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Periodical volume 1. Oktober 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 1. Oktober 1919
andererseits die F ra g e  der S icherheilsbeleuäitung  noch W ir  kommen zu P u n k t 19 -der T ag eso rd n u n g :
nicht geklärt w ar, und ich a u s  diesem G ru n d e  hier 
nochm als hierzu S te llu n g  nehmen musste. D ie  B e ­ Anfrage der Stadtv. Klick und Gen. betr. Abgabe von 
m erkungen d es H errn  S ta d tv . Dr. S ta d t  hagen w aren  Lcdersohlcn. —  Drucksache 219.
daher nicht am  Platze. D ie  A nfrage lau te t:
(D ie  Besprechung w ird geschlossen.) I n  e iner in  der -heutigen S itzung  aus- 
f liegenden Zuschrift a n  die  S ta d tv e ro rd n e te n v e r­
Stadtv. Bi'ct)cr I (persönliche B em erkung): sam m lung beschweren sich die  a n  ider X . G e­
M eine  D am en  u nd  H erren !' H e rr S ta d tv . P e r l  hat meindeschule angestellten Lehrkräfte, d aß  der 
m ir  zu r Last gelegt, daß  ich die V erhand lung  seiner M a g is tra t den B eam ten , P rivatd ienstverpflich- 
A nfrage in der letzten S tad tverordnetensitzung ge­ teten u n d  S ta d ta rb e ite rn  Ledersohlen verkauft 
stört hätte. Ic h  d a rf dem gegenüber doch bemerken, -habe.
d a ß  H e rr S ta d tv :  P e r l  m einen E in flu ß  in  d e r V er­ Welche G rü n d e  haben den  M a g is tra t v e ran ­
sam m lung wesentlich überschätzt. Ich  habe lediglich laß t, an die V orgenann ten  d ie  S o h le n  abzu ­
einen A n tra g  auf Absetzung sämtlicher A nfragen  ge­ geben und die  M in d erb em itte lten , K riegsbe­
stellt, und dieser A n tra g  ist von der S ta d tv e ro rd n e te n ­ schädigten und K riegsh in terb liebenen  hiervon 
versam m lung einstim m ig ohne D ebatte  angenom m en auszuschließen?
w orden. W enn  H err Kollege P e r l ,  vielleicht gegen I s t  -der M ag is tra t bereit, die A nfrage zu b e an t­
seine Absicht, - to n e n  W iderspruch erhoben hat, so be­ w orten?
weist ,das lediglich, daß er diesem V organg  nicht den- 
semgen E rn st und d ie  gespannte Aufm erksam keit zu­ (Z u ru f  vom  M agistratstisch: J a w o h l! )
gewendet -hat, d ie  e r  von der gesamten V ersam m lung  
fü r  seine a llerd ings sa im m er hochbedeutsamen A u s­ Fragesteller Stadtv. Klick: M e in e  D am en  und 
führungen  beansprucht. H erren! I n  der letzten S tad tvero rdnetensitzung  lag 
D a ß  H e rr S ta d tv . P e r l  bei seinem A n g riff  ohne eine Beschwerdeschri'ft 'des L ehrkörpers der X . G e­
jeden Z usam m enhang  m it der Sache m eine berufliche meindeschule au s, wonach er sich gegenüber den B e ­
Eigenschaft herangezogen h a t. beweist des w eiteren, am ten  u n d  städtischen A rbeitern  deshalb zurückgesetzt 
■daß er zu r E rte ilu n g  von B elehrungen  über d as , w as fühle, Weil diese vom  M a g is tra t b illige Ledersohlen 
geschmackvoll ist oder nicht, sicherlich nicht besonders e rhalten  hätten . N u n  sind w ir ja die  letzten, die 
q u a lif iz ie r t ist. schließlich den städtischen B eam ten  und  A rbeitern  nicht d ie  billigen Lederiohlen gönnen. A ber der M a ­
W enn  er schließlich erklärt ha t, seine F reu n d e  g istra t hätte  die  P flich t gehabt, zu untersuchen, ob 
h ä tten  heu te  die  Konsequenz a u s  jenem V orgänge nicht in  C harlo ttenburg  e in  T e il d e r B evölkerung 
durch die A bgabe w eißer S tim m z e tte l 'bei e iner W ahl noch notleidender ist a ls  die städtischen B eam ten . E s  
gezogen, so kann  ich ih m  fü r  m eine P e r lo n  —  ich g ib t so viel K riegerfrauen, die  auch m al billige Leder- 
darf in  e in e r persönlichen Bem erkung n u r  fü r meine sohlen gebraucht hä tten . Ic h  möchte -den M a g is tra t 
P e rso n  sprechen —  die ihn gew iß beruhigende V e r­ fragen, w arum  er nicht diese P ersonen  berücksichtigt, 
sicherung geben, daß  mich diese Rache nicht geschmerzt sondern auf die bessergestellten B eam ten  und P r iv a t-  
hat. dienstverpflichteten zurückgegriffen hat, u n d  schließlich: 
w arum  er auch die L ehrer bei dieser V erte ilu n g  der 
Stadtv. Perl (persönliche B em erkung): .Herr Ledersohlen nicht berücksichtigt h a t . .
Kollege M eqer h a t h ier erklärt, d a ß  er zw ar den A n ­
trag  eingebracht, aber d ie  S tad tv e ro rd n eten v ersam m ­ Magistratsvertreter Direktor D r Badtke: M eine  
lung  H m  zugestim m t habe. E r  m ein t also, daß er D am en  und .Herren! E s  kommt bisw eilen  vor, daß 
bei der Sache ganz unschuldig sei. A ber gesetzt den dem M ag istra t L ebensm ittel oder andere W aren  z u ­
F a ll ,  d a ß  dem  so Ware, so bleibt doch immer, noch der geteilt oder angeboten w erden, d ie  ih re r M enge nach 
B o rw u rf  berechtigt, d aß  .e r  diesen A n trag  eingebracht v ir  eine V erte ilung  an die gesamte B evölkerung nicht 
hat, u n d  e r ha t ihn eingebracht, obwohl er im in F ra g e  kommen, weil sie eben fü r eine G esam tver­
N ebenberuf auch noch M in iste r ist, te ilung nicht a u s m ä s tn . E s  w äre m eines E rach tens 
nicht richtig, wenn Wir derartige Z u te ilu n g en  oder 
(G ro ß e  H eiterkeit) Angebote, vorausgesetzt, d a ß  die  W are n  gu t und  
p re isw ert sind u n d  daß  fü r sie ein  B ed arf vorhanden 
—  vorläufig  zw ar erst U nterstaatssekretär ist, und ist, ablehnen, weil eben nicht die gesamte B evölkerung, 
obwohl ihn  gerade a ls  U nterstaatssekretär diese F rage  sondern n u r  e in  T e il derselben d a m it bedacht w erden 
h ä tte  interessieren müssen. W enn  er trotzdem diesen kann.. S o  lagen die V erhältn isse auch bei d e r  V e r­
A n tra g  eingebracht h a t, so ist d as  eine Geschmacks­ teilung  der Ledersohlen, d ie  u n s  zu r V erfügung  
sache, über die ich m it dem Kollegen M ener nicht standen.
stre iten  möchte. E s  w urde u n s  im  J a h re  1917 ein P o sten  Leder- 
sohlen zugewiesen, der fü r e ine  V e rte ilu n g  a n  die ge­
Vorsteher Dr. Vorchordt: D a m it  ist d e r G egen­ samte B evölkerung bei Weitem nicht ausreichte. Es  
stand erledigt. handelte sich um  ru n d  8 000  Ledersohlen, die fü r  eine 
Ic h  habe noch m itzu te ilen , d aß  fü r den A u s ­ V erte ilung  a n  die gesam te B evölkerung bei ungefähr 
schuß. -der zu P u n k t 16 beschlossen ist. vorgeschlagen 310 000  E in w o h n ern  g a r  nicht in  F ra g e  kommen 
sind die S ta d tv .  B o llm an n , F r a u  Deutsch. Herzog, konnten. Ic h  füge gleich h inzu , d aß  Wir bei d e r  Z u ­
H orlitz, K a rre r, Kley, Klick, Kloka, M arcu ie . M eyer J, te ilung  dieser S o h le n  im  J a h r e  1917 g a r  nicht da rau f 
Panschern, S e ife rt , Dr. S ta d th a g en , Suse  und Tost. rechnen konnten, d a ß  u n s  2 J a h r e  später u n erw arte t 
—  Ic h  stelle fest, d a ß  diese D am en  u n d  H erren ge­ ein a llerd ings viel kleinerer P o sten  —  es handelte 
w ählt sind. sich um  3000  P a a r  S o h le n  — ' nochm als zugewiesen
        
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