Path:
Periodical volume 5. März 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

Sitzung am 5. März 1919
G rü n d e n  der verschiedenen W eltauffassung, nicht Stadtv. Gebert: Ic h  möchte beantragen , auch 
a b er au f G rü n d e n  irgendw elcher persönlichen A u f­ hier die W ahl durch Z u ru f  vorzunehm en, und schlage 
fassungen ru h t. W ir  müssen in  -dem sachlichen G eg­ I h n e n  vor, H errn  B ureauvorsteher B ra n d t zum 
n er auch zu jeder Z e it «den persönlichen E h re n m a n n  S chriftführer der V ersam m lung zu w ählen.
anerkennen und ehren .
W enn S i e  d a s  tu n , verehrte  Anw esende, dann  Vorsteher Dr. Borchardt: Ic h  frage, ob sich
w erden S i e  den sachlichen und  gegensätzlichen A u s ­ gegen die W ah l durch Z u ru f  W iderspruch erhebt. —  
einandersetzungen h ie r  oft eine v e rb itte rnde  S chärfe  D a s  ist nicht der F a l l .  Auch gegen den  Vorschlag 
nehm en. D a n n  aber w erd en  S i e  auch m ir , der ich selbst w ird  E inspruch nicht erhoben. Ic h  erkläre so­
d a s  A m t d es Vorstechers nicht a l s  der E rw ä h lte  e ine r m it H e rrn  B ra n d t ,  a l s  zum  S c h rif tfü h re r  der V e r­
G ru p p e  führen  w ill  und  führen  m uß , sondern der ich sam m lung gew ählt.
mich a ls  V orsteher der ganzen V ersam m lu n g  fühlen 
m uß , die F ü h ru n g  des A m te s  wesentlich erleichtern, Stadtv. Dr. Hertz: M eine  F re u n d e  haben  bei 
und um  diese U nterstützung I h r e r s e i t s  b itte  ich S ie . der W ah l des V o rs teh ers  und  der beiden S te llv e r tre ­
ter weiße S t im m z e tte l  abgegeben. S i e  h a lten  es 
(B ra v o !) fü r  nö tig , diesen S c h r itt  kurz zu begründen . E r  e n t­
hä lt kein persönliches M iß tra u e n sv o tu m  gegen die 
W ir  kommen jetzt zur vorgeschlagenen H erren , sondern er e n tsp rin g t unserer 
allgem einen U eberzeugung! e r  dankt lediglich sach­
W a h l  d e r  b e i d e n  W o r  s te  h e r  - S  t e  l l v e r  - lichen G rü n d e n  seine R echtfertigung . W ir  können 
tretet . insbesondere fü r H e rrn  Dr. B o rchard t unsere S t im m e  
t nicht abgeben, w eil d a s  V erh alten , d ie  grundsätzliche 
Nach dem A n tra g , der -vorhin angenom m en w orden S te llu n g  seiner F ra k tio n  u n s  d a ra n  h in d ert. I n s ­
ist, müssen diese beiden -V orsteher-S te llvertre ter in  besondere is t  e s  die Tatsache, d aß  die sozialdem o­
einem  W ahlgang  gew äh lt w erden. Ic h  b itte  S i e  kratische F ra k tio n  in  ih re r S itzung  am  M o n ta g  ver­
also, au f einen  Z e tte l zwei N a m en  zu schreiben, die u rte ilende  S te llu n g  zu dem  gegenw ärtigen  politischen 
ich d a n n  e insam m eln  lassen werde. S tre ik  genom m en h a t, die u n s  zu unserer H a n d ­
lungsw eise bestim m t. D iese P ro k la m a tio n  fo rd ert 
(D ie  W ahl erfolgt. D a s  E rg e b n is  w ird  e rm itte lt.) die A rbe ite r au f, sich dem S treikbeschluß ih re r recht­
m äßig  gew ählten V e rtre te r  nicht zu fügen.  _
E s  sind 75 S tim m z e tte l  abgegeben w orden, d a r­
u n te r  14 w eiße, also ungü ltige . E s  bleiben 61 gü ltige  (Z u ru f :  D a s  ist nicht w ah r! —  Lebhafte R u fe :  Z u r  
S t im m z e tte l  ü b rig , die sämtlich die beiden N am en  G eschäftsordnung!)
Dr. F rentzel und M a rz a h n  tragen . D ie  beiden 
H erren  w ären  d a m it gew äh lt. I c h  frage H e rrn  
Dr, Frentzel, ab er die  W ah l an n im m t. Vorsteher Dr. Borchardt (un terb rechend ): H err 
Kollege, ich möchte I h n e n  möglichst w eitgehende 
(S ta d tv .  Dr. F re n tze l: I c h  nehme die W ahl a n !) W o rtfre ih e it gestatten ; ich kann aber nicht zugeben, 
daß S i e  im  R ah m en  der B e g rü n d u n g  I h r e r  S t e l ­
Ic h  frage auch H e rrn  M a rz a h n , ob e r d ie  W ah l a n ­ lungnahm e z u r W ah l h ier nach vollzogener W ahl 
n im m t. eine D ebatte  entfesseln, die m it  diesem G egenstände 
nichts zu  tu n  h a t. Ic h  b itte  also, daß S i e  sich im 
(S ta d tv .  M a rz a h n :  Ic h  nehme die W ah l a n ! )  R ahm en  dieser E rk lä ru n g  e tw a s  Beschränkung au f­
erlegen, um  nicht eine politische D eb a tte , d ie  g a r 
W ir  kom m en d an n  zur nicht zu diesem P u n k te  gehört, zu entfesseln.
W a h l  d e r  4 B e i s i t z e r . (S e h r  richtig!)
Stadtv. Gebert: V ereh rte  A nw esende! W ir Stadtv. Dr. Hertz (fo rtfa h re n d ): E in e  politische 
möchten hi^r bei dieser W ah l vorschlagen, sie durch D eb a tte  lieg t u n s  fern . D iese E rk lä ru n g  sollte vor 
Z u ru f  vorzunehm en,- u n d  ich möchte I h n e n  auch der W ah l erfolgen;
gleichzeitig die N am en  der B etreffenden bekanntgeben, 
die w ir  I h n e n  vorschlagen, u nd  zw ar H e rrn  Dr. B rix , (R u fe : N a  also!)
F ra u  Nem itz, H errn  Panschow  u n d  H errn  W ilk.
aber die W ahl ist so rasch in A ngriff genomm en 
Vorsteher Dr. Borchardt: D a  ich andere  N am en  worden.
nicht m ehr höre und gegen die  W ah l durch Z u ru f  
W iderspruch nicht erhoben ist, erkläre ich die ge­ (G ro ße  H eiterkeit.)
n a n n te n  P ersonen  fü r  gew ählt.
(T ie  G ew ählten  erklären die A nnahm e der W ah l.) D er Beschluß au f E in tr i t t  in  den G eneralstreik ist —  ich halte d a s  aufrecht —  m it Zustim m ung der A nge­
hörigen der sozialdemokratischen F ra k tio n  gefaßt 
W ir  hä tten  nunm ehr noch, indem  w ir  zuni d r i t ­ w orden. E r  ist fernerhin  von der Gewerkschafts­
ten P u n k t der T ag eso rd n u n g  übergehen, h ie kommission, der G esam tvertretung aller B e rlin e r 
gewerkschaftlich organisierten A rbeiter, unterstützt 
Wahl des Schriftführers worden,
vorzunehm en. (Z u ru f : W as soll d a s? )
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.