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Periodical volume 14. Mai 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

14. M ai 1919
W ir bitten auch deswegen den Magistrat, bei der Ttadiv. Dr. Hertz: Die vorgerückte Zeit ver­
Reichsregierung im Sinne unseres Antrags vor­ anlaßt mich, auf sachliche Ausführungen zu den eben 
stellig zu werden, damit die Kasernen richtig aus­ gehörten Darlegungen des Herrn Magistratsver- 
genutzt werden sönnen. W ir haben genügende treters zu verzichten. Zu sagen hätte ich äber außer­
Räume in der Eliswbethkaferne, wo alle hier statio­ ordentlich viel, und nur die Tatsache, daß jetzt erst 
nierten Truppen vollkommen untergebracht werden in dieser Stunde diese Anfrage zur Verhandlung 
können. Sollte die Kaserne zu klein sein, dann kommt, kann mich veranlaßen, dtavon Abstand zu 
könnte der Magistrat in seinem 'Gesuch gleich m it nehmen. Ich glaube, w ir werden doch noch einmal 
erwähnen, daß die großen Exerzierplätze jetzt nicht Gelegenheit haben, über diese Frage zu sprechen.
mehr gebstntcht werden und die sehr geräumigen 
Höfe in der Kaserne zum Bau von Baracken be­ Stadl v. Pamschow: Im  Anschluß an die E r­
nutzt werden können,. Jedenfalls ist es dringend klärung des Herrn Dr. Hertz erhebe ich schärfsten 
notwendig — und die Bevölkerung Charlottenburgs Einspruch dagegen, daß Uns zwangsweise der acht- 
verlangt das auch— , daß der Schulunterricht in den zehnstündige Ärbeitstäg aufgehalst werden soll. A lle 
Nachmittagsstunden aufhört. Die Kinder können am Arbeiter möchten nur 6 Stunden tat-beiten. Es ist 
Privatunterricht, mit Musikunterricht nicht mehr jetzt Yzl Uhr. Von 6 Uhr an sitzen w ir hier. Das 
teilnehmen. Auch sonst werden erhebliche Unbe­ geht nicht so weiter. Das mögen die Leute durch­
quemlichkeiten im ganzen Familienleben und Schwie­ führen, die nichts zu tun brauchen. Wer am aridem 
rigkeiten im Haushalt dadurch herbeigeführt. Tag arbeiten soll und seinen Beruf ausüben muß, 
I der 'stattn hier nicht so lange sitzen. Ich stelle den 
«tofdtmt Dr. Fischer: Meine Damen und Antrag, daß in Zukunft die Sitzung um 12 Uhr 
Herren! Ueber diese Angelegenheit ist bereits in spätestens geschlossen werden muß.
diesem Saal ausgiebig gesprochen worden. Ich habe (Bravo!)
früher schon darauf hingewiesen, daß die Rechtslage 
bezüglich der Belegung der Schulen für uns nicht Stadtv. Dr. Hertz: Ich habe Herrn Kollegen
günstig ist. Ich habe damals aber auch darauf auf­ Panfchow lauf diese Erklärung nur zu antworten, 
merksam gemacht, daß w ir trotzdem ständig bemüht daß w ir unsere Arbeit auffassen als eine Arbeit im 
gewesen sind und auch weiter bemüht sind, um die Interesse der Allgemeinheit,
Schulen freizumachen. Die Wünsche des Herrn 
Vorredners find tatsächlich 'Heute erfüllt. W ir haben (Große Unruhe und Zurufe)
sehr eindringliche und energische Vorstellungen so­
wohl bei der Reichsregierung als auch bei den oberen die nicht abhängig gemacht werden darf von Minuten 
militärischen Stellen dahin erhoben, daß es jetzt, und von Stunden. Wer das tut, zeigt ttoch meiner 
nachdem sich herausgestellt hat, daß die Stadt Char­ Auffassung, daß er die großen Aufgaben und die 
lottenburg als vorläufiger Gam'isonort für gewisse große Verantwortung, die die Tätigkeit für die A ll­
Truppenteile gilt, endlich an der Zeit sei, die Kaser­ gemeinheit mit sich bringt, nicht in dem Geiste auf­
nen zu belegen. W ir haben auch erreicht, daß die faßt, in dem̂  mir solche Aufgaben zu lösen be­
Elisabethkaserne von dem Detachement von Oven be­ rechtigt sind.
reite bezogen ist. W ir hatten vor allen Dingen den 
Versuch gemacht, für den Wiederbeginn des Schul­ (Lachen, andauernde große Unruhe und Zurufe: An­
unterrichts die Schulen vollständig frei zu bekom­ maßend! Jede Arbeit wird im Dienste der A ll­
men. und hatten die Zusicherung erhalten, daß spä­ gemeinheit getan!)
testens am 1. M ai sämtliche Schulen bis auf eine 
geräumt werden sollten. Leider hat sich die Räu­ Altexsvorsteher Jqstrow: Sie wollen sich ge­
mung bis zum L  M ai für vier Schulen noch nicht fälligst einzeln zum Worte melden, aber nicht im 
ganz durchführen lassen wegen der überaus großen Chore dazwischen rufen!
Schwierigkeiten, die die Unterkunft der Truppen ver­ Da keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, 
ursacht. Das Truppenkommando 1 hat uns sein ist die Anfrage erledigt.
Bedauern wegen der Verzögerung ausgesprochen Gegen die Vorschläge des Wahlausschusses sind 
und zum 1. Juni endgültig die Räumung sämtlicher Einwendungen nickst erhoben worden.
vier Schulen in Aussicht gestellt. W ir sönnen also Dam it kann ich jetzt endlich die Sitzung 
damit rechnen, daß w ir zum 1. Jun i sämtliche schließen.
Räume wieder zur Verfügung haben, die früher zu 
Schulzwecken benutzt worden sind. (Schluß 12 Uhr 33 Minuten.)
        
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