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Periodical volume 15. April 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 15 . A pril 1919
O rd n u n g  im  L an de  aufrechtzuerhalten . S of t ie  dieser —  H e r r  Kollege K rü ger ,  wer d a s  gemacht h a t ?  D a s  
F r ie d e n  d a s  bringen, w a s  m ir  u n te r  diesen t rau rig en  w ürden  S i e  ohne w eite res  wissen, w enn  S i e  d ra u ß e n  
Verhältnissen  von ihm  au e rw a r te n  haben, d a n n  bin gewesen w ären  oder  auch n u r  die gefrag t hä t ten ,  die 
ich der erste, der Rache predig t,  b is  au dem A u g e n ­ d ra uß en  w aren . D a n n  hät ten  I h n e n  die gesagt, daß  
blick, wo w ir  u n s  das  wiedergeholt haben, w a s  u ns  die S t r a p a z e n ,  die Leiden, die O p fe r ,  d ie G efa h ren  
setzt aus dem Wege der G ew alt  abgenom m en  w ird . des F e ldz ug s ,  verbunden  m it  der jam m ervo llen  E r ­
D a s  ist und  bleibt unser letztes W o r t  in dieser A n ­ n äh ru ng ,  schließlich unerträglich  w urden , u nd  daß 
gelegenheit! ein  militärischer V erband  nach dem an deren  d a ru n te r  
zusammenbrach.
(Lebhafter  B e ifa l l  bei der Bürgerlichen  F ra k t io n .)
(Z u ru fe  bei d e r  B ürgerlichen  F ra k t io n .)
Stadtv. Heilmann: M e in e  D a m e n  und  H erre n !  
Unsere H erre n  G egner  befolgen in  diesem S a a l  eine A ber  ich w undere  mich über den schlechten M o n ­
merkwürdige M ethode . S o b a ld  w ir  positive prak­ archisten, der  S i e  sind. S i e  bezweifeln nicht n u r  d a s  
tische A n regu ng en  vorbringen , heißt  es: d a s  ha t  W o r t  von  den stärkeren B a ta i l lo n e n ,  d a s  bekanntlich 
doch g ar  keinen Zweck, in  einem J a h r e  sino w ir  doch von Friedrich  dem G r o ß e n  s tam m t, sondern S i e  be­
in  G r o ß - B e r l in  e ingem eindet, w a s  wollen w i r  u n s  zweifeln auch m eine D ars te l lung  von  dem deutschen 
jetzt noch über  P ro b le m e  wie S o z ia l is ie ru n g  hier in Zusamm enbruch , die von  keinem a n dere n  a l s  dem 
C h a r lo t ie n b u rg  den K ops zerbrechen, w ir  können früheren  deutschen K ro n p r in z e n  Friedrich  W ilhe lm  
doch nicht praktisch arbeiten . W enn  w i r  aber  wieder stammt.
a llgem eine F r a g e n  anschneiden, ist e s  den  H erren , 
die h ie r  zuerst vom  9. N ovem ber  gesprochen haben, ( S t a d t v .  Dr. K rü g e r :  I s t  d a s  erwiesen?)
und  zw a r  in  schmähendem und  beschimpfendem T on ,  
auch nicht recht. I c h  g laube I h n e n ,  m eine H erren ,  D e r  H e r r  ha t  I h n e n  ja deutlich genug gesagt, er 
daß  e s  I h n e n  a m  bequemsten w äre .  S i e  könnten wisse ganz genau , w ie  die K atas trophe  gekommen sei. 
vom  9. N ovem ber  a l s  e inem  Unglückstag für  das  M a n  habe einen M o t o r  v ier J a h r e  lang  m i t  der  
deutsche Volk  sprechen, ohne d aß  m an  I h n e n  a n t ­ g röß ten  U m dreh un gsz ah l  lau fen  lassen, und  bei 
w orte t .  A ber  d a raus  dürfen  S i e  bei u n s  nicht einem solchen W ahnsinnsexem pel müsse d ann  n a t ü r ­
rechnen. lich eines T a g e s  ohne jede W a rn u n g ,  ohne jedes 
H e r r  Kollege K ünze l  h a t  d ann  gem ein t, er wisse vorherige Anzeichen der M o t o r  zusammenbrechen.
gar  nicht, von  welchem Stiftern er  sprechen solle. I c h  
habe ih n  nicht zu e iner A useinandersetzung m i t  der ( S t a d t v .  Dr. K rü g e r :  D a s  h a t  der K ro n p r in z  nicht 
S o z ia ld em o kra t ie ,  sondern zu e iner  A u se in a n d e r  gesagt!)
setzung m i t  der  R epublik  aufgefordert ,  u nd  die R e p u ­
blik bleibt die eine g roße  deutsche Republik , gleichviel, —  G e w iß !
w er  zufällig gerade K anzler ,  M in is te rp räs ide n t  oder 
K r ieg sm in is te r  ist. U nd, H e r r  Kollege K ünze l,  am  ( S t a d t v .  Dr. K rü g e r :  N e in ! )
B es tände  der R epub lik  än d e r t  e s  sogar nichts, w enn 
es irgend jem and  in  Deutschland geben sollte, dem W e n n  es der K ro n p r in z  gesagt hätte , w äre  es ein 
m eine Schreibweise nicht gefällt. besseres Z e u g n is  fü r  seine In te l l ig e n z ,  a l s  es seine 
( S t a d t v .  K ünze ll  I h r e n  eigenen Genossen!) F reundschaft m i t  H e r rn  v. L ld e n b u rg -Ja n u sc h a u  w ar .  W e n n  er es nicht gesagt hat ,  so bleibt es  gleich­
—  J a  gewiß, w enn  selbst m einen  eigenen Genossen wohl vollkommen zutreffend und  w ahr.
m e ine  Schreibweise nicht gefällt, än der t  d a s  gar  nichts M e in e  H erren ,  d a s  deutsche H eer ist d a ru n te r  
a n  der Republik . U cb r iaen s  a lauben  S i e  doch wohl zusammengebrochen, daß  m a n  ihm  eine Leistung zit- 
selbst nicht, daß  u n te r  der M on arch ie  a l le s  re iner  aem ute t  hat . die au f  die D a u e r  von keinem H eer  der 
schöner F r ie d e n  gewesen wäre , a l s  ob e s  da keine W e l t  e rfü ll t  werden konnte. V ie r  J a h r e  lang 
R ich tungen , S t r ö m u n g e n  und  K äm pfe  gegeben hätte. b a t  d a s  deutsche H eer d a s  Unmögliche ge­
Lassen S i e  u n s  n u r  w eiter  ruh ig  u n s  a u s e in a n d e r ­ schafft, sich einer erdrückenden Ueberzahl zu 
setzen, um  u n s  z u r  K la rh e i t  über  den besten Weg mehren. D a n n  brach es zusam m en, und  a l s  F o lg e  
durchzuringen und  d a m i t  den In te re ssen  des Volkes des Zusam m enbruchs kam die R ev o lu t io n .  D a s  ist 
zu dienen. der geschichtliche Z usam m e nh ang ,  an  dem alle 93er- ' drehungsversuckc nicht d as  G eringste  ä n d e rn  können.
N u n  ba t  es mich aber -gefreut, daß  wenigstens 
H e r r  Dr. K rü g e r  a u s  seinem H erzen  auch heut keine N u n  h a t  der H e r r  S t a d t v .  K rü g e r  u n s  wieder 
M ö rd e rg ru b e  gemacht und u n s  a l les  d a s  gesagt hat, a l s  die schlechten P a t r i o t e n  bezeichnet, die d a s  P a r -  
w a s  w i r  ja früher  schon von ihm an  L iebe nsw ü rd ig ­ teiiNteresse höher gestellt hä t ten  a l s  den S i e g .  U m ­
keiten gehört haben. Also die R e v o lu t io n  ha t  das gekehrt w a r  es! D ie  schlechten P a t r i o t e n  w are n  
große deutsche H eer zerstört! H e r r  Kollege K rüger  I h r e  F reun de ,  die die M o r a l  des deutschen H eeres  
weiß  n ichts  davon, daß, ehe die R ev o lu t io n  a u s -  u n te rg ra ben  h a b e n : e in m al  durch w ahnsinnige E r -  
brach, schon M o n a t e  zuvor  Brüssel von Fahnenflüch­ o berunasp läne  u nd  sodann durch die V erw e igerung  des gleichen W ahlrechts.
tigen  überfü ll t  w a r ,
( S e h r  richtig! bei den S oz ia ld e m o k ra te n . )
( S t a d t v .  Dr. K rü g e r :  D ie  R e v o lu t io n ä re  w aren  d a s ! )
A n  dem T age, an  dem die W ahlrech tsvorlage  im 
daß  steh ein V erb an d  nach dem anderen  auflöste. preußischen L a n d ta g  abgelehnt w urde , a n  dem T ag e  
haben S i e  den K rieg  ver loren  gemacht!
( S t a d t v .  Dr. K r ü g e r :  W a r u m  d e n n ?  W e r  ha t  das  
gem acht?) ( S t a d t v .  O t to :  S e h r  richtig!)
        
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