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Periodical volume 15. Oktober 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 15. Oktober 1919
ich, nachdem ich die drei Namen eingezeichnet hatte, Dingen Charlottenburger Frauen oder Mädchen dort 
Herrn Skaller als ersten Namen hinzugefügt. Aufnahme finden, damit wir nicht in Charlottenburg 
Kasten für die Provinz aufzubringen haben, wie es 
(Zurufe.) früher war. Früher fanden in Westend eine große 
Anzahl Mädchen Aufnahme, die von weither zugereist 
Stadtv. Frau Nemitz (zur Geschäftsordnung): kamen, um sich dort entbinden zu lassen. Es liegt 
Meine Herren und Damen! Ich stelle fest, daß Herr durchaus nicht im Interesse der Charlottenburger 
Wilk eine Rednerliste geführt hat, tw  sämtliche teucrzahler, daß sie dafür M ittel aufbringen. 
Punkte vermerkt waren, zu denen sich die Redner Außerdem ist diese Verbindung zwischen Mutter und 
schon gemeldet hatten. Ich habe mich noch^gefreut, Kind, die bis zu sechs Jahren dauern soll, auch nicht 
daß es so übersichtlich war, und wollte diese Führung besonders günstig für die Stadt, weil in dieser Zeit 
der Rednerliste nachahmen — bis auf die Unregel­ die betreffenden Mütter natürlich das Armenrecht 
mäßigkeit. Sie werden auch aus der Rednerliste erwerben und wir weiter für sie zu zahlen lhaben. 
feststellen können, daß oben drüber jetzt Herr Skaller Auf jeden Fall müssen wir uns dagegen schützen, daß 
gestellt worden ist. wir Kosten aufzubringen haben, die eigentlich andere 
Gemeinden zu tragen haben.
(Zuruf: Das hat er ja zugegeben !>
Stadtv. Frau Deutsch: Ich möchte die Vorlage
Borsteher-Ttellv. Dr. Frentzcl: Die Tatsache besonders unterstützen, indem ich ihr einen Wunsch 
wird auch gar nicht bestritten. Soweit ich verstan­ hinzufüge. Die Mädchenfortbildungsschule hat in 
den habe, hat Herr Kollege Wilk angenommen, daß allen ihren Abteilungen den Säuglingspflegeunter- 
seine Aufstellung irrtümlich war und daß Herr richt ungefähr seit fünf Jahren eingerichtet. Dieser 
Skaller sich vorher gemeldet hatte. Es wird wahr­ Unterricht muß praktisch betrieben werden, wenn er 
scheinlich jetzt sehr schwer aufzuklären sein, und eine überhaupt etwas nützen soll, und da ist die Schule 
mala fides ist doch wohl nicht anzunehmen. immer in Verlegenheit gewesen, wo sie die Stätte 
finden könnte, in der die jungen Mädchen ihre prak­
Stadtv. Wilk (zur Geschäftsordnung): Ich tische Ausbildung bekommen. Unter allen Säuglings­
möchte noch einmal hervorheben, daß mich Herr heimen ist das Westender Säuglingsheim vorzugs­
Kollege Skaller extra darauf hinwies, daß er sich weise bereit gewesen, die jungen Mädchen zu diesen 
schon einmal gemeldet hätte. Infolgedessen mußte Uebungen aufzunehmen, und es hat auch eine 
ich ihn nachtragen. Es lag keineswegs eine böswillige ‘  chwester zur Verfügung gestellt, die den erwähnten 
Absicht vor. Es wird hier ganz korrekt nach der Lifte theoretischen Unterricht an der Mädchenfortbildungs­
verfahren. schule erteilt. Ich habe sonst große Mühe, diese Aus­
bildungsstätte zu finden, müßte mich nach Wilmers­
(Zurufe: Nachher!) dorf oder Grunewald wenden, ob da noch die Mög­
lichkeit besteht, die jungen Mädchen auszubilden. 
— Freilich ist es nachher geschehen, iveil Herr Wenn die Stadt Charlottenburg das Säuglingsheim 
Skaller mir gesagt hat, daß er sich schon vorher als Westend zukünftig übernehmen wird, dann hoffe ich, 
erster zum Worte gemeldet hätte. daß dort in weitem Maße für die Ausbildung in 
der Säuglingspflege für die Fortbildungsschülerinnen 
Borsteher-Ttellv. Dr. Frentzel: Ich möchte den gesorgt wird. Von diesem Gesichtspunkt aus bitte 
Vorschlag machen, nachdem Herr Kollege Wilk die ich, die Vorlage anzunehmen.
Erklärung abgegeben hat, daß eine böse Absicht ihm 
ferngelegen hat, die Sache auf sich beruhen zu lasten. Stadtv. Frau Nemitz: Meine Herren und
Ich möchte aber der Vorsicht halber die Herren Damen! Auch meine Parteifreunde stimmen der 
Schriftführer bitten, sich die Meldungen immer Vorlage zu, aber mit der Begründung, daß es eine 
schriftlich geben zu lassen und sie gleichzeitig zu unbedingte Notwendigkeit ist, daß der Magistrat 
numerieren, damit gegenüber späteren Anzweiflun­ ernste Schritte unternimmt, um so schnell wie mög­
gen die Reihenfolge einwandfrei festgestellt ist. Das lich dieses Mütter- und Säuglingsheim sein eigen zu 
ist eine Praxis, die wir in der Landesversammlung nennen. Der Mutterschutz darf nicht in letzter Linie 
z. B. immer befolgen, weil es sonst leicht zu 93er betrieben werden. Von den Einrichtungen in einer 
Wahrungen und Mißhelligkeiten führen könnte. Ob­ Kommune hängt die Gesundheit für Mutter und 
wohl der Vorsitzende dort das Recht hat, die Redner­ Sind ab. Wir bitten um so dringender, daß der 
liste selber festzusetzen, werden die Rednermeldungen Magistrat schleunige Schritte unternehme, weil wir 
numeriert, damit die Reihenfolge auf alle Fälle fest­ sonst — wie wir das schon in der Gesundheitsdepu- 
liegt. Ich möchte also raten, auch so zu verfahren, wtion gehört haben — Gefahr laufen, immer 
obgleich das in unserer Geschäftsordnung nicht vor­ größere Mittel bewilligen zu müssen. Denn mit 
gesehen ist. Ich darf wohl annehmen, daß hiermit einer einmaligen Bewilligung ist es nicht abgetan. 
der Vorfall erledigt ist. Diese Privatwohifahrtspflege wird immer und immer 
wieder an uns herantreten. Wir bitten daher, die 
Stcchtv. Dr. Stephan: Meine Damen und Sache nicht auf die lange Bank zu schieben.
Herren! W ir werden der Vorlage zustimmen, ohne Wir bringen gleichzeitig zum Ausdruck, daß es 
uns jedoch dadurch festzulegen. I n  welcher Weise wir eine Notwendigkeit ist, besonders jetzt, wo alles in 
später bei der eventuellen definitiven Uebernahme der Anstalt darniederliegt, dieselbe zu kontrollieren. 
... .. i ts cer „h:"n werden, kann sich erst nach >zch muß erst all die Klagen, die erhoben worden 
genauer Prüfung der Angelegenheit ergeben. Ich sind, näher prüfen, bevor ich sie hier vortrage. Aber 
mochte noch den Wunsch aussprechen, daß vor allen eins steht doch fest: wenn das Unternehmen Fiasko
        
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