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Periodical volume 3. September 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

Sitzung am 3. 1September 1919
Infolgedessen sind erst in diesen Tagen die ersten/ wegen der anderweitigen Unterbringungsmöglichkeü 
Wohnungen fertig geworden, inzwischen auch zum der Kriegsgesellschaften, langsam fort. Sie wird 
Teil bezogen. Wenn nun nicht wieder unvorher­ weiter mit allem Nachdruck bearbeitet werden: nöti­
gesehene Hindernisse eintreten — diesen Vorbehalt genfalls wird der Magistrat mit besonderen gesetz­
müssen wir nach den Erfahrungen, die wir auf lichen Ermächtigungen im Zwangswege gegen die 
diesem Gebiet gesammelt haben, machen —, so wer­ Gesellschaften vorgehen müssen, die nachgewiesene 
den voraussichtlich diese 128 Wohnungen in diesen Möglichkeiten, ihre Büros anderweitig unterzubrin­
Leichtbauten zum 1. Oktober in vollem Umfang be­ gen, nicht voll ausnutzen.
ziehbar sein.
Richtig ist, daß mit einer weiteren Verschärfung 
Wegen der außerordentlichen Verzögerung, die der Wohnungsnot für die nächste Gegenwart noch zu 
die Fertigstellung dieser 128 Wohnungen in diesen rechnen ist. W ir leiden gegenwärtig ganz besonders 
Leichtbauten erfahren hat, Hot der Magistrat schon im darunter, insbesondere infolge Zuzuges von Deut­
frühen Frühjahr andere Behelfsbauten in Angriff schen aus den besetzten Gebieten im Westen und aus 
genommen, und zwar Holzbarncken, weil man hoffen den gefährdeten Gebieten im Osten. Ob es uns ge­
durfte, daß diese Holzbaracken, die von der M ilitä r­ lingen wird, über den 1. Oktober mit den zur Ver­
verwaltung zu übernehmen waren, sich in verhältnis­ fügung stehenden Möglichkeiten glatt hinwegzukom­
mässig kurzer Zeit würden ausstellen lassen. Das ist men, steht dahin. Es ist sa bekannt, dass wir eine 
auch gelungen, und wir haben eine ganze Anzahl Statistik nach der Richtung eingeleitet haben, um 
solcher Holzbauten an verschiedenen Stellen der Material zur Ausnutzung bewohnter großer Woh­
Stadt aufgestellt. Die grösste Anzahl der Wohnun­ nungen durch Aufnahme von fremden Personen in 
gen ist bereits bezogen, zum Teil vor Monaten: ein der einen oder anderen Rechtsform zu gewinnen. Ob 
Rest steht noch aus. Es ist auch hier anzunehmen, es insbesondere am 1. Oktober, der sa einen kritischen 
wenn nicht wiederum unvorhergesehene Hindernisse Termin darstellt, möglich sein wird, ohne weitere I n ­
eintreten, -daß alle Wohnungen zum 1. Oktober be­ anspruchnahme der Schulen auszukommen, kann 
ziehbar sein werden. Es werden dann im ganzen in heute mit Sicherheit nicht gesagt werden, weil ein 
diesen Leicht- und sonstigen Behelfsbauten,, Holz­ Teil des Publikums seine Wohnungsbedürfnisse er­
bauten, 264 Wohnungen am 1. Oktober teils be­ fahrungsgemäß erst im letzten Augenblick bei dem 
zogen sein, teils zur Verfügung stehen. Wohnungsamt anmeldet.
Daneben ist sa, wie der Versammlung aus Vorsteher-Stellv. Marzahn: Weitere Wortmel­
früheren Vorlagen bekannt ist, eine Aktion zur Er­ dungen liegen nicht vor: ich schließe die Aussprache. 
richtung von Notwohnungen in gewerblichen Räu­ Damit ist die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung 
men gegangen, die im ganzen einen befriedigenden erschöpft.
Verlauf genommen hat. Dann haben wir versucht, 
Wohnräume durch Exmittierung von Kriegsgesell­ Ich schließe die öffentliche Sitzung.
schaften freizumachen. Diese Aktion ist noch im 
Gange: sie schreitet aus den bekannten Gründen, (Schluß 10 Uhr 30 Minuten.)
        
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