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Periodical volume 28. Mai 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 28. Mai 1019
ob in  der T a t  sich irgendw elche M ä n g e l in  der E in ­ vielleicht 5000  Jl handeln . D a s  (stovtet ist aber so 
richtung fle?iiiifl.t t a t e n ,  oder ob sich herausgestellt w ichtig , daß die 5000 Jl  g a r keine R o lle  spielen 
h a t, d aß  die b isherige  E in rich tung  der A uskunft- -können, und w enn es noch viel m ehr w äre, m üß ten  
e rre ilung  den an  sie gerichteten A Osoid erringen u ü r  das ausb ringen . Nach m e in e r  Ansicht ist es eine 
nicht genülgt. E hrenpflicht der S t a d t ,  es nicht einem  P riv a tv e re is t
—  es ist doch n u r  e in  P r  um tuet ein —  zu überlassen, 
Oberbürgermeister Dr. Scholz: M e in e  vereh rten  R echtsauskunft an unsere M itb ü rg e r  zu erte ilen . 
T arn en  und  H erren ! Ic h  möchte doch gegenüber D a s  ist der S ta n d p u n k t, den w ir  sowohl a ls  F ra k ­
dem  gestellten A n tra g  au f AtCchnumg und auch tio n  e innehm en , wie d as  auch vom allgem einen 
gegenüber den A nregungen , d ie  der H e rr  V o rred n er 
gegeben h a t, kurz folgendes bemerken. sozialen S ta n d p u n k t a u s  n u r  a llein  gerech tfertig t ist.
Zunächst e in m al ist cs ganz ausgeschlossen, u n t N u n  m ein te  der H err O berbürgerm eister, es 
e iner solchen Sum m e., w ie sie h ier von I h n e n  ver­ könnten sich m itu n te r  Konlfkiktsfälle ergeben, w eil 
la n g t w ird , eine R echtsauskunftsstelle  stüdr.schcr- d ie  G egenparte i m anchm al die S ta d l  festst ist. Ic h  
-seits zu errichten; die  Kosten w ürden vielleicht d a s  g laube, d as  ist kein G ru n d , der wirklich in s  Gewicht 
I i in s t ,  S echs-, vielleicht d a s  Zehnfache be tragen  fällt. D e n n  e in m al w ürde selbst e in  städtischer B e ­
müsse n. am ter, w enn er d e r  L e ite r d e r R echtsauskunftsstelle w äre, doch wohl so viel O b jek tiv itä t besitzen, daß er, 
(Z uruf, des S ta d w . I)r. B  r  o h .) w enn d ie  S ta d t  nach seinem J u d iz  in  dem  betreffen­
den F a l l  im  Unrecht ist, d an n  der betreffenden f ra ­
—  Ich  g laube, verehrter H err Kollege, S ie  werden genden P e rso n  d ies auch von  R echts w egen m it­
'bei de'r S ch lußabrechnung  nicht recht behalten , son­ te ilt. Ic h  sehe gar nicht .ein, w arum  er im  m it den 
d e rn  ich. —  G anz  abgesehen dav o n  har aber m ein  fiskalischen P o rtem ö m raie in te res ien  der S ta d t  in 
u n m itte lb a re r  H e rr  V o rred n er schon da rau f aufm erk­ K onflik t komimen sollte,. L iegt d e r  F a l l  um gekehrt, 
sam  gemacht, baiß es sich h ie r um  einen G  r  o ß - w ird  er sagen: nach m einem  R echtsgefühl bist du 
B e r l i n e r  V e r e i n  handelt., dem  w ir  einen Z u ­ nicht im  Recht, aber da es die S t a d t  selbst ist, so 
schuß gebrn  sollen, au ßerdem  um  einen  V ere in  —  empfehle ich d ir, dich außerdem  noch andersw o  zu 
d a s  möchte ich aus die A nregung  des u n m itte lb a re n  erkundigen.
H e rrn  V o rre d n e rs  e rw id ern  — ,. der nach m einer 
A uffassung in der ganzen B evölkerung die a llerg röß te  (H eiterkeit.)
A nerkennung  gen ieß t und dessen T ätigke it b isher 
zu irgendw eichen B eaüstan 'dungcn , soviel m ir  be­ —  E rlau b en  S ie , d as  sind A usnahm efä lle ! G en au  
kann t gew orden ist, keinerlei V eranlassung gegeben so, wie m an sich bei einer schwierigen O p e ra tio n  ge­
Hai. wöhnlich auch nicht bei dem G utach ten  eines A rz te s  
(S c h r  rich tig !) b e ru h ig t, sondern m ehrere A erzte zuzieht, so kaun 
m an e s  auch in  solchen F ü llen  tust, zum al die S ta d t  
Endlich aber, m eine verehrten  T a rn e n  und im m erh in  eine gewisse A u to r i tä t  gen ieß t, D en n  sie 
H erren , möchte ich von m einem  S ta n d p u n k t a u s  einen Anspruch ablehnt.
g lauben, d aß  sich gerade diese T ä tig k eit so w enig zur A ber vor a llen  D in g en  brauchen S i e  ja gar 
K om m unalisierung  e ignet, w ie irgendeine , und zw ar keine städtischen B eam ten  zu beauftragen , S i e  sollen 
a u s  einem  G ru n d e , der m ir  persönlich bekannt ist, doch n u r  das G eld  d a fü r  zahlen, S se  sollen n u r  die 
daß sehr häufig  die R echtsauskunftsstelle  gerade in  E in rich tu n g  treffen. S ie  können ja ebensogut., sagen 
F ra g e n  angerufen  w irch bei denen die eine P a r te i  w ir  m al, irgendeinen  freien  A n s ta lt, der ein  be­
die S ta d t  selbst f t , sonderes V e rtra u e n  genießt, öder sonst eine juristische 
(Sehr richtig!) Persönlichkeit d a m it b eau ftragen , m einetw egen einen M a g  s t r a f  Assessor a. D ., e inen  M a g is tra ts ra t,  ver­
und nichts w äre falscher — , 'das w ird  m ir jeder' nicht m ehr m ita rb e ite t , oder ähnliche andere P e r ­
J u r is t  zugeben — , a ls  gewissermaßen K läger oder son (ichs ei teai, S y n d iz i  usw. S i e  haben nicht nö tig , 
Beklagten und Richter zu identifizieren. Ich  glaube, einem  A ngestellten d e r  S ta d l  selbst diesen A u ftra g  
W ir sollten froh sein, daß  gerade diese B etätigung, zu erte ilen . D a m it  w ürde  ohne w eite res dieser (Sin- 
d ie absolut unparteiisch seist m uß, vost einem V er­ D attd  fortfallen .
ein in d ie H and  genommen w ird . der, wie ich glaube, V ie l w ichtiger ist es, daß p rin z ip ie ll, w orauf 
seine Ausgabe in  vorbildlicher W eise erfüllt, un'd ich w ir  u nbed ing t bestehen, die S t a d t  die E hrenpflicht 
meine, w ir haben keinen A n laß , in dieser Beziehung h a t, d a fü r zu -sorgen, u nd  diese P flich t kann sie n u r  
hiervon abzuweichen und e tw as au f u ns zst nehmen, Ausüben, w enn  sie d ie  Sache söWst in  die H an d  
w as nachher stur zu den allergrößten Schwierigkei­ n im m t. D ie  K o n tro lle  durch die S ta d t ,  von der 
ten in  unserem eigenen Hause beitragen w ürde. H e rr Dr. RosenfeD  gesprochen hak, kann doch n u r 
Ic h  möchte a u s  diesen G ründen  b itten , dem  sehr m äß ig  sein, w enn  m an  die R ech tsauskunft durch 
gestellten A n tra g  zuzustim m en. einen P r iv a tv e te in  e rte ilen  läß t. I c h  w iederhole, daß m ir  Beschwerden zugegangen sind. E s  soll —  
S ta d tv . Dr. B roch Nach der A uskun ft, die m ögen d ie  anderen  H erren , die d a v o n  e tw as wissen, 
D i r  h ier gedruckt vor u n s  'haben, betragen  die per­ mich berichtigen —  n u r  e in e  S tu n d e  täglich durch 
sönlichen K osten d e r  hiesigen R echtsauskunftsste lle  den von der S ta d t  C h a rlo tten b u rg  beau ftrag ten  
•im J a h r e  1918  etw a 6000  oft. D a z u  kommen n u n  V erein  daraus Verwender w erden, um  R ech tsauskunft 
stoch e in  p a a r fachliche Unkosten, S ch re ibm ate ria lien  zu erte ilen . D a s  is t  zu w enig . E s  sollen oft 50, 
usw.. die ja  nicht erheblich feist können. W ir  sollen 60 L eu te  R ech tsauskunft ve rlangen , die m an  doch in 
h ier 4000  zuzahlen. W enn w ir  schon e inm al die dieser Z e it wirklich nicht beausfunften*  kann. A u s  
sachlichen Kosten schr hoch annehm en , Iso w ürde es diesem G ru n d e  verlangen  w ir, daß die S ta d t  sich 
sich vielleicht nach m ein em -U rte il um  M ehrkosten von salbst der Sache a n n im m t.
        
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