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Periodical volume 24. April 1918

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1918

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Litzmig om ! !4. April  1U18
Das ist die große Mehrheit. Der Antrag ist zum E ine  A n tw o rt ist h ierauf m eines W issens noch nicht 
Besrbluffe erhoben. erfolgt, also' v o r lä u f ig . steht diese B ehaup tung  noch 
D a m it sind d ie  Gegenstände der öffentlichen untoiberlegt da.
T agesordnung  erledigt. % Z u  der F rag e , ob die M aßnahm e nö tig  ist, n u r  
W ir kommen nunm ehr zur V erhandlung  des noch eine B em erkung. M eine H erren , w enn S ie  durch 
dringlichen A n tra g s , von dem ich vorhin  gesprochen die S tr a ß e n  von B e rlin  gehen, dann werden S ie  
habe: manches D enkm al finden, d a s  a u s  M etall hergestellt 
Antrag der Ltadtv. C ito und Gen. betr. die Durch­ ist, das nicht unbedingt zur Verschönerung der S ta d t  
führung der Metallenteignung. beiträg t. Ich  kann m ir z. B . den Leipziger P latz  
D e r A n trag  lau te t: ohne die beiden D enkm äler dort ganz gut denken; 
D ie Stadtverordnetenversammlung wolle ich glaube nicht, daß er häßlicher sein w ird , wenn 
beschließen, diese D enkm äler en tfe rn t w ären . Also M eta ll ist auf öffentlichen S tra ß e n  vorhanden. F e rn e r finden S ie  
den M ag is tra t zu ersuch)en, unverzüglich —  auf den fiskalischen G ebäuden noch sehr viel K upfe r; 
möglichst im  Z usam m enw irken m it :cn  diese K npserdaller sind zum großen T eil rte-ch nicht 
übrigen M agistra ten  G ro ß a M rlin S  —  ge­ fortgenom m en, und die K uppel per Schloßkirche in  
eignete Schritte  zu tum, o a m it im  F a lle  B e rlin  m it ihrer unechten P a t in a  leuchtet auch im m er 
-der D urchführung der M etallen teignung  noch g rün . W eiter können S i e  finde.«, daß in  der 
■ 1. notw endige G egenstände, wie T ü r ­ Hochbahn noch sehr viele M essingteile vorhanden sind. 
klinken. Fenstergriffe  it. dgl. nicht en t­ M e in e r Ansicht mach sind das ganz bedeutende Q u a n ­
eignet w erden, ohne 'daß g l e i ch - titä te n . Das Wrffffche Büro hat vor-n ich t allzu 
> z e i t i g  geeignete Eisatzgegenstände ge­ langer Z e it  m itgeteilt, daß die .Kriegsbeute im  Westen 
liefert weichen und für Abnahm e und a n  M eta ll derartig  groß sei, daß der Heeresbedaiff 
.  A nbringung  durch A rbeitskräfte und auf a u f  ein ganzes J a h r  gedeckt ist. I m  R eichstage ist 
Stü)teit des Reiches gefolgt w ird : dem zw ar widersprochen w orden; aber m an  sollte 
2. die E igen tüm er nicht stloß nach dem m einen, w enn das Wolfssche B ü ro , das doch von B e ­
M etalkw ert entschädigt werden, sondern hörden zensiert oder m indestens v o n , ihnen gelesen 
gem äß den allgem einen G rundsätzen 'bei w ird, eine solche Nachricht unwidersprochen «durch die 
E n te ignung  von P riv a te ig en tu m  zur W elt gehen läß t, dann m u ß  etw as d a ran  sein. J e d e n ­
Sicherstelln ng von K riegsbedarf zu falls, die N oiw -M dW eit, d er Bevölkerung die n ö tig ­
einem  dem  wirklichen W erte  d e r enteig­ sten T in g e  zu enteignen, ist nach m einer Ansicht vor­
neten G egenstände entfprechenden Preise. läufig  noch nicht erwiesen.
A ntragsteller e tn b to . Io le n b e rg : M eine  H erren! N u n  die andere F ra g e : ist diese M aßregel durch­
D e r  M ag istra t hat die von der R egierung verfügte fü h rb ar?  I n  einer ve rhä ltn ism äß ig  kurzen Z eit 
Lchchlagnachme von Einrichtim gS-gsgenständen a u s  sollen Einrichtungsgegicnstände von M etall de­
M etall durch Bokanntm achuW  vom  9. A p ril dahin m on tie rt, ersetzt und abgeliefert werden. W er das 
zur A usfüh rung  gebracht, daß ein T eil unserer M i t ­ nicht tu t, w ird  bestraft. I n  vielen F ä lle n  w ird das 
bürger bereits aufgefordert ist, m it kurzer F r is t  d ie  bei dein bestehenden M ange l an A rbeitskräften  und 
beschlagnahlinten Gegenstände abzuliefern. Unser M a ­ an E rsatzm aterial nicht möglich sein. B o r allen D in ­
gistrat ist, wie in vielen D ingen , so auch in 'd iesem  gen tr iff t  diese M aß n ah m e  w ieder die Hausbesitzer, 
F a lle  w ieder der echte in G ro ß -B erlin . die in diesem Kriege schon so außerordentlich stark 
Diese Beschlagnahme bedeutet einen tiefgehenden haben bluten müssen. D ie  Türklinken und Fenster­
E in g riff  in  b a s  E igen tum , der alle M itb ü rg er be­ griffe sollen abgenommen., ersetzt und abgeliefert w er­
trifft. E s  handelt sich zum T eil um  unersetzliche den. W oher sollen die nötigen A rbeitskräfte  zu r 
Gegenstände, D ie  B evölkerung hat im  Felde sowohl Abnahm e genom m en wenden, woher das Ersatz- 
wie in der H eim at bewiesen, daß sie zu jedem O pfer m a te ria l?  L iefert der Hausbesitzer nicht, pünktlich ab, 
bereit ist. wenn es nötig  ist. Ich  möchte versuchen, so w ird  er bestraft. K ann  er seinen M ie te rn  keine 
die A ngelegenheit von der praktischen und nürtschast- neuen Klinken und Fenstergriffe-geben, so hat e r  «den 
lichen S e tte  zu beleuchten; von der rechtlichen S e ite  Schadenersatzprozeß auf dem Hälse, denn d ie  T ü ren  
wind d ies später ein Bevusenerer tu n . und Fenster können rocht be tä tig t werden, w enn  keine 
E s  entsteht die F rag e , m eine H erren : ist diese G riffe  d a ran  sind. N u n  sagt a llerd ings die V ero rd ­
M aßnahm e nötig — , und  seiner die F rag e : ist diese nung  im  § 7, Astlieferung: „D ie  enteigneten G egen­
M aßnahm e durchführbar. O b sie nö tig  ist, wage ich stände sind a lsbald  freizumachen ln ö tig en fa lls  au szu ­
nicht zu entscheiden. Ic h  «nächte Ih n e n  aber a u s bauen) und entsprechend den A nw eisungen der be­
e iner E ingabe der W irtschaftlichen B erein igung  des auftrag ten  B ehörden an die kom m unalen S am m et- 
B u n d es  her B e rlin e r  Hausbesitzer an den Herrn stellen abzuliefern. D ie  beauftrag ten  B ehörden be­
S taa tssek re tä r d e s  R eichsw irtschaflsam is eine kleine stimmen, b is  zu welchen Z eitpunkten die A blieferung 
S te lle  vorlesen, die im m erhin charakteristisch ist. D er dieser Gegenstände erfolgen m uß. Grundsätzlich sind 
B u n d  schreibt hier: Gegenstände, die zum Zwecke der A blieferung vom 
W ie w ir authentisch unterrichtet zu sein Besitzer selbst freigemacht wenden können und f ü r  die 
glauben, soll die Beschlagnahme der Türklinken ein Ersatz nicht unbeding t erforderlich ist" —  also 
b e re its  setzt in  beschleunigtem Tem po vor­ Reiche I , die jetzt d ran  ist ---  „ohne Vorzug astzn- 
genomm en w eiden, um  dadurch den K riegs- ie fm t" . M eine  H erren , un ter der R eihe I befinden 
Ärdarf a ls  notw endige Ursache hinzustellen. I n sich z. B . Köpfe der Teppichstangen; N um m er 25 
Wirklichkeit sei jedoch beabsichtigt, d a s  von den dieser Reiche führt au f: T reppcnläiifeistangcn,
Hausbesitzern enteignete M e ta ll fü r  verschiedene T reppenläuserstangen-E ntknöpfe . .. Also 'der H a u s ­
in der Z e it der Uebergangsw irtschäft notwendige besitzer ist gezw ungen, die Treppenstangen ohne Ersatz 
F riedensarbe iten  zu verw erten, und zw ar so­ einfach wegzunehm en. D ie  Fo lge ist, da ein Ersatz 
wohl in staatlichen wie p rivaten  B etrieben . gar nicht möglich ist, daß er seine L äufer von den
        
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