Path:
Periodical volume 29. Oktober 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

o2 i Sitzung am 29. Oktober 1919
mich angreift, ich niemals in seinen Beleidigungen ihm einige Zeilen herausgerissen, um Stimmung 
irgendeine Ehrenkränkung erblicke, im Gegenteil, gegen mich zu machen, nicht Stimmung bei Ihnen 
nur eine Ehrenbezeigung. Denn würde er mir (nach rechts) —  die Worte, die er verlesen hat, 
jemals etwa umgekehrt den Ausdruck seiner Achtung würden gerade bei Ihnen nur Beifall gefunden 
bezeigen, so würde ich wissen, daß ich dann ebenso haben — , sondern Stimmung zu machen bei meinen 
ein verächtlicher Menscff geworden sein würde, eigenen Parteigenossen.
(Unruhe) (Zurufe bei den bürgerlichen Parteien.)
wie er selbst es gewesen ist. Ich verzichte, darauf hier im einzelnen einzugehen. 
Ich würde nur bitten, recht fleißig diesen Artikel 
(Andauernde Unruhe und Zurufe.) nachzulesen.
Ich sage das auf die Gefahr hin, zur Ordnung ge­ (Zuruf: Das können Sie wirklich nicht verlangen!)
rufen zu werden. (
Ich möchte riur ganz kurz darauf hinweisen, daß 
(Glocke des Vorstehers.) dieser Artikel davon ausgeht, es ständen zwei 
Welten im Kampfe gegeneinander,
Vorsteher .Dr. Borchardt: Herr Kollege Broh, 
ich muß Die, wie Sie schon selbst sagten, für diesen (Wiederholte Rufe: Persönlich!)
Ausdruck zur Ordnung rufen. Ich mache Sie aber 
darauf aufmerksam, was ich schon einmal einem — das gehört zur persönlichen Bemerkung — , die 
Herrn Kollegen gegenüber mir zu bemerken erlaubte, kapitalistische Welt England-Amerika und die so­
daß ordnungsmäßige Verhandlungen hier nur mög­ zialistische Deutschland-Rußland.
lich sind, wenn alle Mitglieder die Selbstdisziplin 
üben, die irgendwelche Maßnahmen seitens des (Unruhe und Zurufe.)
Vorstehers überflüssig macht.
Darum allein handelt cs sich.
(Sehr richtig!) Wenn ich ferner von dem U-Bootkrieg gesagt 
habe, hier eröffne sich ein M itte l, diese kapitalistische 
«tadtv. Dr. Broh (fortfahrend): Es ist richtig, Welt zu zerstören, und zwar ohne eine Schädigung 
was der Herr Vorsteher sagt. Ich habe einmal an Menschenleben, so gehöre ich eben auch zu den 
früher erklärt und bleibe bei dieser Erklärung heute Opfern der V  e r l o g e n h e it der deutschen Journa­
noch stehen, daß ich sämtliche, die hier im Saale listik, deren Zierde damals so wie heute g e r a d e 
anwesend sind, sämtliche Stadtverordnete und M it ­ H e r r  H e i l m a n n  ist,
glieder des Magistrats für Ehrenmänner halte. 
Aber ich habe in dem Augenblick nicht an Herrn (Heiterkeit)
Heilmann gedacht. —
(Lebhafte Unruhe und Zurufe: Unerhört! — da ich dadurch irregeführt wurde, wie so viele, und 
Glocke des Vorstehers.) wie so viele geglaubt habe, daß es in der Tat mit der Behauptung der deutschen Heeresleitung seine 
Vorsteher Dr. Borchardt (unterbrechend): Herr Richtigkeit hätte, daß es sich bei dem U-Bootkrieg 
Kollege, ich bin geneigt, den Rahmen einer persön­ nur um Zerstörung von Gütern und nicht um Zer­
lichen Bemerkung sehr weit zu spannen, bitte aber störung von Menschenleben handle.
doch, in gewissen Grenzen dabei sich zu halten. (Lachen und Zuruf: Unschuldslamm!)
»
(Unruhe und wiederholte Rufe: Zur Ordnung 
rufen!) Dies das eine. —  Im  übrigen habe ich mich gerade über die Junker in Deutschland so energisch hier 
Stadtv. Dr. Broh. Ich muß das ganz kurz be­ ausgeschrieben, daß ich nur wünschen möchte, alle 
gründen. -------- würden das beherzigen, was ich hier geschrieben habe.
(Glocke des Vorstehers.) Noch eins! Wenn hier gesagt worden ist, daß 
ich mich zum Führer der Kommunisten aufspiele, so 
Vorsteher Dr. Borchardt (unterbrechend: Nein, ist das natürlich der Phantasie des Herrn Heilmann 
Herr Kollege, im Rahmen einer persönlichen Be­ selbst entsprossen. Ich bin Mitglied der Unab­
merkung haben Sie diese Ih re  Bemerkung nicht zu hängigen Partei
begründen. (Zurufe)
«tadtv. Dr. Broh (fortfahrend): Ich w ill dar­ und habe gar keinen Grund, irgendwie von den 
auf nicht weiter eingehen. Ich werde später noch Grundsätzen der Unabhängigen Partei abzuweichen. 
einmal Gelegenheit haben, zu zeigen, nach we l chen  Aber ich hege die Hoffnung, daß w ir endlich bald, 
Grundsätzen Herr Heilmann sein journalistisches und zwar auf der Grundlage eines anzunehmenden 
Geschäft betreibt und was mich zu diesem Ausdruck revolutionären Programms der Unabhängigen Par­
geführt hat. tei, eine geschlossene Front m it den Kommunisten 
Nun wurde m ir von Herrn Heilmann ein bilden werden.
Artikel vorgeworfen, der ungefähr 6 Druckseiten in 
der „Glocke" umfaßt, und da wurden natürlich von (Unruhe.)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.