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Periodical volume 15. Oktober 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

Sitzung am li i. Oktober 1819
Stobto. Dr. Brok, (persönliche Bem erkung): der früher M ehrheitssozialist w ar und noch vorher 
Herr Dr. Frentzöl läßt es sich «immer angelegen fein, der konservativen P a rte i angehört hat,
m ir ein kleines Privatissim um  zu halten; zuerst dar­
über, wie der M agistrat sich zur Stadtverordnetem  (H ört! hört! und Heiterkeit)
Versammlung zu stellen hat, was ich angeblich nicht 
wüßte, der nachweislich stets die Artikel geschrieben hat, die 
seiner jeweiligen Gesinnung entsprachen, mag der 
(Heiterkeit und Zuruse) Ansicht sein, daß man ganz konsequent das. was man 
einm al gesagt hat. halten muß;
und jetzt wiederum über naturwissenschaftliche 
D inge. Ich  freue mich ja, in  ihm einen A rzt unter (Heiterkeit.)
uns zu sehen. Ich hatte gelesen, daß er Fabrikbe­
sitzer ist. W ir sind jederzeit persönlicher Belehrung zugänglich. 
Deshalb habe ich die Ausführungen machen müßen, 
(Heiterkeit und Z uritt: Auch das!) die ich vorhin gemacht habe.
Aber ich glaube doch, daß es sich nicht um Dinge so Stodtv. Dr. Frentzel (persönliche Bemerkung):
wisienschastlicher A rt hier handelt. Ich möchte Nur feststellen, daß es H err Kollege Broh 
wieder fertig bekommen hat, bei gelegentlichen 
(Z uru f: D as  glauben S ie  nie!) Krankenhausvisiten mehr zu lernen als jemand, der 
viele Jah re  a ls  Krankenhausarzt tä tig  gewesen ist 
wie die Herren natürlich sich gern hier v o r m a c h e n  und weiß, daß seine Anschauungen von sämtlichen 
wollen, sondern «daß es sich um einfache D inge han­ Krankenhausärzten gekeilt werden.
delt. die jeder Mensch versteht.
S todtv. Dr. Broh (persönliche Bemerkung): Ich 
(Z urufe: Persönlich!) habe nicht Mehr gelernt, a ls  H err Dr. Frentzel . . . .
weil so ziemlich jeder Mensch essen und trinken muß. (Z uruf und große Heiterkeit)
lieber H err Dr. Frentzel, S ie  sowohl wie ich.
a ls  H err Dr. Frentzel bei seiner Krankenbaustätigkeit 
(Heiterkeit. —  Glocke des Vorstehers.) gelernt hat. Ich habe nu r festgestellt, daß das, was 
er ausgeführt hat. nicht den T o t l a c h e n  entspricht. 
— J a ,  das ist rein (»ersönlich —  — M an  kann etwas lernen, man kann es nachher aber, 
parteipolitisch zugestutzt, einseitig gefärbt vortragen.
(Z uruf und Heiterkeit.)
(S eh r richtig!)
Noch eins möchte ich saaen. Ich  habe aeradezu 
ständig. Dag und Nacht fast. P i  fiten im Kranken­ D a s  ist der Unterschied.
hause oeinlocht, toeilf ich m it einer ganten Reibe von 
Assistenten in verschiedenen Krankenhäusern Befreun­ N un wurde hier von H errn Skaller sogar die 
det loa r. und weiß ganz genau, daß das, was uns B ebauptuna aumgestellt, daß ick nicht nur den M ehr- 
hier H err Dr. Frentzel erzählt hat. tzeitssozialiften anaehort habe, w as allerdings stim m t —  ich w ar ungefähr 20 oder 25 Jahve M ehr­
(Vorsteher Dr. B o r c h a r d  t: S ie  überschreiten den heitssozialist. aus dem einsacken Grunde, weil es 
Rahmen «der persönlichen Bemerkung!) dam als n u r  eine Mehrheitssozialdemokratie wob. E r bat sich aber erimifit. die Bebmivtuija aufzustellen, ich 
e i n f a c h  n i c h t  s t i m m t . wäre sogar M itglied der konservativen P arte i ge­wesen. Ick  w ill hier keine scharfen Töne darüber 
Stodtv . Skalier (persönliche Bemerkung): reden, «blaß das Verleumdung oder dergleichen ist —
M eine D amen und Herren! Ich hätte selbst darauf 
verzichtet. iw Rahmen einer persönlichen Bemer­ (Glocke des Vorstehers^
kung aus die Aeußerungen des Kollegen Dr. B rob 
zurückzukommen wenn «er nicht noch M itglied der Boris oder Dr, Borckarist (unterbrechend): Ich
P a rte i der Unabhängigen wäre, m it der w ir im m er­ muß S ie  bitten, derartige Ausdrücke zu unterlaßen.
hin einige geistige Zusammenhänge haben. Herr 
Dr. Brob hat gemeint in bezug aitt meine A usführun­ (S tad tv . Dr. B r o h :  „Nicht", habe ich gesagt!)
gen und hgt das auf unsere ganze Vantei bezogen, daß 
wir uns durch Mätzchen um die Beschlüsie. die w ir ge­ — Ick muß S ie  bitten, derartiae Ausdrücke auch in 
faßt haben, drücken wollen. der negativen F orm  zu unterlaßen.
(S tadtv . Dr. B r o b :  S ehr richtigst S tadtv . Dr. Broh (fortfahrend): —  übrigens
ist das parlamentarisch,
Erstens ist m ir nickt bekannt, daß hier ein Beschluß 
in dieser Richtung abfaßt worden ist. Außerdem (Heiterkeit)
sind w ir nie so sklavisch. daß w ir Beschlüsie nu r des- 
w-aen durchführen, um bloß dem D o rtla u t zu ae- sondern ich will nur dam it rechnen, daß H err Skaller 
nuaen. Herr Dr. B rob mag aridere Anschauungen zu den sich o b e r f l ä c h l i c h  u n t e r r i c h t e n d e n  
haben. D e r frühere königliche Iu s tiz ra t Dr. B rost Leuten gehört.
        
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