Path:
Periodical volume 15. Oktober 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

477
Sitzung am 15. Oktober 1919
Stadtv. Heidrich: Ich möchte den Magistrat W ir beantragen:
nochmals fragen, wie es kommt, daß in dieser Vor­ 1. den H L  Rang (Seite) und IV . Rang von der 
lage wieder der Ausdruck Kleinwohnungsleichtbauten Preiserhöhung auszunehmen und dafür O r­
enthalten ist. Es würbe uns in der letzten Aus­ chester, Parkett und I. Rang entsprechend höher 
sprache darüber ausdrücklich versichert, daß dieser zu belasten;
Ausdruck irrtümlich in die Vorlage hineingekommen 
sei. W ir finden ihn aber heute wieder. Es handelt 2. den Magistrat zu ersuchen, unter Zuziehung 
sich doch tatsächlich nicht mehr um Kleinwohnungs- der zuständigen Deputation sich mit der Lei­
le ic h t  bauten, sondern um M a s s i v  bauten. Ich tung des Deutschen Opernhauses zwecks durch­
möchte wissen, ob das ein Irr tu m  ist, oder ob dieser greifender Schritte gegen den Billetthandel in 
Ausdruck bewußt in die Vorlage hineingekommen ist. Verbindung zu setzen;
3. an die Leitung des Deutschen Opernhauses 
heranzutreten wegen Veranstaltung billiger 
Stadtbaurat Seeling: Dieses Wort kann ebenso Volksvorstellungen, deren Karren durch die 
gut gestrichen werden; die Sache ist genau dieselbe. Charlottenburger Gewerkschaftskommission aus­
zugeben sind;
Stadtv. Dr. Hertz: Ich beantrage nach dieser 4. in Erwägung einzutreten wegen Abänderung 
Erklärung des Magistrats, überall da, wo „Klein- des m it Herrn Direktor Hartmann ge­
wohnungs le ic h t  bauten" steht, „Kleinwohnungs- schlossenen Vertrags.
ma s s i v  bauten" zu setzen.
Stadtv. Dr. Borchardt: Meine Damen und
Ttadtbeiurat Seeling: Das geht zu weit, meine Herren! Meine Freunde verkennen nicht die Lage 
Herren, das können w ir nicht. Unter Massivbauten des Opernhauses, die zu dem Antrag der Direktoren 
versteht man doch mindestens den normalen Wohn­ des Opernhauses geführt hat, und meine Freunde 
hausbau, und ein normaler Wohnhausbau kann jetzt verkennen auch nicht, daß es angesichts der gegenwär­
überhaupt nicht durchgeführt werden. W ir werden tigen Lage des Opernhauses notwendig ist, recht 
aus Ziegeln hergestellte Wände bauen: aber das, was schnell die neuen Preise zu bewilligen. Trotzdem 
man unter Massivbauten versteht, können w ir nicht sehen sich meine Freunde veranlaßt, den Antrag zu 
herstellen. stellen, die ganze Vorlage noch einmal in einem Aus­
schuß von 15 Mitgliedern zu beraten.
Stadtv. Dr. Stadthagen (zur Geschäftsordnung): Meine Freunde wissen sehr wohl, daß es sich 
Es dürfte richtig sein, den Antrag zu stellen — und bei dein Opernhaus um Sein oder Nichtsein handelt, 
ich stelle ihn hiermit — , die Silbe „leicht" zu daß mit den gegenwärtigen Eintrittspreisen das 
streichen. Opernhaus angesichts derjenigen Forderungen, die 
jetzt bereits an das Unternehmen gestellt worden 
sind und die, wenn auch nicht in voller Höhe von 
(Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 639 000 dH, so doch zu einem beträchtlichen Teil 
des Magistrats unter Streichung der Silbe „leicht" dieser Summe werden erfüllt werden müssen, und 
in dem Worte „Kleinwohnungsleichtbauten", wie angesichts der sicheren Voraussetzung, daß noch im 
folgt: Laufe des Spieljahres wettere Anforderungen an 
Für die auf dem städtischen Gelände zwischen das Unternehmen werden gestellt werden, nicht weiter 
der Niebuhrstraße und der Stadtbahn zu er­ bestehen kann. Bei dieser Sachlage liegt die Frage 
richtenden Kleinwohnungsbauten wird ein einfach so: sollen w ir auf den bisherigen E in tritts ­
weiterer Betrag von 1 000 000 J ( vorschußweise preisen bestehen und das Defizit, das dann ganz un­
bewilligt.) vermeidlich ist. von seiten der Stadt tragen. Wenn 
auch in den Reihen meiner Freunde durchaus Nei­
Borsteher-Stellv. Dr. Fventzel: W ir kommen gung vorhanden ist, für künstlerische Unternehmungen 
zu Punkt 7: städtische Opfer in bedeutend höherem Maße zu bringen, als das bisher geschehen ist, so halten meine 
Vorlage betr. Schaffung von Büroräunicn im Rat­ Freunde doch den gegenwärtigen Zeitpunkt für den 
haufe. — Drucksache 227. allerungeeignetsten, gerade die Stadt noch mit wei­teren sehr erheblichen Unkosten für ein solches künst­
(Die Versammlung beschließt nach dem Antrage lerisches Unternehmen zu belasten. Deswegen sind 
des Magistrats, wie folgt: meine Freunde -der Meinung, daß eine Erhöhung der Eintrittspreise wird eintreten müssen, sogar 
Die Kosten für Schaffung von weiteren Büro­ schnell wird eintreten müssen.
räumen im Rathause werden in Höhe von Wenn meine Freunde trotzdem die Sache noch 
300 000 d l aus den für Notstandsarbciten be­ in einem Ausschuß beraten wollen, so einmal des­
willigten, durch anderweite Ersparnisse frei ge­ wegen, weil eine ganz unmittelbare Not nicht bevor­
wordenen Mitteln zur Verfügung gestellt.) steht. Denn die Verwaltung des Opernhauses hat. 
der Not gehorchend, entgegen dem Vertrag m it der 
Punkt 8: Stadt die erhöhten Eintrittspreise, die sie fordert, 
schon seit einiger Zeit erhoben, und die Deputation 
Vorlage betr. Aenderung der Eintrittspreise im und der Magistrat haben, der Sachlage Rechnung 
Teutschen Dpernhausc. — Drucksache 228. tragend, nachträglich dazu die Zustimmung erteilt, 
und auch die Stadtverordnetenversammlung wird ja 
Hierzu liegt der Antrag der Herren Dr. Broh, nicht anders können, als vorläufig der Verwaltung 
Seidel, Hilfe, Janus und noch verschiedener anderer die Ermächtigung zu erteilen, m it diesen erhöhten 
Herren vor, der lautet: Preiien zu wirtschaften, bis die Vorlage formell er-
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.