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Periodical volume 18. Juni 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 18. Juni 1919
ist und keine Möglichkeit besteht, im Freien zu ba­ ein Stockwerk aufgebaut werden konnte. Aus der 
den. Aber w ir hoben doch auch damit zu rechnen, Hochbaudeputation kam mit Recht die Anregung, da 
daß uns die Badeanstalt des Elisabeth-Regiments w ir für städtische Zwecke immer Räume brauchen, 
für die Zukunft zur Verfügung stehen und dadurä den Rohbau gleich zweistöckig durchzuführen, aber 
in etwas der Not abgeholfen werden wird. nur den oberen Teil als Badeanstalt auszunutzen; 
Nun wendet sich Herr Kollege W ill in erster das untere Stockwerk sollte, bis das Bedürfnis ein­
Linie dagegen, daß die Zweigbabeanstalt in der tritt, für sonstige städtische Zwecke zur Verfügung 
Kamminer. Straße nur zur Hälfte ausgebaut werden gestellt werben. Stellt sich das Bedürfnis für Bade­
soll. Ich darf darauf hinweisen, baß in der Hoch­ zwecke schon im Laufe des nächsten Jahres bder gar 
baudeputation zunächst das Projekt gar nicht in noch während des Baues heraus, so können w ir dann 
dieser Weise zur Ausführung bestimmt war, sondern immer noch entsprechend ausbauen. Ich bitte, von 
daß man nur, um die Kosten zu sparen, dazu über­ der Ausschußberatung abzusehen und ruhig auf die 
gegangen ist, es so auszugestalten, wie es jetzt vor­ Vorschläge in der Vorlage einzugehen.
geschlagen ist, und den Raum, der dadurch über- 
flüssigerweise geschaffen wird, für Lager- oder Büro­ Stadtv. Meyer I I :  Meine Damen und Herren! 
zwecke abzugeben. Man soll auch nicht verkennen, Aus den Ausführungen des Herrn Stadtbaurats 
daß, nachdem die Wannenbäder der Badeanstalt in Seeling geht hervor, baß die Angelegenheit doch noch 
der Krummen Straße auf etwa die doppelte Zahl ver­ nicht ganz geklärt sein dürfte. I n  Anbetracht der 
größert werden, das Bedürfnis für absehbare Zeit Summe von 900 000 J ( und der eminenten Wichtig­
gedeckt worden und man nur aus Billigkeitsrücksich­ keit, die der Volkswohlfahrtspflege in bezug aus das 
ten, um dem Stadtteil jenseits der Spree eine Bade­ Badewesen zufällt, dürfte es angemessen sein, wenn 
gelegenheit zu verschaffen, dazu übergegangen ist, w ir diese Vorlage einem Ausschuß überweisen und 
in der Kamminer Straße die Badeanstalt einzu­ uns dort darüber schlüssig werden, in welcher Form 
richten. Man kaun sich sehr wohl auf den Standpunkt die Bademögjlichkeit in der Stadt Charlottenburg 
stellen, daß dem Bedürfnis genügt sei, wenn man ausgebaut werden soll. Zu bedauern ist es, daß 
die Badeanstalt in der Krummen Straße vorläufig seinerzeit nicht die zentrale Badeanstalt für Char­
so bestehen ließe, wie sie jetzt ist, und die Badeanstalt lotteniburg gebaut werden konnte; w ir würden dann 
in der Kamminer Straße baut. Man soll nicht ver­ heute nicht gezwungen sein, uns mit diesen Abhilfe- 
kennen, daß, nachdem seitens des Magistrats beide maßnahmen zu beschäftigen. Ich beantrage, die Vor­
'Projekte vorgelegt sind, für das Badebedürfnis der lage einem Ausschuß von 15 Mitgliedern zu über­
Charlottenburger Bevölkerung in diesem Stadtteil weisen. j V
für die nächste Zukunft in ausreichender Weise ge­
sorgt worden ist. Ich würde es viel lebhafter be­ (Die Versammlung beschließt demgemäß.)
grüßen, wenn sich Herr Kollege W ill dafür einsetzen 
würde, baß nach Möglichkeit wieder eine Badeanstalt Vorsteher-Stellv. Marzahn: Ich bitte dann
im Freien geschaffen wird, und die Bestrebungen um Mitteilung der Herren, die in den Ausschuß ge­
unterstützen würde, die dahin gehen, wieder etwas wählt werden sollen.
derartiges ins Leben zu rufen. Aber man soll nicht 
zu viel verlangen, meine Damen und Herren! W ir W ir gehen dann über zu Punkt 20:
erhalten die doppelte Anzahl von Bädern in der 
Krummen Straße und bekommen ungefähr ebensoviel Antrag der Stadtv. Gebert und Gen. betr. Tunnel­
Bäder in der Kamminer Straße. Das ist für den bau unter der Neuen Kantstraße. — Drucksache 155.
Augenblick ein Erfolg, mit dem man zufrieden seit, 
soll. Nach meiner persönlichen Auffassung würde Der Antrag lautet:
die Vorlage angenommen werden können, ohne sie 
einem Ausschuß zu überweisen, Die Stadtverordnetenversammlung ersucht 
Vorsteher-Stellv. Marzahn: Weitere Wortmel­ den Magistrat, ihr so schnell wie irgend mög­
dungen liegen nicht vor. — Habe ich Sie richtig ver­ lich eine Vorlage betreffend die sofortige Aus­
stauben, daß Sie die Angelegenheit einem Ausschuß führung des Tunnels unter der Neuen Kant- straße zur Verbindung der beiden Teile des 
überweisen wollen? Lietzensecparkes als Notstartbsarbeit zu 
Stadtv. Wilk: Ich erwarte die Antwort des machen.
Magistrats. Wenn er damit einverstanden ist, daß 
das zweite Stockwerk in der Kamminer Straße gleich Antragsteller Stadtv. Wilk: Meine Damen und 
für Babezwecke zur Verfügung gestellt wird, bin ich Herren! Veranlassung zu diesem Antrag hat uns 
m it der sofortigen Annahme der Vorlage einver­ die Tatsache gegeben, daß bei der Parkverwaliung 
standen; sonst beantrage ich, daß die Angelegenheit schon heute eine ganze Anzahl von sogenannten Not- 
einem Ausschuß überwiesen wird. ftandsarbeitern hat entlassen werden müssen, weil 
die Arbeiten inzwischen erledigt worden sind und da­
Stadtbaurat Seeling: Das ist in der Hochbau- durch wieder die Arbeitslosigkeit insbesondere in 
deputation beschlossen worden. Die Gesundheits­ einem erheblichen Maße erhöht wird. Da es mir 
pflegedeputation hatte darauf hingewiesen, daß vor­ als Mitglied der Parkdeputation nicht unbekannt ist, 
läufig nur soviel Wannenbäder nötig seien und des­ daß ein derartiges 'Projekt diese Deputation sehr 
wegen dem Hochbauamt aufgegeben, lediglich dafiir häufig beschäftigt hat —  dieser Antrag hat uns auch 
zu sorgen, baß ein späterer Aufbau mit der gleichen schon einmal bei der Etatsberatung vorgelegen — , 
Anzahl Wannen noch möglich sei. W ir haben in­ so habe ich mich veranlaßt gesehen, es wieder aufzu- 
folgedessen ein Erdgeschoß angeordnet, das mit Holz­ nchmen und von neuem einen entsprechenden Antrag 
zement abgedeckt werden sollte, auf das dann später zu stellen.
        
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