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Periodical volume 19. März 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

LOO
Sitzung am 19. März 1919
Versammlung, selbst wenn er zum Beschluß erhoben daß ich mich wirklich sehr zusammennehmen m uß, um 
würde, folgen könnte. Aber ich würde es m it be­ die R ohheit auszubringen, dieses Id y l l  nun  noch wei­
sonderer F reude begrüßen —  und ich entnehme die ter zu stören. Aber ich m uß dem  H errn  O berbürger­
leise Hoffnung a u s  der so sehr erfreulichen B eg rü n ­ meister doch einwenden, daß e r  die Einsicht der neu- 
dung des H errn  A ntragstellers — , wenn der A ntrag gewählten Stadtverordnetenversam m lung, wie m ir 
zurückgezogen werden könnte. scheint, ein wenig un reich ätz r.
E s  ist g a r nicht unsere Absicht, unentbehrliche 
(B rav o !) M ita rbe ite r a u s  dem M agistra t herauszuw ählen oder, 
genauer gesagt, die Herren, wenn sie ihre Aem ter zur 
Ltadtv. SUick: M eine D am en und H erren! V erfügung und sich zur N euw ahl stellen, nicht wie­
M eine F reunde  werden für den A n trag  stimmen. der zu wählen. W enn E bert und Scheidem ann a ls  
Auch unsere Zustim m ung soll kein M iß tra u e n s­ Bollsbeaustragte zurücktreten oder ihre Aem ter in  die 
votum  für die unbesoldeten M agistra tsm itg lieder Hände der N ationalversam m lung legen, so ist dam it 
sein: im G egenteil, w ir  erkennen ihre verdienstvolle noch gar nicht gesagt, daß sie nicht a ls  Reichspräsident 
T ätigkeit, die sie für die gedeihliche Entwicklung oder Reichsm inisterprästdent wieder austauchen. Und 
C hario itenburgs geleistet haben, restlos an . W ir wenn unser Kollege P a u l  Hirsch vorgestern sein Am t 
wissen, daß viele von ihnen jahrzehntelang ihre a ls  preußischer M inisterpräsident in  die Hände der 
ganze A rbeitskraft, ih r ganzes Wissen und K önnen Landesversam m lung gelegt hat, so hat ih n  schon ein 
in den D ienst der S tadrgcm einde gestellt und dam it freundlicher Z u ru f a ls  den künftigen preußischen M i­
den guten R u f, den C harlo ttenburg  außerhalb  seiner nisterpräsidenten begrüßt.
G renzen genießt, gefördert und erhalten haben. M eine D am en und Herren, es ist wirklich nicht 
Auch die neue S tad tverordnetenversam m lung  sollte unser P la n  gewesen, hier einen M assenmord un ter 
sich angelegen fein lassen, diesen R u f w eiter zu för­ den unbesoldeten S  to d ts te n  zu veranstalten.
dern. Aber, meine D am en und H erren, um ein 
gedeihliches Zusam m enarbeiten zu gewährleisten, ist (G roße Heiterkeit.)
es doch notwendig, daß der M agistra t entsprechend 
dem heutigen B ilde der S tad tverordnetenversam m ­ W ir dachten nu r, die H erren  w ürden selbst —  
lung eine andere Zusammensetzung erfährt, und aus und der H err Oberbürgermeister hat d a s  ja in ge­
diesen G ründen werden meine F reunde für den A n­ wissem S in n e  bestätigt —  das B edü rfn is  haben, an  
trag  stimmen. uns m it der F rage heranzutre ten: haben w ir auch 
euer V ertrauen, und dann  hätten w ir allen den 
S ta d tv . Panschow: Auch bei m einen F reunden  H erren, die unentbehrlich sind —  und darüber hätten 
finden die Gedanken, die in dem A n trag  der F rak ­ sich die F raktionen untereinander ausgesprochen — , 
tion von der Linken liegen, gewisse Zustim m ung und gesagt: ja, ih r habt auch unser V ertrauen, und wo es 
Anerkennung. W ir  können u n s  aber den G ründen, möglich gewesen wäre, hätten w ir  darauf hingewirkt, 
die der H err Oberbürgerm eister hier vorgetiagen hat, einen, zwei, drei Plätze im M agistra t für-neue H erren 
nur in vollem Umfange anschließen, und wer wie ich, frei zu machen, dam it auch die neuen Kräfte, die durch 
meine D am en und H erren, in jahrelanger Tätigkeit d as  neue Wahlsystem dieser V ersam m lung zugeslosien 
gesehen hat, welches unendliche M aß  von treuer, h in ­ sind, im  M agistra t R aum  und Möglichkeit zur M it­
gehendster Pflichterfüllung und uneigennützigster arbeit finden.
Indienstste llung seitens der unbesoldeten M itg lieder 
des M ag istra ts  aufgewendet worden ist, der wird I n  diesem S in n e  w ar unser A ntrag  gem eint, 
eigentlich doch den Stachel, der in diesem A ntrag  und im  Gegensatz zu dem H errn  Kollegen M eyer, der 
liegt, bedauern müssen. W ir würden debalb nicht gesagt hat. e r  w ürde e s  unendlich bedauern, wenn die 
in  der Lage sein, dem A ntrag  in  diesem S in n e  zu­ unbesoldeten M agistratsm itglieder ihre Aem ter nie­
zustimmen: er m üßte noch eine M odifikation er­ derlegen. m uß ich sagen: ich würde es m it F reuden 
fahren, und zwar um  so m ehr, m eine D am en und begrüßen, wenn nach vorheriger Besprechung -unter 
H erren, weil ich m ir sehr wohl denken kann, daß die den P a rte ien  -und nach vorheriger V erabredung über 
Wünsche, die aus der linken S e ite  dieses Hauses be­ -den Zeitpunkt der W iederwahl die H erren unbesol­
stehen, auch noch in anderer F o rm  erfü llt werden deten S ta d trä te  ihre Aem ter zur Verfügung stellen. 
könnten a ls  durch einen A n trag , von dem w ir nach Ich  b in  überzeugt, daß  es u n s  gelingen würde, die 
der E rklärung des H errn  O berbürgerm eisters wissen Aemter so neu zu 'besetzen, daß  der M agistra t über -den 
müssen, daß er zu einem gewitzen Konflikt m it der Vertust unentbehrlicher M itarbeiter nicht zu klagen 
Stadtverordnetenversam m lung führen m uß. W ir hat, und daß  die H erren unbesoldeten S ta d trä te  nicht 
würden es deshalb auch dankbar begrüßen, wenn die mehr über die Unsicherheit zu klagen haben, ob sie 
Herren A ntragsteller sich entschließen würden, ihren auch das V ertrauen  dieser Bersam m ung im vollen 
A ntrag zurückzuziehen und ihn hier nicht zur Ab­ Umfange besitzen. M ir  scheint die Anregung, die w ir gegeben hoben, einer so loyalen und freundschaftlichen 
stimmung zu bringen, in  der E rw artu n g , daß sich 
die Wünsche, die sie hegen, vielleicht in anderer A usführung  zugänglich, -daß ich doch nicht recht die 
F orm  der E rfü llung  näher bringen lasien. Bedenken verstehe, die von den H erren dagegen er­hoben worden sind.
(D ie Aussprache wird geschlossen.) H err Kollege Meiner hat betont, es läge kein be­sonderes B edürfn is fü r  C harlottenburg vor. D as  
Stadtv. Heilmann (S ch lu ß w o rt): M eine Herren trifft zu. Aber H errn  Kollegen M eyer wird nicht 
Kollegen! E s  ist von den verschiedenen H erren, die unbekannt sein, wie sich dieser Wechsel an  den S tellen  
zu dem A ntrag  gesprochen haben, über die Tätigkeit vollzieht, wo ein besonderes B edü rfn is  vorliegt. I n  
des M ag istra ts  ein so rührendes Id y l l  gezeichnet einer ganzen Reihe von B erliner Gem einden sind die 
worden, neugewählten M ehrheiten der S tad tverordnetenver­sammlung in  Obstruktion getreten und haben erklärt: 
(Heiterkeit) w ir verhandeln nicht weiter, w ir machen euch alle
        
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