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Periodical volume 15. Oktober 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Litzung am  16. Oktober 1919
V orlage un terb re ite t, V orverhandlungen führen und teilen. Ich  glaube aber und hoffe wenigstens —  und 
die notw endigen V orbereitungen treffen m uß, insbe­ die große M ehrzahl m einer F reu n d e  ist dieser A n ­
sondere »diejenigen V orbereitungen, die erforderlich schauung — , daß die Entscheidung nicht an d e rs  a u s ­
sind, um sich und Ih n e n  die F re ih e it der E n t­ gefallen  sein würde. D en n  jedenfalls w ürde das 
schließung offenzuhalten. D azu  gehört a lle rd ings Zurückgreifen aus d a s  Grundstück, von dem jetzt die 
auch die B eseitigung von entgegenstehenden Pacht- R ede ist, die Sache nach m einer Ansicht lange ver­
und M ietverhältnissen. E s  bedarf Loch wohl keiner zögert haben.
E rö r te ru n g  und ist doch wohl a ls  allgemein bekannt W as die Ansicht des H errn  Kollegen Dr. B roh 
vorauszusetzen, daß auf diesem Grundstück nicht e in  angeht, so scheint ihm  bisher nicht klar geworden zu 
Spatenstich gemacht werden w ird , ohne daß die sein, welche F unktionen  die D epu ta tionen  zu erfüllen 
S tad tverordnetenv ersam m lung  beschlossen haben w ird, haben. A lles das, von dem er wünscht, daß darüber 
dieses Grundstück fü r die und die Zwecke zur V er­ d ie  S tad tverordnetenversam m lung  gehört werden 
fügung zu stellen. H err Dr. B roh , haben S ie  daran  soll, sind D inge, die im  Schoße des M a g is tra ts  und  
gezweifelt, daß S ie  eine solche V orlage zu erw arten  bei der D ep u ta tio n  zu erledigen sind. E s  ist ganz 
haben?  H aben S ie  angenom m en, daß w ir von unmöglich, ein gesetzgebender K ö rp er kann nicht eine 
/M ag istra ts  wegen beschließen w ürden, d o rt H äuser V orlage bekommen, in  der die F rag e  gestellt w ird, 
Zu bauen und über G em eindeeigentum  zu verfügen, ob e r dieses oder jenes Grundstück nehm en soll. E r  
ohne die S tad tverordnetenv ersam m lung  zu hören? kann n u r e ine  V orlage bekommen, bei d e r e in  ganz 
r — D a s  ist doch unmöglich. bestim m tes Grundstück, um  bei diesem B eispiel zu 
/bleiben, in  Aussicht genom m en w ird . Alle diese 
(S ta d tv . Dr. B r o h :  S ie  haben doch schon angefan­ F ra g e n  sind in einem K ollegium  zu erledigen, in  dem 
gen! W iderspruch und Z urufe  bei den bürger­ alle  T eile  der S tad tverordnetenversam m lung v e rtre ­
lichen P a r te ie n .) ten ünd  wo sie in der Sage sind, in  zweifelhaften 
F ä lle n  Rücksprache zu nehmen. A ber fü r die V er­
—  N ein! — handlungen im  P len u m  sind die D inge erst reif, 
w enn sie durch die D epu ta tion  und den M ag is tra t so 
(S ta d tv . Dr. B  r  o h : S ie  haben doch schon ange­ vorbereitet sind, daß sich d a rau s  eine absolut fertige 
fangen, zu kündigen! —  Sachen bei der Bürgerlichen V orlage herausgebildet hat.
F rak tio n )
(E in  A ntrag  auf Schluß  der Besprechung w iro 
—  A llerd ings, d a s  ist geschehen. angenom m en.)
.(S ta d tv . Dr. B r o h :  S i e  haben das getan, ohne Vorsteher Dr. B orch ard t: W ir verlassen dam it 
u n s  zu fragen!) diesen Gegenstand und kommen zu der
—  D azu  brauchten w ir I h r e  Z ustim m ung nicht, um A nfrage der S tad tv . Klick m>d G en. betr. E in h e tts -
.Pacht- un d  M ißverhältn isse  zu kündigen. Diese G e­ tisch in  den städtischen K rankenanstalten.
schäfte werden von der V erw altung  erledigt, nicht 
von  den S tad tv ero rd n e ten . A nfragestellerin S ta d tv . F ra u  Nemitz: Ich  er­
laube m ir, noch einm al die A nfrage an den M ag is tra t 
(Z urufe .) zu richten, ob S ch ritte  unternom m en sind, daß in den 
K rankenhäusern der Einheitstisch wirklich eingeführt 
Ic h  glaube,, w enn w ir Ih n e n  jetzt eine V orlage w ird. U ns ist bekannt geworden, daß das nicht der 
un te rb re ite t und die Z ustim m ung der S ta d tv e ro rd ­ F a ll  sein soll. D eshalb  b itten  w ir um  A uskunft, 
netenversam m lung dazu nachgesucht hätten, sich weshalb das noch nicht geschehen ist, oder ob der 
grundsätzlich d am it einverstanden zu erklären, daß M ag istra t es vielleicht unterlassen hat, ernste Schritte  
irgend jem and dort H äuser irgendwelcher A rt baut, in dieser B eziehung zu unternehm en.
und zu diesem Zwecke die Erm ächtigung zur K ü n d i­
gung nachgesucht h ä tten , dann  w äre, glaube ich, eine S ta d tra t  Dr. S u ß m a n n : M eine  D am en und 
solche V orlage h ier allgem einem  Kopfschütteln be­ H erren! Ic h  darf Ih n e n  zunächst Tatsächliches v o r­
gegnet. tragen. Nachdem im  M ärz  d. I .  der Einheitstisch 
in den K rankenanstalten eingeführt w orden w ar, hat 
S tad tv . Dr. Frentzel: Ich  kann den A usführun­ sich der E tatsausschuß im  A p ril eingehend m it dieser 
gen des H erren  Kollegen Dr. S tad th ag en  auch nicht in  Angelegenheit befaßt, und es ist a ls  E rgebn is  dieser 
allen P unk ten  beistimmen. Ich  glaube, er macht den B era tungen  folgende Entschließung, welche ich w ir 
F e h le r , daß er nicht genau berechnet, w ieviel Z eit Ih n e n  vorzulesen erlauben werde, e rz ie lt w orden: 
d ie V orrichtung des erw ähnten G eländes noch in Nach dem E rg eb n is  einer bei den gestri­
A nspruch genom m en haben würde, ehe dasselbe b is gen E tatsausschußberatungen stattgefundenen 
zu r B aure ife  heranwächst. Diese Z e it ist u n te r U m ­ eingehenden Besprechung soll die fü r die 
ständen, w ie die D inge  heute liegen, außerordent­ K rankenanstalten vorgesehene „E in h e itsv e r- 
lich lang, und deshalb  kann m an  w ohl sagen, daß pflegung" fü r Aerzte, Schwestern und das son­
Z w isch en  dem Grundstück an der N iebuhrstraße und stige P erson al nicht so verstanden w erden, daß 
diesem bezüglich der Bebauungsmöglichkeit doch ein stets dieselben S p e isen  in  der gleichen Z ube­
sehr erheblicher Unterschied liegt. re itung  und in  den gleichen M engen zu verab- 
W enn e r  ausgefüh rt ha t, daß bei K en n tn is  der lolgen sind. E s  ist vielm ehr a ls  begründet und 
.D inge doch vielleicht die Entscheidung über das a ls  notw endig anerkannt w orden, dem ver­
G rundstück an  der N iebuhrstraße anders ausgefallen schiedenartigen E rn ä h ru n g sb e d ü rsn is  der be­
sein würde, so kann ich darüber natürlich nicht u r ­ treffenden Angestelltenklassen tunlichst Rech-
        
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