter in der S tadtverordnetenversam m lung zu sitzen serve zurückzieht, so hängt das auch dam it zusammen, 
haben, und ob die B ereinigung von R entrum , daß sich selbst der M ag istra t noch nicht im  klaren ist. 
Deutschnationalen und Deutscher Volkspartei, die die w as er sich un te r der Einheitsschule denken soll. Ich  
sogenannte Bürgerliche F rak tion  ja bei uns darstellt, beneide H errn  Kollegen O tto  über die K larheit, die 
auch in Zukunft dieser F rage  gegenüber .tragfähig er in  dieser F rag e  besitzt, und wäre ihm dankbar, 
genug ist, eine einheitliche Weltanschauung darzu­ wenn er u n s  darüber unterrichtete.
stellen. Ich  fü r  meine Person bezweifle das auf das 
entschiedenste. (S ta d tv . O t t o :  Kommen S ie  morgen abend nach 
(R uruf.) S teglitz, da  spreche ich über chie neue Schule! —  Heiterkeit.)
—  Ich  habe den R um s eben nicht verstanden.
Ich  meine, bei dieser Lage der D inge hat diese S ta d tv . B lu m : I n  meinem Herzen herrscht 
Anfrage keine realen G rundlagen  und keine M ög­ große F reude  über d a s  lebhafte Interesse des H errn  
lichkeit, in  die Wirklichkeit übertragen zu werden. P fa r re r s  Lichtenberg fü r die Einheitsschule. Ich  
D am m  verstehe ich den S tan d p u n k t des H errn  m uß sagen, w ir werden alles mögliche tu n , um ihn 
Oberbürgerm eisters. Aber ich bitte, au s  dieser A n­ aufzuklären. E s  finden in der nächsten R eit wieder 
frage m indestens die eine A nregung zu entnehmen —  große öffentliche V ersam m lungen über dieses T hem a 
und ich möchte diese B itte  in  breitester Oeffentlich- statt.
keit an die gesamte Bürgerschaft C harloltenburgs 
richten — , sich der großen Bedeutung dieser F rage  (Z u ru f  bei der Bürgerlichen F rak tio n : Aber P a r ­
bewusit zu sein und nicht etw a erst aufzustehen, wenn teiversam m lungen!)
andere, politisch vielleicht weiterblickende und früher 
tätige Kreise schon aufgestanden sind und versuchen, —  S ie  gehen a u s  v on  unserer P a r t e i ; sie können 
ihre Riete zu verwirklichen. natürlich, wenn sie von u n s  a u s  einberufen werden, 
nicht von I h r e r  P a r te i ausgeben. D a s  ist unm ög­
(B rav o !) lich. E s  ist auch nicht möglich, verehrte F ra u  
Klockow, daß diese große F rage  gelöst werden könnte, 
S ta d tv . F ra u  Klockow: Ich  gehöre auch zu den ohne von dem U ntergründe des politischen B ew ußt­
M itunterzeichnern der Anfrage, und ich habe aus seins auszugehen.
dieser B itte  an  den M agistra t gelesen, dasi w ir vor 
allen  D inaen  eine Aufklärung des E lternpublikum s (S ta d tv . O t t o : D a s  verlangt ja das K om ­
wollen. W enn ich erklären soll, weshalb ich meine prom iß  !)
        
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