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Periodical volume 3. September 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

Sihung am S. (
M ie te in ig u n g s a m t  gehört habe, im m er a n gen om ­ I m  übrigen  betone ich, daß  ich m it  der A r g u ­
men, daß  in  Betracht gezogen werden soll, wie hoch m e n ta t ion  des H e r rn  V o r re d n e rs  völlig zufrieden 
die S te ig e r u n g  im  Augenblick iifti, also wie hoch der bin. E r  ha t  keinen Zweifel d a ran  gelassen, daß  fü r  
Unterschied zwischen der früheren  und der jetzt zu die katholische Kirche nicht ideelle, sondern r e i n  
zahlenden M ie te  ist. D a  m u ß  nach allen Rechts­ m a t e r i e l l e  G rü n d e  m aßgebend sind.
und B il l igke itsgründen  eine E rh ö h u n g  von beinahe 
1 0 0 %  ungeheuerlich erscheinen. E s  scheint d ies w ie ­ (W iderspruch u nd  U nruhe .)
derum  ein Urteil  zu sein, d a s  zu e iner  K r i t ik  an  
dem G ebaren  des M ie te in ig u n g s a m te s  h ier in  aller Borsteher-Stellv. Marzahn: D a s  W o r t  ist 
Oeffentlichkeit he rausfordert . nicht weiter  gewünscht. H e r r  Dr. Löw enstein  h a t
W e n n  der H e r r  V o rredn e r  m ein t ,  der I d e a l i s ­ bean trag t ,  die V orlage  v or läu fig  nicht zu verab­
m u s  der katholischen Kirchengemeinde sei außerge­ schieden.
wöhnlich g roß  gewesen, d aß  sie w ährend  der K r ie g s ­
zeit die R ä u m e  für  1 450  dl dem M ie te r  belassen ( S t a d tv .  Dr. L ö w e n  st e i n :  D e n  A n t ra g  ziehen 
ha t ,  so m u ß  ich doch sagen, daß  die katholische w ir  zurück!)
Kirchengemeinde sonst nicht fü r  sich in  Anspruch 
n im m t ,  daß  sie ein durchaus kapitalistisches U n te r ­ D a n n  kommen w ir  zu r  A bst im m ung .
nehmen sei, d as  p ro f i t ie ren  m üßte ,  und  daß  sich auch (D ie  V ersam m lu ng  beschließt nach dem A n tra ge  
die katholische Kirchengemeinde bei ihren  sonst des M a g is t r a t s  m i t  g roße r  M e h rh e i t ,  wie folg t:
doch gu ten  E in n a h m e n  m i t  den 1450  dl ganz gut D ie  S te l l e  des S t a d t h a u s h a l t s p l a n s  O r -  
b is  dah in  hä t te  begnügen  können. D a ß  m a n  aber dentl. V erw a l tu n g  K ap . X I V  A nlage  C a/1 
d a r in ,  daß  die katholische Kirchengemeinde aus ein —  H auptausschuß  fü r  Ju g e n d p f le g e  —  w ird  
A ngebot von  3 0 0 0  dl, d a s  ih r  v on  p r iv a te r  H an d  um  3000  dl a u s  lau fenden  M i t t e ln  verstärkt 
gemacht w urde ,  nicht eingegangen ist, also bei einem m i t  der A uflage, daß  dieser B e t ra g  zu r  E r h a l ­
Verdienst von  2 0 0  M jetzt ihren  a l ten  M ie te r ,  der tung  der bestehenden H eim e zu verwenden ist.)
ganz  ideale Bestrebungen  verfolgt, nicht herausgesetzt 
hat ,  —  daß  m a n  d a r in  ein großes  I d e a l  sehen soll, W i r  kommen zu P u n k t  5 :
dafü r  fehlt m ir ,  m u ß  ich sagen, jeder Begriff .  D ie  
Gewerkschaft h a t  in  ihren  R ä u m e n  kein Ju g e n d h e im  Vorlage betr. Annahme eines Vermächtnisses. —
eingerichtet und  h a t  von  ihren R ä u m e n ,  soviel m ir  Drucksache 185.
bekannt ist, nichts abgegeben. I c h  b in  aber über­ (D ie  V ersam m lu ng  beschließt nach dem A n tra ge  
zeugt, daß  sie, w enn  sie e tw as  abgegeben hätte , eine 
solche S te ig e r u n g  nicht vorgenom m en  hätte  und  sicher des M a g is t r a ts ,  wie folg t:
nicht bei e inem gemeinnützigen Zweck, w enn  es sich D a s  von der verstorbenen F r a u  E m il ie  
d a ru m  handelte , daß  ein  doch von  ihr gebilligter M a th i ld e  K um m erle  geb. S chnabel tes tam en­
Zweck d a n n  illusorisch werden würde. M e in e  P a r ­ tarisch ausgesetzte V erm äch tn is  von  5 00 0  dt. 
teigenossen sowohl wie die rechtsstehenden Soz ia lis ten  w ird  angenom m en .)
w ü rden  gegen ein dera r t iges  V orgehen  selbstverständ­ Ic h  darf  wohl in  I h r e m  N a m e n  fü r  die hoch­
lich F r o n t  machen. herzige G abe den verbindlichsten D an k  aussprechen.
Stadtv. Lichtenberg: W enn  alle U eberzeugun­ P u n k t  6 der T a g e s o rd n u n g :
gen d es  H e r r n  Dr. Löwenstein  so g u t  fun d ie r t  sind 
wie die letzte, d a n n  sind sie schlecht fundie rt .  D e n n  Vorlage betr. Nachbewilligungen im Armenhaus- 
er jag t:  die. Gewerkschaft ha t  z w a r  keine Z im m e r  zur haltsplan für 1918. —  Drucksache 186.
V e rfü gu ng  gestellt, ich b in  aber überzeugt, w enn  f i e s  Stadtv. Klick: D e r  V o rla ge  selbst w erden  w ir  
getan  hätte , d a n n  hätte  sie es n u r  in  e inem  idealen unsere Z u s t im m u n g  geben. W i r  vermissen n u r  in  
S i n n e  getan. D a s  ist eine B e h a u p tu n g  sine fun- ih r  e inen P u n k t ,  der seinerzeit im  E ta tsau ssch uß  
damento in  re. Und d a n n  glaube ich, daß  ich a ls  angeregt w o rden  ist. E s  handelt  sich u m  die S te l l e  
P f a r r e r  dieser G em einde  ein wenig  m ehr in  die G eld ­ einer S t a d t ä r z t i n ,  die von  allen P a r t e i e n  im  E t a t s ­
verhältnisse der G em einde  Einblick habe a l s  der H err  ausschuß gewünscht w urde . W i r  möchten an  den 
Dr. Löwenstein . I c h  weiß, d aß  w ir  m i t  einer S c h u l ­ M a g is t r a t  die A nfrage  richten, wie w eit  die V o r ­
denlast von 1 M i l l io n  4 00  0 00  dl belastet sind, und  arbeiten  für  die A nstellung einer S t a d t ä r z t i n  ge­
ich w eiß , daß  ich in  3 J a h r e n  in 150  schlesischen diehen sind.
S t ä d t e n  und  D ö r f e r n  5-psennigweise Geld  zusam ­
mengebettelt  habe, um fü r  unsere Kirche, die vor Stadtrat Goeritz: E s  handel t  sich bei dieser 
40  J a h r e n  für  600  P erso nen  gebaut w orden  ist und  V o rla ge  nicht u m  B ew il l igu ng en  fü r  die Z uk un f t ,  
jetzt für 31 0 00  ausreichen m u ß ,  einen E rw e i te ru n g s ­ sondern u m  N achbewilligungen. In fo lgedessen  
bau  fert igzubringen. konnten  d a m it  irgendwelche F o r d e r u n g e n  fü r  die 
Z u k u n f t  nicht verknüpft werden. W a s  die v on  dem  
Stadtv. Dr. Hertz: I c h  stelle gegenüber dem V o r ­ H e r rn  V o r re d n e r  angeregte  F r a g e  betr iff t ,  so h a t  
redner  fest, w a s  m e inem  Kollegen Dr. Löw enstein  sich die A rm end irek t ion  ebenso w ie der M a g is t r a t  
wahrscheinlich nicht bekannt ist, daß  der I d e a l i s m u s  dem Wunsche der S ta d tv e ro rd n e te n v e rs a m m lu n g  
der L e i tu n g  von  Gewerkschaftshäusern in  vielen angeschlossen, ist sogar darüb e r  h in au sge gan gen .  W i r  
F ä l le n  d a r in  besteht, daß  sie Ju g e n d o rg a n isa t io n e n  ha lten  es fü r  no tw endig , nicht eine, sondern  zwei 
ihre R ä u m e  v ö l l i g  u n e n t g e l t l i c h  zur  V e r ­ A erz tin nen  anzustellen, da  eine A e rz t in  fü r  die 
fügung stellen. I c h  b in  bereit, da fü r  in  jedem In a n sp ru c h n a h m e  durch d a s  P u b l ik u m  zu ungünstig  
Augenblick eine erdrückende F ü l le  von Beweisen zu w ohnen  w ürde. D ie  Ausschreibung ist erfolgt. D ie  
liefern. Anstellung w ird  also in  der allernächsten Z e i t  ge­
( S t a d t v .  L i c h t e n b e r g :  B i t t e ! ) schehen.
        
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