Path:
Periodical volume 29. Oktober 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

508
Sitzungchm 29. Oktober 1919
keine A u s n a h m e n  in  i rgendeiner  R ich tung  gemacht Stadtrat Dr: Spiegel: I c h  möchte noch einige 
w erden und  daß  auch A rb e i te rve re in igu ng en  Berück­ Besorgnisse beseitigen. E s  ist selbstverständlich, 
sichtigung finden. W i r  möchten au ße rd em  den d aß  bei den Besuchern dieser W a n d e rh ü t te  ein 
Vorschlag machen, sich vielleicht ein Vorkaufsrecht Unterschied zwischen V ere inen  verschiedener Rich­
vorzubehalten , u m  später eine leichtere H andhabe  zu tu n g  nicht gemacht w ird .  D ie  H erre n  haben sich 
haben, die Sache in  eigene V erw a l tu n g  zu nehm en. ja  w ohl auch durch Einsichtnahme der Grundsätze 
I m  übrigen  stehen w i r  der Sache selbst sympathisch überzeugt, daß  dera r t ige  Absichten nicht vorliegen.
gegenüber u nd  möchten dem Kollegen von  der E i n  Vorkaufsrecht der S t a d t  fü r  den F a l l ,  daß  
Rechten e rw idern , daß  w ir  nicht diese Bedenken d a s  C o n d o m in iu m  au fhö r t ,  ist be re i ts  mündlich von 
haben, die er hervorgehoben hat. m ir  in  V era b red u n g en  m i t  dem V ere in sv o rs tan d  
besprochen und  w ird  selbstverständlich bei Abschluß 
Stadtv. Dr. Luther: I c h  denke über  die innere  des V e r t r a g e s  festgelegt werden.
V e r n u n f t  dieser V o r la ge  wesentlich a n d e r s  wie der D a n n  ist d a ra u f  hingewiesen, daß  die eine 
Kollege F r a n k .  W e n n  w i r  auch selbstverständlich alle W anderherberge  in  Uchtenhagen nicht genüge, u m  
h ier i m  S a a l e  bereit sein müssen, eine eiserne S p a r »  d a s  U n te rk u n f tsb e d ü r fn is  der W a n d e rn d e n  zu be­
samkcit bei u n s  endlich e in m al  e in tre ten  zu  lassen, friedigen. D a s  ist ganz richtig. Aber die Sache 
u nd  w enn  vielleicht auch mancher von  I h n e n  gleich liegt doch so, daß  angestrebt w ird ,  die ganze M a rk  
m ir  em pört  ist, daß  u n s  jetzt z. B .  wieder so ein B ra n d e n b u rg  m i t  e inem  Netz von  W anderherbergen  
B üchlein  d er  Kleidewerwertungsgesellschaft ü be r ­ zu überziehen, u n d  daß  sämtliche G em einden  a u f ­
reicht w orden  ist, gefordert  sind, in  der e inen oder  a n d e rn  Weise diese 
(Lebhafte Z u s t im m u n g ) P l ä n e  zu  unterstützen. W e n n  w ir  jetzt in  G e m e in ­schaft m i t  dem V ere in  diese eine W anderherberge  
eine höchst zwecklose Drucksache, die T ausende  ge­ errichten, so haben w ir  zunächst unsere Pfl icht  in  
kostet hat ,  so, glaube ich, gibt es e inen  P u n k t ,  wo dieser B ez iehung  erfüllt .  S o  ganz leicht, wie H e r r  
w ir  abso lu t  nicht sparen können. D a s  ist d ie  kör­ S t a d t v .  F r a n k  es sich denkt, ist e s  nicht, zu einer 
perliche E r tüch t ig un g  unserer J u g e n d .  W i r  werden ganz selbständigen W anderherberge  zu kommen. 
a l s  S t a d t  C h a r lo t te n b u rg  a u f  absehbare J a h r e  nicht D e r  hiesige H aup tausschuß  fü r  Ju g e n d p f le g e  ha t  
in  der L ag e  sein, u n s  eine eigene W anderherberge vergeblich b isher  nach e inem  geeigneten Grundstück 
zu  schaffen. in  einer geeigneten Gegend Umschau gehalten. U nd  
( Z u r u f :  N a n u ! ) jetzt w ird  u n s  d a s  entgegengebracht! D a  w äre es m einer  Ansicht nach eine übel angebrachte S p a r s a m ­
keit, eher vielleicht eine Verschwendung, w enn  w ir  
—  N e in .  —  A b er  w i r  sollen u n s  d u rchaus  bereit  dieses A nerb ie ten  ausschlagen wollten . W a s  der 
finden  lassen, gerade diesen V e re in  zu unterstützen, in ­ V e re in  w ill ,  ist lediglich, der J u g e n d  zu  einer 
dem  w ir  gemeinsame A rbe i t  m i t  ihm tre iben. Ueber W anderherberge  zu verhelfen, und  dabei komm t er 
die N o tw endigkeit  dieser gemeinsamen A rb e i t  kann u n s  in  bezug a u f  die Rechte so w eit  entgegen, wie w ir  
m e in es  E rach tens  u n te r  u n s  keinerlei Z w eife l  sein. n u r  irgend  wollen.
I c h  möchte h inzufügen , w a s  vielleicht der Kollege W e n n  dem V e re in  die H ä lf te  der T ag e  vorbe­
F r a n k  g ar  nicht w eiß  —  daher w ohl feine B em erku n ­ hal ten  ist, u m  sie von  sich a u s  zu belegen, so heißt  
gen — : gerade dieser V ere in  und  seine F ü h r e r  haben d a s  noch nicht etwa, daß  an  diesen T a g e n  unsere 
seit J a h r e n  und  J a h r z e h n te n  d ie  S ache  der W a n d e r ­ C h a r lo t te n b u rg e r  V ere ine  nicht un terkom m en  
herbergen in  Deutschland und  in  d er  M a r k  B r a n d e n ­ können, sondern  es he iß t  n u r :  fü r  diese T ag e  können 
b u rg  betrieben. E s  können auch g ar  l e i n e  sachlichen, andere  V ere ine  m i t  demselben Recht wie unsere es 
technischen Schw ierigkeiten , wie er sie fürchtet, in  beanspruchen, w ährend  an  den fü r  u n s  reservier ten  
F r a g e  kommen, sondern es w ird  in schönster, fr ied­ T a g e n  d ie C h a r lo t te n b u rg e r  V ere ine  den V o r r a n g  
lichster H a rm o n ie  und  i n  Berücksichtigung aller haben. G eregel t  w ird  d a s  sehr einfach, indem  hier 
J u g e n d g r u p p e n  u n d  V ere ine , die von  C h a r lo t t e n ­ bei der zuständigen  S te l le ,  nämlich b e im  H a u p t -  
burg  komm en, den Wünschen Gerechtigkeit w ider­ ausschuß fü r  Ju g e n d p f le g e ,  rechtzeitig der A n t ra g  
fahren , die w i r  zu stellen haben. I c h  em pfeh le .da­ a u f  Ueberlasiung der H ü t te  gestellt w ird .  W e n n  sie 
her a u s  d a s  dringendste  d ie einstim mige A n n a h m e  a n  dem T a g e  frei ist, bekommt sie der V ere in .
dieser V orlage .
(Z u ru fe :  O h n e  A usschuß!) Stadtv. Dr. Rosenfeld: U nsere  F ra k t io n  h a tkeine Bedenken, der  V o rla ge  zu zus t im m en ; sie be­
—  O h n e  Ausschuß natürlich. trachtet es a l s  eine günstige Gelegenheit  fü r  die 
S t a d t  C h ar lo t ten b u rg ,  d e r  J u g e n d  h ie r  e in en  V o r ­
Vorsteher Dr. Borchcrrdt: H e r r  Kollege! E in e  te i l  zuzuführen , d e r  u n te r  anderen  U m ständen  gerade 
W end un g  I h r e r  A u s fü h ru n g e n  könnte so au fgefaß t u n te r  den heut igen  V e rh ä l tn iß e n  kaum möglich ge­
werden, a l s  ob ein V o rw u r f  wegen Verschwendung wesen wäre . A u s  diesem G ru n d e  möchte ich auch 
sich a n  die Adresse d er  städtischen Körperschaften den W o r te n  des  H e r r n  Kollegen d o r t  d rüben  en t­
richtete. I c h  stelle, u m  M ißvers tändn isse  zu verm ei­ gegentreten , a l s  ob die G efa h r  bestünde, h ie r  könnte 
den, fest, d a ß  d a s  nicht der  F a l l  ist u nd  dieser V o r ­ der Säckel der S t a d t  m i t  A u sga ben  belastet w er­
w u rf  nicht genügender S p a rs a m k e i t  in  e inem  be­ den, d ie  w i r  a u f  d a s  ängstlichste verm eiden  m ü ß te n .  
s t im m ten  F a l le  e inen  F a l l  betr iff t ,  bei 'dem städtische E in e  solche Engherz igkeit  ist gerade dieser V o r la ge  
M i t t e l  nicht in  F r a g e  kommen, a u f  den also S t a d t ­ gegenüber nicht angebracht. W i r  w ü rden  K  selbst in  
v e ro rdne tenve rsam m lung  und  M a g is t r a t  keinen E i n ­ den K a u f  nehm en  m ü ß e n ,  w enn  e tw a s  größere  
f luß  ha t ten . Lasten  d a r a u s  der S t a d t  erwachsen sollten, a l s  e s  in  
( S t a d t v .  M e y e r  I :  A ber d ie  A ussich tsratsm itg lie-  der V o rla ge  vorgesehen ist; ich hoffe es aber  nicht.
dcr  a u s  den K o m m u n e n  h ä t te n  einen E in f lu ß  I m  übr igen  möchte ich den M a g is t r a t  auf einen 
nehm en können! —  Heiterkeit .) P u n k t  aufmerksam machen. E s  h e iß t  im  Statut des
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.