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Periodical volume 28. Mai 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 28. Mai 19l9
Stadtv. Dr. Liepmann: M e: ne D am en  und Stadtv. Dr. B iroh: Ic h  w ill n u r  e in  p a a r  W orte  
H erren ! D ie  letzien W orte  zw ingen mich, so gern  sagen. Ic h  f reu e  mich, d a ß  der K ollege L iep m an n  
n>ie ich rasch zu den anderen  P u n k te n  der T agesord - so -offenherzig gesprochen h a t. E r  h a t  in  der T a t  
nuNA kommen möchte, doch nochm als von m einem  a u s  seinem H erzen keine M ö rd e rg ru b e  gemacht.
S ta n d p u n k t  a u s  —  und  ich glaube, daß dieser 
S ta n d p u n k t von v ielen  S e i te n  des H auses, auch ( S ta d tv .  Dr. L  i c p  m  o n n :  D a s  tu e  ich n ie !)
links von  m ir , gete ilt w ird  —  e in  anderes P r in z ip  
h ier gegenüber den A u sfü h ru n g en  d e s  H e rrn  Kollegen E r  fürchtet, a u f  die schiefe E bene zu kom m en, und ist 
Dr. B ro h  (auszuführen . , der Ansicht, d a ß , w enn  w ir  a n fan g e n , unseren  M i t ­
E s  ft! nicht P flich t d e r städtischen V e rw a ltu n g  b ü rg e rn  von K om m une w egen  e in e  R ech tsauskunft 
e s  ist nicht P flich t d e r K om m une, fü r  R ech tsberatungf l zu erte ilen , w ir  G efahp lau fe n  könn ten , allm ählich  
der M itb ü rg e r  zu sorgen, sondern d a s  ist A ufgabe im m er m ehr noch V erpflich tungen  auf die G em einde 
gem einnütziger V eransta ltungen , die fü r H ebung der zu übernehm en.
V olksw ohlsah rt u nd  V olksbe ich rung  e in tre ten . M it  
demselben Recht könnte H e rr  Kollege Dr. B ro h  auch ( S ta d tv .  Dr. L i e p  m a n  n : G a n z  recht!)
ve rlangen , d a ß  die S t a d t  alle B ü rg e r ohne Rück­
sicht a u f  d ie  B edürftigkeit m it  d e r nö tigen  K le idung , —  G a n z  recht, d a s  ist I h r  S ta n d p u n k t. Unser 
lln ieichalt, ä rztlichen  F ü rso rg e  usw. versieht, S ta n d p u n k t ist d e r  entgegenstehende. H ie r  scheiden sich 
d ie G eister. I c h  b in  überzeug t, d a ß  fü r  unsern, so­
(Z u ru f  bei den  U nabhängigen  S o z ia ld em o k ra te n : zialistischen S ta n d p u n k t  n u r  die  14 unserer F ra k tio n  
K o m m t noch!) e in tre ten  w drden . D a s  macht u n s  aber nicht bang: 
vor der Z u k u n ft, denn  a llm ählich  w ird  d a s  Z ah len - 
kurz Und g u t , daß die B e frie d ig u n g  des gesam ten v e rh a lrn is  schon e in  a n d e re s  w erden.
B e d a rfs  d es  B ü rg e rs  in  seinem ganzen Um fange, 
kom m unalisiert oder sozialisiert werde. Stadtv. Dr. Rostnsscld: Ic h  möchte auch insofern 
dem  S ta n d p u n k t  d e s  H er'rn  K ollegen Dr. L ie p m an n  
(S e h r  richtig! bei den U nabhängigen  widersprechen, a ls  ich schlechthin nicht verneinen  
S o z ia ld em o k ra ten .) w ürde, d a ß  es e in e  P flic h t der G em einde sein 
könnte, e ine  solche R echtsauskunftsste lle  zu errichten. 
A uf diese schiefe E bene werde ich nicht gehen, und-ich  I m  G egen te il, auch ich w ü rd e  mich auf d e n  S t a n d ­
glaube, m eine F re u n d e  ebenfalls nicht. punk t ste llen : es i s t .P f l ic h t  hier G em einde, w enn  
d as  B e d ü rfn is  d a  ist u n d  es b ish e r u n e rfü llt  ge­
(Z u ru f  bei d e n  U nabhäng igen  S o z ia ld em o k ra te n :, b lieben  ist. N u r  deshalb , w e il d a s  nicht der F a l l  is t, w eil d a s  T ied ü rfn is , d a s  tatsächlich in  sehr 
S i e  w erden c s  aber m üssen!) g roßem  U m fang  v o rh a n d en  ist, regelm äß ige B e fr ie ­d igung  bei der bestehenden E in r ic h tu n g  f in d e t,  a u s  
F ü r  d ie jen igen , die a rm  sind, h a t  der S t a a t  durch diesem  (S tunde  erkläre ich mich gegen Sile A nregung  des K ollagen >Dr. D ro h .
d ie  E in rich tung  d e s  A rm cnrech ts A ush ilfe  und die 
S te lle n  .geschaffen», d ie  d ie  n ö tig e  R echtsbelehrung  I m  ü b nigen möchte ich noch hervorheben: eine 
U nd R echtsunkerstützung den B e d ü rftig en  erte ilen . K o n tro lle  in  dem  S in n e ,  w id  H e rr  K ollege Dr. B ro h  
F ü r  a lle  a n d eren  m uß  eben die gem einnützige Für*  es a u sfü h rte , w äre  in  keinem  F a lle  gew ährle iste t, 
sorge e in tre te n , u n d  eine hervorragende V e r tre te r in  iefbfft w e n n  die G em einde  e ine  solche E in rich tu n g  
d ieser F ü rso rg e  ist der fragliche V ere in , w ie ich a u s  träfe . E in e  K on tro lle  kann  ijt W eser B eziehung  n u r  
e igener E rfa h ru n g  sagen kann. A lle rd in g s  leidet der durch d a s  P u b lik u m , durch 'Sie R atsuchenden selber 
V erein  an  einem  erheblichen M an g e l an  M it te ln , und. au sg eü b t w erden . U nd  d a s  geschieht ja , w ie  ich 
d a h e r  m ag  es auch kom men, daß  n u r  6000 Ji für hoffe, auch in  dieser E in rich tu n g  w ie  in  a n d eren . 
die B ezah lu n g  der nö tigen  personellen  K räfte  a u s ­ D a s  is t die einzige K o n tro lle , die gew ährleistet, daß 
gew orfen  sind, eine S u m m e , die ich m it dem H errn  die E in rich tu n g  gu t fu n k tio n ie rt.
K ollegen Dr. B ro h  fü r.se h r ge ring  h a lte . E s  kommt 
a lle r  h inzu , daß  w ir  nach der V orlage  n u n  d ie  Borstehör Dr. Borchiardt: W ortm eld u n g en  liegen  
U nterstützung von d e r H alste dieser S u m m e  au f nicht m ehr vo r. I c h  schließe d ie  Besprechung.
zw ei D r i t te l  erhöhen u n d  noch d ie  n ö tig en  R äum e; 
hergeben w ollen. D a m it  w ird  also auch ein nicht E s  l ie g t  der A n tra g  des K ollegen Dr. B ro h  vor, 
mvcicheMiichcr B e itra g  fü r Deckung der sachlichen d ie  S t a d t  C harlo ttie tchm h m öge selbst die u n e n t­
A usgaben  dieser R echtsauskunftstelle  gew ährt. M ögen  geltliche R ech tsauskun ft f ü r  -ihre M itg lie d e s  in  d ie  
andere  K o m m u n en  -ebenso, m ögen an d ere  gem ein ­ H and  nehm en. G leichzeitig  b e an trag t H e rr  Kollege B ro h , d iesen  A n tra g  einem  Ausschüsse zu ü b e r­
nützig Lenkende G ö n n e r ebenso handeln , d an n  w ird  w eisen. E r  schlagt d a fü r  ̂ 5 ^M itg lieder vo r. H e rr  
d e r V ere in  in  den S ta n d  gesetzt w erden, auch g rößere  Kollege B ro h , ustiere G eschäftsordnung  kenn t n u r 
M it te l  fü r  personelle B edürfn isse  aufzuw enden. Ausschüsse in der M indest,zahl von 7 M itg lie d e rn .
W enn  H err Kollege Dr. B ro h  schließlich bean tragen  
Wollte, start 4000  M  5 000cH oder 6000  &  Zuschuß (Z u ru f  des S ta d tv .  Dr. B r o  h.)
zu geben, so w ürde ich mich nicht v e ra n la ß t fühlen , 
dagegen E inw endungen  zu  erheben. W e r  p r in z i­ —  S i e  schlagen also 7 M itg lie d e r  vor.
piell m uß  ich dem S ta n d p u n k t  en tgegen tre ten , d ie  
P lä n e  a u f  S o z ia lis ie ru n g  aus a lle  und a lles a u sz u ­ (D ie  V ersam m lung  le h n t den A n tra g  a u f  A us- 
dehnen, w a s  üb e rh au p t zum Leben und zur scki'ßbctatung ab , ebenso d e n  A n tra g  d e s  S ta d tv . 
F ü h ru n g  e ines monfchetlwtndigen D a se in s  n o t­ Dr. Book, und  beschließt d a ra u f ,  nach dem  A n trag e  
w endig ichl des M a g is tra ts , w ie  fo lg t:
        
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