Path:
Periodical volume 15. Oktober 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

48$)
Sitzung am 1;. Oktober 1919
Vorsteher-Stellv. Dr. Frentzel: D a s  P ro to ko ll  d a ran  liegt, eine P re is sen ku ng  zu erreichen, dürf te  
der heutigen  S i tz un g  vollziehen die H erre n  m a n  die Schäufensterbeleuchtung nicht beschränken. 
Dr. K rü ge r ,  L eupo ld  und  Dr. Lu ther . D e n n  gerade d a s  S chaufenster  is t  d a s  geeignete 
M i t t e l ,  e inem K onkurrenzkam pf die Wege zu ebnen, 
W i r  kommen zu P u n k t  10: und  der  Konkurrenzkampf w iederum  kann die S e n ­
kung der P re ise  beschleunigen. M a n  behaupte t  ja ,  
Wahl der Mitglieder der städtischen Deputationen daß  der K onkurrenzkam pf d ie P re ise  ausgleiche. 
und Kommissionen. W a r u m  w ill  m a n  hier die Möglichkeit d es  K o nk ur­
renzkampfes beschneiden, ihn  ü b e rh a u p t  a u s  der 
Stadtv. Dr. Stadthagen (z u r  Geschäftsord­ W elt  schaffen, da er dazu  führen  w ürde , die P re ise  
n u n g )  : I c h  schlage vor ,  daß  w ir  e n  b loc  die u n s  herabzusetzen?
hier in  einer besonderen Drucksache vorliegenden I c h  habe nicht m ehr vie l h inzuzufügen . I c h  
A n t rä g e  des  Wahlausschusses annehm en. erwähne n u r  noch, daß  es n u r  ein M i t t e l  g ib t ,  eine 
gerechte E in te i lu n g  vorzunehm en , und  d a s  ist die 
( D ie  V e rsam m lu n g  w äh l t  die in  der Drucksache V erkürzung  der A rb e i tsze i t ,  d. h. der frühere G e ­
N r .  231  au fgeführ ten  P ersonen .) schäftsschluß, und  eine p rozen tua le  Herabsetzung des 
S trom v erb rauch s .  D a n n  ließe es sich auch sehr leicht 
W i r  kommen n u n m e h r  zu P u n k t  11: erreichen, daß  m an  d ie Schaufensterbeleuchtung ge­
Anfrage der Stadtv. Perl und Gen. betr. Schau­ stattet. D e n n  die ganze B eleuchtung beansprucht n u r  
fensterbeleuchtung. —  Drucksache 230. ca. 5 b is  7 %  des gesamten E lek tr iz i tä tsverbrauchs ,  
und  von diesen 5 b is  7 %  bildet w ied e rum  die 
D ie  A nfrage  la u te t : Schaufensterbeleuchtung n u r  einen geringen  B ruch­
I s t  der M a g is t r a t  bereit, bei der  K o h len ­ teil, zum al  auch h ier von u n s  w iederum  n u r  eine 
stelle G r o ß - B e r l in  dahingehend vorstellig zu Schaufensterbeleuchtung von ganz  geringer  K erz en ­
w erden , daß  die Schaufensterbeleuchtung m it  stärke, von 25 b is  50 K erzen, ve r lang t  w ird .  D a s  
g er inger  Leuchtstärke gestattet w erde? w äre im  V e rh ä l tn i s  zu dem übrigen  V erb rauch  eine 
so m in im a le  F o rd e ru n g ,  daß  m a n  in dieser B e ­
Anfragesteller Stadtv. Perl: M e in e  D a m e n  ziehung nicht kleinlich zu sein brauchte. E s  ginge 
und  H e r re n !  I c h  hä t te  diese F r a g e  nicht gestellt, schon, w enn  m an  n u r  wollte!
w enn  durch ihre E r fü l lu n g  ein g rößerer  Verbrauch 
von K ohlen  sta t tf inden  m üßte ,  und  in der vorigen  Magistratsastessor Gluck: M e in e  D a m e n  und  
S i tz un g  habe ich schon e rk lär t ,  d aß  w ir  u n s  in  dieser H erre n !  I c h  habe bei der Kohlenstelle G r o ß - B e r l in  
B ez iehung  bescheiden wollen. W i r  huben d a m a ls  in  der vorletzten S i tz un g  des Verbandsausschusses 
em pfohlen, entweder eine Beschränkung der S e i t  v o r ­ die Bereitschaft des M a g is t r a t s  ausgesprochen, die 
zunehm en, d. H. e inen  f r ü h e re n , Ladenschluß e in­ Schaufensterbeleuchtung a n d e rs  zu gestalten, sie eben 
tre ten  zu lassen, oder  eine p rozen tua le  Herabsetzung m i t  geringerer Leuchtstärke zu gestatten. E in s t im m ig  
des S tro m v erb rau ch es .  Diese beiden W ege w ären  ha t  aber der  K ohlenverband  G r o ß - B e r l in  diesen A n ­
geeignet, eine gerechte B as is  zu bilden, und  m an  t rag  gegen meine S t im m e  abgelehnt und  au f  die 
könnte es dabei ru h ig  den Gew erbetre ibenden  über­ beispiellose K ohlenno t  hingewiesen, obw ohl der 
lasten, wie sie den S t r o m  verbrauchen. D e n n  es K ohlenverband  a u f  dem S ta n d p u n k t  steht, daß  die 
kommt nicht d a ra u f  an , wie der S t r o m  »erbraucht C h ar lo t tenb u rg e r  G esch äfte , namentlich die kleineren 
w ird ,  sondern n u r  da rau f ,  wieviel verbraucht w ird , Geschäfte, sich sehr einschränken werden , und  a u f  die 
u nd  d a ß  eine K oh len e rsp a rn is  erreicht w ird . G efahr  der W arenhäuser  und  die G efa h r  der p r i n ­
M e in e  D a m e n  und  H erren , ich habe gesagt, zipiellen Durchbrechung der V e ro rd n u n g  vom  
daß  w ir  es begrüßen  w ü rden ,  w enn  der 6-Uhr- 3. S e p te m b e r  1919 aufm erksam  macht. D e r  
Ladenschluß n u n  endlich e inm al  käme. T e r  6-Uhr- K ohlenverband  sieht sich zu seinem B e d a u e rn  a u ß e r ­
Ladenschluß w ürde  a m  ehesten im Gefolge haben, daß stande, an  seinen A n o rd n u n g e n  e tw a s  zu än de rn ,  so­
e ine g roße  E r s p a rn i s  von  K ohlen  erreicht werden lange sich die E ing äng e  nicht a n d e rs  gestalten. S o ­
würde. H e r r  Kollege W ils ,  der in  einer unserer V e r ­ bald d a s  Weihnachtsgeschäft kommt u nd  die E i n ­
sam m lungen  zugegen war, w ird  m i r  auch bestätigen gänge sich bessern, könnte m a n  einen d e ra r t igen  A n ­
können, daß  von  den kleinen Gew erbetre ibenden  a u s  t ra g  beim  K ohlenverband  wieder einbringen . Z u r ­
der Textilbranche einstim m ig  die F o rd e ru n g  nach zeit ist er abgelehnt worden . D e r  K ohlenverband  
dem 6-Uhr-Ladenschluß erhoben w orden  ist. M a n  sieht sich sogar noch v e ran laß t ,  weitere M a ß n a h m e n  
sollte doch m einen , d aß  dem stattgegeben w ürde , zu ­ zu treffen und  Einschränkungen bei den K in o s  v o r ­
m a l  die Angestellten m e in es  W issens den 6-U hr- zunehmen. I c h  konnte also leider n ichts  erreichen, 
Ladenschluß doch auch begrüßen  w ürden . D ie  A n ­ trotzdem der M a g is t r a t  den A n t ra g  b e fü rw o rte t  hat .
gestellten und  K le inhänd le r  zusam men m ü ß te n  aber 
doch ein F a k to r  sein, dem m a n  Rechnung tragen  Vorsteher Dr. Borchardt: D a m i t  ist die A n ­
m ü ß te ,  und  es ist daher z u m  mindesten v e rw under­ gelegenheit erledigt.
lich, daß  diesen Wünschen nicht entsprochen w ird . W ir  kommen zu P u n k t  12:
M e in e  D a m e n  u n d  H erren , nicht n u r  dieser 
eine G r u n d ,  auch andere  G rü n d e  haben u n s  bei der Anfrage der Stadtv. Dr. Krüger und Gen. betr.
S te l lu n g  dieser A nfrage  geleitet. D ie  G roßbetr iebe  Schloßgarten. —  Drucksache 217 .
z. B .  haben die Reklam e, die Presse zur  V e r fü g u n g ;  
d a s  einzige M i t t e l  des H andw erks  und  des G e ­ D ie  A nfrage , die bere i ts  in  der letzten S i tzung  
w erbes, sich ü b e rh aup t  bei dem P u b l ik u m  bekannt zu begründet w o rden  ist, la u te t :
machen u nd  ihm  Leistung, E ig e n a r t  und  Q u a l i t ä t  Welche S ch r i t te  gedenkt der M a g is t r a t  
vo rzu füh ren ,  ist d a s  Schaufenster, und  gerade in zu tu n ,  u m  den Z u s tä n d e n  der U n o rd n u n g  im  
dieser Z e i t ,  wo jedem, auch der R e g ie ru n g ,  so viel S c h lo ß g a r te n  ein E n d e  zu b e re i ten?
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.