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Periodical volume 15. April 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am l6 . April 1919
von  den v ielen  P la k a te n  ton ten  denn geschmackvoll? kolossaler E in w irk u n g  a u f  unser gesam tes Leben sein 
Ic h  kenne fast n u r  e in  e inziges: d a s  P la k a t  von  den w ird . W enn  m an  h ie r im m er von  einem  L e ite r  d es  
M ehrheitssoz ia ldem okraren , d a s  reizende K in d , das K rankenhauses spricht, d an n  m u ß  ich erk lären , d aß  
die M u tte r  w arn t:- „ M u tte r  denk a n  mich!" D a s  der L e ite r e in  Mensch ist und  daß  der A rz t e in  dop ­
mag I h n e n  auch h ie r eine W a rn u n g  sein: solche pelte r M ensch sein soll: e r  soll die In te re s se n  der 
reizende^ K in d e r w erden w ir  nicht m ehr o ft sehen, K ranken  und der G esunden  w ahrnehm en. H e rr  Dr. 
w enn  S ie  jo w eite r streiken w ollen. Also, m eine B essel-H agen h at ja  nicht a llein  diesen A u fru f  u n te r ­
D am en  u n d ^H erren , seien S i e  den A erz ten  dankbar schrieben, sondern  die S e ile r  fast a lle r K rankenhäuser 
und  gehen 'L>ie über diese A nfrage ru h ig  zu r T a g e s­ G ro ß -B e r lin s  haben ih re  N a m e n  d a ru n te r  gesetzt. 
o rdnung  über. W eshalb  haben sie es g e tan ?  S i e  w ollten  den S tr e ik  
a ls  solchen v e ru rte ilen . U n d , m eine D am e n  und  
(B ra v o !  und  Händeklatschen bei den bürgerlichen H erren , ich erkläre ru n d  h e ra u s , daß  ich auch diesen 
P a r te ie n .) S tre ik  v eru rte ile .
B o rs teh e r-S te llv . Dr. F ren tze l: Ic h  d a rf die (Z u ru f  bei den U n abh än g igen : D a s  tu n  w ir  auch, 
D a m e n  u nd  H e rre n  d a ra u f  aufm erksam  machen, aber nicht a ls  A rz t! )
daß  ebenso wie in  der N a tio n a lv e rsa m m lu n g  d as  
Händeklatschen in  unserer V ersam m lu ng  nicht —  J a ,  auch a l s  A rz t. D ie  sozialdem okratischen 
üblich ist. A erzte haben  sich sofort gegen den Beschluß d e s  
S t r e ik s  ausgesprochen
Stadtv. Dr. Luther: D ie  W orte  des H e rrn
.ttollegen Feilchenfeld  haben  mich a u fs  tiefste e r­ S ta d tv .  Dr. H e r t z :  A ber nicht a ls  A m ts p e rso n !)
g riffen . I c h  habe sehr w ohl d ie  große sittliche E n t ­
rü s tun g  verstanden , die er ausgesprochen h a t. W enn —  I n  diesem Augenblick sp ie lt.n ich t d ie  A m tsp e rso n  
die H e rre n  es hören  möchten und  w ir  heute abend die R o lle , in  diesem Augenblick spielt der Mensch die 
noch Z e i t  h ä tte n , w ü rde  ich auch a ls  e iner, der d as  H au p tro lle .
V olk kennt und  m it ihm  um geht, I h n e n  erzählen 
können, welche unendliche E rb it te ru n g  über diese (B ra v o !  bei den bürgerlichen P a r te ie n .)
V orgänge im  V olke herrscht. A ber ich möchte auf 
e tw as  a n d e re s  kom m en. D a  unterschreibe ich ganz d as, w a s  u n s  H e r r  Kollege 
H e rr  Br. L öw enstein  h a t v o rh in  gesagt, es m uß Feilchenfeld h ie r dargeleg t h a t . A lle rd in g s , e s  g ib t 
entschieden dagegen F r o n t  gemacht w erden, w enn  ein  auch g roße K reise von A erz ten , die es fe rtig  gebracht 
beam te te r A rz t sich, e rlau b t, gegen eine solche S ache haben, bei S t r e ik s  in  dieselbe K erbe zu schlagen. E s  
au fzu tre te n . Ic h  behau p te : es m u ß  entschieden d a­ m uß  A ufgabe der A erz te o rg an isa tio n  sein, diese 
gegen F r o n t  gemacht w erden, w enn  ein  d e ra rtig e r  S tre ik s  ebenfalls zu in h ib ie ren . D ie  A erzte müssen 
T e r ro r is m u s  h ie r einsetzt. W o b leib t d a n n  die u n s  nach unserm  D a fü rh a lte n  g anz  n e u tra l  sein.
gew ährleistete F re ih e it  der M e in u n g s ä u ß e ru n g ?  l in d  W ie gesagt, v erehrte  A nw esende, ich kann d a s  
m ögen es noch so viele A u to r i tä te n  sein, m ögen sie V orgehen  d e s  H e rrn  G eh e im d a t Dr. B essel-H agen 
R ä te  heißen , w ie sie w ollen, d a s  ist u n s  g leichgültig: nicht v e ru rte ilen . I c h  habe auch u n te r  d en  H än d e n  
w enn  w ir  unsere P flich t tu n , w enn d a s  G ew issen des H e rrn  G e h e im ra t Bessel-H agen gelegen, und  ich 
spricht, d a n n  pfeifen w ir  au f d ie  V o llzugs- und  A r­ m uß  offen gestehen, soweit ich in  m e in er K ran kh e it 
b e ite rrä te , d an n  tu n  w ir  d as , w a s  u n s  tausendm al d a s  habe beobachten können, h a t  er bei a llen  P a t i e n ­
höher steht. ten
(H ö r t!  h ö rt!  bei den U nabh än g igen . —  S e h r  richtig! (Z u ru fe  des S ta d tv .  Dr. Hertz)
bei d e r B ürgerlichen  F ra k tio n .)
—  aber, Genosse D r. Hertz, seien S i e  doch v e rn ü n f t ig !
D a s  ist unsere P flich t, H e rr  Dr. L öw en stein! W ir  —  n u r  V e rtra u e n  erweckt. —  S i e  sagen im m er. S i e  
haben durchaus begreifen  können, daß P rofessor w ollen ihn  nicht a l s  P e rso n  treffen . I n  dem  A u g en ­
Dr. Bessel-H agen, e in  so vornehm er, zurückhaltender blick, wo S i e  ihn  h ie r  heranz iehen , treffen  S i e  ihn  
M a n n , dem es ganz fern lieg t, sich agita torisch  zu a ls  P e rso n , ob S i e  w ollen  oder nicht. Ic h  b in  der 
b e tä tig en , d a s  getan  h a t , w a s  er tu n  m ußte  a ls  e in  felsenfesten U eberzeugung: h ie r lä ß t  sich d ie S ach e  
wirklicher F re u n d  feines V olkes. W ir  L itten  a u fs  nicht von der P e rso n  tren n en . D e r  G e h e im ra t Dr. 
entschiedenste, diesen T e r ro r is m u s  doch in  Z u k u n ft zu B essel-H agen h a t versucht, die M enschheit durch seinen 
unterlassen . W ir  sehen d a r in  nicht d ie deutsche Z u ­ A u fru f  von e in e r  T a t  a b zu h a lten , d ie  w ir  v e rab ­
kunft, von  der S i e  da d rüben  so außero rden tlich  viel scheuen, u nd  diesen A u fru f  konnten  w ir  nach m e in er 
reden. Ansicht alle unterschreiben.
(B ra v o !  bei d e r  B ürgerlichen  F ra k tio n .) (B ra v o ! )
Stadtv. Gebert: M ein e  H erre n ! Ic h  m u ß  offen F ü r  d i e  Z u k u n f t  w i r d  j a  h o f f e  n  t  - 
eingestehen, d aß  ich d a s  V orgehen  d e s  H e rrn  G eh e im ­ l i c h d i e A r  L e i t e r s  c h a f t d e r a r t i  g e w e i t -  
r a t  Dr. B essel-H agen a l s  nicht so schwer ansehe, w ie t r a g e n d e  B e s c h l ü s s e  n i c h t  m e h r  sia s s e n,  
d a s  von  der linken  S e i t e  geschieht. Ic h  gebe u n u m ­ d e n n s i e s c h n e i d e t s i c h d a m i t i n i h r e l g e -  
w u nd en  zu : a ls  der Beschluß gefaßt w urde, d aß  die n e s F l e i s c h .  D i e  K i n d e r  d e r B e s c h l u ß -  
E le k t r i z i t ä t - ,  G a s -  und  W asserwerke die A rb e it e in ­ f a s s e n d e n ,  i h r e  F r a u e n  u n d  s i e  s e l b s t  
stellen sollten, da  habe ich gesagt: h ie r  w ird  ein  Akt m ü s s e n  m i t  d a r u n t e r  l e i d e n ,  u nd  d a s  
vollzogen, der von ung eheu rer T rag w e ite  und  von w ollen  sie ja  auch nicht. I c h  sehe d ie  A n frag e , die
        
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