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Periodical volume 18. Juni 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

Sitzung am 18. Juni 19ld 313
Platze gewesen ist, das überlasse ich I h r e r  B e u r ­ den T e i ls  der Vorlage äu den Ausschuß beantragt. 
teilung. D er  H err  V orredner ha t d as  zunächst d a m i t  gerecht­
(S ta d tv .  Dr. B ro h :  E s  können doch nicht alle wie fertigt, daß er nicht eingeladen gewesen sei, eine B e ­
I h r e  Parteigenossen reden!) hauptung, die wohl in diesem W o rtlau te  nicht ganz 
N u n  m u ß  m an die Sachlage etwas kennen, wie zutreffend ist; wie m ir  der H er r  Bürovoysteher be­
es in den Kreisen der Bürohilfskräfte  zugebt. E s  stätigt, sind sämtliche M itg lieder  des Ausschusses e in­
ist da eine gewisse Persönlichkeit, die, wie ich schon geladen gewesen.
sagte, die Führerschaft an sich gerissen hat (Z u ru f .)
(Z u ru f :  Dr. Ioi'-lsohu!) —  Ich  habe ja  a ls  Vorsitzender selbst eingeladen. 
und in den Versamm lungen natürlich für ihre Ziele Ich  nehme an, der H err  Kollege Herzog wollte be­
P ro p ag an d a  macht, die sich wohl bisweilen auch in anstanden, daß die E in ladu ng  nicht darauf schließen 
den D iensträum en fortsetzt. M e in  Kollege M ü lle r  ließ, daß das  M itbcstimmungsrecht in  dieser S itzung 
hat schon in  der vorigen Sitzung hier erklärt, daß zur Sprache kommen würde.
durchaus nicht die M ehrzahl der Bürohilfskräfte  auf (S ta d tv .  H  e r  z o g : N e in ! )
der S e i t e  dieses M a n n e s  und seines engeren A n ­
hanges steht. D a s  kann ich auch bestätigen. I m  W ürde das zutreffen, dann wäre gegen das V er­
Gegenteil, die Versamm lungen, die stattgefunden fahren des Ausschusses formell demnach nichts e in­
haben, waren äußerst schwach besucht, und der L e i­ zuwenden; denn selbstverständlich kann ein A u s ­
ter der Versamm lungen, im m er der bekannte Herr,  schuß au f  Beschluß seiner M itg lieder  auch ab­
hat seiner E n trüs tu ng  darüber lebhaft Ausdruck ge­ weichend von der T agesordnung eine bestimmte E r ­
geben, daß so wenig In teresse  fü r  diese Sache vor­ ör terung vornehmen, die im Rahm en seiner A u f­
handen ist. D a s  beweist genug. gabe liegt. S o l l te  der H er r  Kollege Herzog keine 
W as  die Bürohilfskräfte  vor allen D ingen  for­ E in ladung  bekommen heben —  ich will nach seinem 
dern und wünschen, ist Hebung ihrer wirtschaftlichen Zwischenruf auch diesen F a l l  in E rw ägun g  ziehen — , 
Lage. D em  ist durch die Bewilligung dieser neuen so würde das außerordentlich bedauerlich sein. Aber 
Besoldungsordnung vollständig Genüge getan. Von ich glaube, w ir  würden einen gefährlichen P räzedenz­
dem M itbestimmungsrecht wollen sie zumeist nichts fall schaffen, wenn w ir  a u s  einer solchen Tatsache 
wissen, wenigstens nicht in der F o rm ,  wie cs durch einen G ru n d  herleiteten, eine Angelegenheit, die in 
die Vorlage gefordert w ird. Ich  möchte deshalb e inem  Ausschusse von dessen übrigen M itg liedern , 
nochmals bitten, daß  S i e  sich unserem A ntrag  a n ­ die alle eine E in ladu ng  bekommen haben, beraten 
schließen und der Rückverweisung dieser Vorlage, so­ worden ist, wieder an den Ausschuß zurückzuver­
weit sie das  M itbestimmungsrecht betrifft, statt­ weisen. I m  übrigen geht a u s  dem Protokoll 
geben. W ir  werden dann Gelegenheit haben, noch­ hervor, daß der H err  S t a d tv .  Herzog entschuldigt 
m als  eingehend über die F ra g e  zu verhandeln. E s  war.
liegt ja auch durchaus keine Dringlichkeit vor. D ie  (Z u ru f :  S t i m m t  nicht!)
Beam ten  haben das  M itbestimmungsrecht auch noch W ie gesagt, in  jedem F a lle  bin ich der M einun g , 
nicht erhalten, und ich sehe nicht ein, weshalb den daß w ir  aus  der Nichtanwesenheit des H errn  K o l­
Bürohilfskräften ein Vorrecht eingeräum t wgrden legen! Herzog, wodurch, sie auch begründet sein mag, 
soll. A u s  dieser E rw ägun g  heraus bitte icy S ie ,  nicht einen G ru n d  herleiten können, die Vorlage an 
unserem A ntrage  zuzustimmen. den Ausschuß zurückzuverweisen, da auch von ihm 
Barsteher Dr. Borchqvdt: H err  Kollege, wenn nicht behauptet worden ist, daß etwa seine E in ladung  
ich recht verstanden habe, so trollen S i e  den A u s ­ absichtlich unterblieben sei.
schußanträgen zu a , 1) und c zustimmen und n u r  den D a s  zweite, worauf der H err  V orredner seinen 
Ausschußantrag zu <1 noch einmal au den Ausschuß A n trag  auf Zurückverweisung gestützt hat, ist, daß 
zurückverweisen. die Vorlage erst in der Sitzung dem Ausschusse zu­
(S ta d tv .  H e r z o g :  N u r  den das M itbestim ­ gegangen und infolgedessen ungenügend durchbe­
mungsrecht betreffenden Te il!) ra ten ist. Ich  kann diese A usführungen  des H errn  Kollegen Herzog n u r  darauf zurückführen, daß er 
S tad tv .  M eyer I :  M e in e  D am en  und Herren! der Ausschußberatung nicht beigewohnt hat. D enn  
D er  H err  V orredner hat einen Teil  seiner A usfü h­ hätte er ihr beigewohnt, so würde er wissen, daß  in 
rungen den Vorgängen gewidmet, die im  Zusam m en­ der Ausschußberatung gerade dieser T e i l  der V o r ­
hange m it  dieser Vorlage außerhalb  der V ersamm­ lage so eingehend durchgesprochen worden ist, daß 
lung stattgefunden haben, und hat a u s  einer E n t ­ vermutlich auf keiner S e i te  der Eindruck entstanden 
schließung, die in  e iner Versamm lung erfolgt ist, ist, es wäre hier oberflächlich oder flüchtig gearbeitet 
Verallgemeinerungen hergeleitet, denen ich grund­ worden.
sätzlich nicht folgen will. Ich  möchte n u r  a ls  V o r ­ Ich  darf dann, da H err  Kollege Herzog leider 
sitzender des Ausschusses feststellen, daß sämtliche der V erhandlung nicht beigewohnt hat, noch' e rw äh­
M itg lieder  des Ausschusses und die V ertre te r  des nen, daß im Ausschuß anfangs  von den H erren  der 
M ag is tra ts  im  Ausschüsse, wie ich glaube, m it  sehr Linken bean trag t war, noch nicht in die V erh an d ­
guten G rün den , es vermieden haben, auf diele V o r ­ lung einzutreten, weil m an dort  ähnliche Befürch­
gänge einzugehen, u n d  ihre Entschließungen au s  rein tungen hatte, wie sie von dem H er rn  Kollegen H e r ­
sachlichen Erwägungen heraus  gefaßt haben. Ich zog hier hervorgehoben worden sind. D ie  F ra k ­
stehe auf dem S tan d p u n k t ,  daß dieses Vorgehen das t ionsfreunde des H errn  Kollegen Herzog haben in 
a llein richtige gewesen ist, und daß w ir  u n s  hüten Gemeinschaft m it  meinen politischen F reu n d en  
sollten, einen anderen Weg einzuschlagen. diesen A ntrag  der H erren  von den sozialdemokra­
D e s  ferneren hat der H e r r  V orredner die Rück- tischen P a r te ie n  zur Ablehnung gebracht. Aber 
verweisnng des das Mitbestiminungsrecht behandeln­ auch die M itg lieder  der sozialdemokratischen P a r -
        
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