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Periodical volume 12. November 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 12. November 1919
Stadtv. Dr. Broh (fo rtfa h re n d ): W arten  S ic  D a zu  liegt ein  Z usatzan trag  vor. —  H err 
doch n u r  einen Augenblick ab! Kollege O tto , ich d a rf  w oh l annehm en , d a ß  der 
erste Z usatzantrag  zurückgezogen ist?
(G ro ß e  H eiterkeit.)
(S ta d tv .  O t t o :  J a w o h l! )
W enn  er sich aber erdreistet, diesen Rückzug m it den 
W orten  decken zu w ollen, er nähm e m eine A u sfü h ­ D ie  S tad tv e ro rd n e ten v ersam m lu n g  möge 
rungen  nicht ernst, so ist d as  etw as, w as denn  doch, beschließen: D ie  T ätigkeit d e s  A rbeite r- und 
finde ich, m it der von ih m  in  der V orlage bewiese­ S o ld a te n ra ts  g ilt , nachdem die D em o k ra ti­
nen In te ll ig e n z  sowohl wie auch m it den G epflogen­ sierung der G em eindeverw altung  durchgeführt 
heiten  gegenüber S ta d tv e ro rd n e te n  in  W iderspruch ist, m it dein T age  d e r E in fü h ru n g  der neuge­
sieht. E in  S ta d tr a t ,  der von u n s  bezahlt w ird , w ählten  M ag is tra tsm itg lied e r a ls  beendet. 
D ie  Z ah lu n g  städtischer M itte l  für diesen 
(S tü rm ische  H eiterkeit) Zweck erfolgt danach nicht m ehr.
—  ein S ta d tr a t ,  der v on  u n s  m it 1500  Aus- Dr. S ta d th a g e n , Dr. L u ther< M
wendungskosten bezahlt w ird , w oran  S ie  offenbar und w eitere U nterschriften.
nicht gedacht haben — , hat nicht das Recht, sich hier 
so hinzustellen, a ls  ob er, w ie es scheint, so ein Stadtv. Richter: M ein e  F reu n d e  sind schon
bißchen Vorgesetzter der S ta d tv e ro rd n e te n  ist und lange der M e in u n g , d a ß  e ine  besondere Ueberwachung 
g laub t, h ier einfach sagen zu können, er nähm e das der S ta d tv e rw a ltu n g  von C h a rlo tten b u rg  durch den 
nicht ernst. M i t  diesen, möchte ich sagen, leeren A rbeiter- und  S o ld a te n ra t  nicht erforderlich ist, und 
A usreden  b itte  ich H e rrn  W öllm er anderen L euten  dem gem äß h a t auch der bestehende A rbe ite r- und 
gegenüber hervo rzu tre ten . Ic h  kann ihm  nam ens S o ld a te n ra t  seine T ätigkeit, -loenn ich so sagen darf, 
m einer F ra k tio n  erklären, daß  sie jedes W o rt, das m ehr a ls  ein städtisches A rbcite rsek relaria t au fgefaß t. 
ich gesprochen habe, unterschrieben ha t, und daß D ie  T ätigkeit, die e r  in  dieser R ichtung en tfa lte t 
m eine F ra k tio n , w enn S ie  (zu  S ta d tr a t  W öllm er) hat, h a t  in  weitesten K reisen  der B evölkerung A n ­
erklären, S i e  nähm en m eine A u sfüh rungen  nicht erkennung gefunden, und m eine F re u n d e  wünschen, 
ernst, ih rerseits  wissen w ird , ob S ie  I h r e  A u sfü h ­ daß ernstlich geprü ft w ird , ob es zweckmäßig ist, 
rungen  ernst zu nehm en hat. diese T ätigkeit auch w e ite r im  In te re sse  der B ev ö l­
kerung zu e rh a lte n . D a ru m  bean tragen  w ir  für 
Stadtv. Richter (persönliche B em erkung): diesen A n tra g  A usschußbehatung, ferner noch a u s  
M e in e  D am en  und  H erren ! Ich  w ill gegenüber den dem G runde , d a m it dem A rbeite r- und S o ld a te n ­
A u sfü h ru n g en  d es H e rrn  S ta d tv .  Dr. B roh  n u r kurz ra t  eine genauere  R echnungslegung über die v e ra u s ­
bemerken, daß m ir nicht bekannt ist, daß ich B riefe gabten Kosten möglich ist, und d a m it auch den 
a n  d ie  D eutsch-nationale V o lk sp arte i und  an  die H erren , die von der Nützlichkeit der T ä tig k e it nicht 
Christliche V o lksparte i geschrieben habe. so überzeugt sind, G elegenheit gegeben w ird , sich 
i davon zu überführen , daß d o rt keine G e ld er vcr- 
(S ta d tv .  Dr. B r o h : S i e  haben ein schlechtes geudet-w orden  sind. Ic h  b itte  T ie  also n am en s 
G edäch tn is!) m einer F reu n d e , dem A n tra g  a u f A usschußberatung 
zuzustim m en.
Ic h  erw arte  aber nicht von H errn  Kollegen B ro h , 
daß  er m ir  den  N achw eis führt, sondern appelliere  Stadtv. Dr. Hertz: M ein e  D am en  und H erren ! 
a n  die U nabhängige F ra k tio n , d a ß  sie sich ihrerseits M eine F reu n d e  können sich den  Anschauungen, denen 
bem üht, die F ra g e  m it Sachlichkeit zu erledigen. H err Kollege R ichter Ausdruck verliehen ha t, nicht 
anschließen. W ir  h a lten  d a s  W eiterbestehen von  
Stadtv. Dr. Broh (persönliche B em erkung): kom m unalen A rb e ite rrä ten  fü r erforderlich, auch für 
W enn  H err R ichter e in  so schlechtes G edächtn is hat, die Z e it, in  der durch die N eu o rd n u n g  d e r  Z u ­
so stelle ich ihm  anheim , d ie  Akten, d ie  da liegen, sammensetzung der S tad tv e ro rd n e ten v ersam m lu n g  
e in m al nachzusehen. D o r t  w ird  e r seinen B rie f  fin ­ und des M a g is tra ts  e ine  gewisse D em okratisierung  
den, auch tvenn er es abstreite t. d e r städtischen V erw a ltu n g  e in g e tre ten  ist. A ber 
da w ir  nicht grundsätzlich A nhänger der form alen  
Vorsteher Dr. Borchardt: E s  ist bean trag t, die D em okratie  sind, sondern La w ir  wünschen, d a ß  die 
V orlage  a n  e inen  Ausschuß von 15 M itg liedern  D em okratie  in  W irklichkeit besteht, ist e s  fü r u n s  
zu verweisen. Ic h  b itte  d iejenigen, die  fü r E in ­ ein  unm öglicher Z ustand , u n s  m it den gegenw ärtigen  
setzung eines Ausschusses sind, die H and  zu erheben. V erhältn issen  abzufinden . E s  ist e in  I r r t u m ,  w enn  
der Anschauung Ausdruck gegeben w ird , a l s  ob diese 
(Geschieht) neue Zusam m ensetzung d e r S ta d tv e ro rd n e te n ­
versam m lung und  des M a g is tra ts  a n  d em  früheren  
—  D a s  ist die große M ehrhe it. Z ustand so W esentliches geändert habe, daß  es nicht 
Z u  M itg lie d e rn  d e s  Ausschusses sind vorge­ notw endig w äre, auch d a s  A rbe ite re lem en t in  der 
schlagen die  H erren  B ra n d t, Dr. B roh , v . E berhard t, V erw altung  stärker- zu verankern . D iese Tatsache 
Dr. Feilchenfeld, G ro llm u s , Heise, Dr. H erst Kloka, w ird  I h n e n ,  sofern S i e  ü b e rh au p t geneig t sind, den 
P e in ,  R ichter, S k a lie r , Dr. S ta d th a g en , Dr. S te p h a n , Grundgedanken der D em okratie  nicht n u r  nach d e r ' 
W eidlich und W ill. — D ie  H erren  sind gew ählt. form ellen, sondern auch nach der m aterie llen  S e i te  
W ir  kommen zu P u n k t 13 der T ag eso rd n u n g : h in  zu verwirklichen, w ohl ohne w e ite re s  einleuchtend 
sein. T e n n  heute ist doch die städtische V erw altung  
Vorlage betr. Kosten für den Arbeiter- und Soldaten­ in  den Händen von Personen, d ie  den sozialen V e r­
rat. — Drucksache 260. hältnissen der Arbeiterklasse zwar vielleicht m it
        
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