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Periodical volume 27. Februar 1918

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1918

'3Ö Sitzung am 27 Fcbiuar 1918
weil durch sie dessen Lösung verhindert wird» weil —  N ein, das w ar nicht der G rund  der Umgestal-- 
—  so soll nach den heutigen Z eitungen etwa die tung; im  G egenteil, es h a t im  Bestreben der K önig­
Aeußerung des H errn  Oberpräsidenten gelautet lichen S taatsregierung^nach m einer K enn tn is im m er 
haben — , m it einer solchen Beschlußfasiung eine n u r gelegen, den Zweckverband einm al organisatorisch 
weitere Ausgestaltung des Zweckverbandes, der P la n  und auf der andern S e ite  in  bezug auf die Ueber- 
der G ründung einer P ro v in z  G roß -B erlin  und der­ wahme von bestimmten neuen Aufgaben, in  die' aber 
gleichen a ls  erledigt gelten können. der Lastenausgleich nicht essentiell eingezogen w ar. 
M eine Herren, der H err Oberbürgerm eister hat umzugestalten. Jed en fa lls  gibt es eine ganze Masse 
es endlich gem ißbilligt, daß w ir unserer K ritik die von anderen Gebieten, auf die eine A usdehnung des 
Abstimmung von Abgeordneten einer andern K ör­ Zweckverbandes un ter Um ständen zweckmäßig sein 
perschaft unterw orfen haben. Ich  erkenne an, daß könnte, und diese fallen durch die E rklärung der 
unsere Abgeordneten im P rov inz ia lland tage  an  S taa tsreg ie rung , wie sie nach dem W ortlau t aufzu­
irgendwelche Richtlinien der S tad tverordnetenver­ fassen ist, nach keiner Richtung tangiert werden. 
sammlung und des M a g is tra ts  nicht gebunden sind, Ich darf aber, wie gesagt, nochmals feststellen, daß 
wenngleich ich es auch a ls  sehr wünschenswert be­ die E rw ägungen, die sich gegen irgendwelche Umge­
trachten möchte, daß die M itglieder, die w ir dort­ staltung von G roß-B evlin richteten, durchaus den 
hin  entsenden, in  ihren Abstim m ungen bei wichtigen P rov inz ia lland tag  nicht bewogen haben, die heutige 
Anlässen eine gewisse F ühlungnahm e m it den G e­ Vorlage anzunehmen, sondern es lag ganz einfach 
meindekörperschaften aufrechterhalten. die Sache so, daß von der großen M a jo ritä t der Abgeordneten anerkannt wurde —  etwas, w as ü b ri­
(S e h r  richtig!) gens auch hier in der S tadtverordnetenversam m lung und von allen, die sich dam it befaßt haben, im m er 
anerkannt worden ist -— , nämlich e i n  r e l a t i v e r  
Aber vor allen D ingen richtet stch die K ritik nicht N o t s t a n d  d e r  G e m e i n d e n  i m O  st e n 
sowohl gegen die Abstim mung unserer Abgeordneten, v o n  B e r l i n .  Und, meine Herren, diesen N o t­
a ls  vielmehr gegen die Beschlußfasiung des P ro v in ­ stand auf eine A rt zu beseitigen, wie sie allein in 
ziallandtags. Diese Beschlußfassung zu kritisieren, der Zuständigkeit und Möglichkeit der P ro v in z  lie ­
ist, wie gesagt, unser Recht; sie ist m eines Erachtens gen konnte, m uß schließlich der P ro v in z  unbenom­
auch unsere Pflicht, eben wegen der W irkung, die sie men bleiben. D a s  sind einfach die M otive gewesen, 
auf unsern H au sh a lt hat. die die P ro v in z  und die M ehrheit der P ro v in z ia l­
landtagsabgeordneten, auch die M ehrheit der V ertre­
(Bravo!) ter C harlo ttenburgs bewogen haben, ihm zuzustim ­
men, wobei ich vollkommen darauf verzichte und  
Oberbürgermeister Dr. Scholz: M eine Herren! m it Absicht verzichte, irgendwelche Beweggründe 
Ich  habe zunächst festzustellen, daß es m ir nicht im kommunalpolitischer N a tu r  hier zu erörtern . D a s  
T raum e eingefallen ist, die Berechtigung der Kritik w ürde naturgem äß viel zu weit gehen.
der S tadtverordnetenversam m lung an alledem zu be­ M eine H erren, ich darf aber noch eins gegen­
streiten, w as sie irgendwie in den Bereich ihrer E r ­ über der von m ir durchaus zugegebenen B ehaup­
örterung ziehen will. Ich  habe lediglich m e i n e r ­ tung des Herrn, V orredners feststellen, daß es näm ­
s e i t s  festgestellt, daß i ch nicht beabsichtigt habe, auf lich, so wenig auch die Abgeordneten Charilotten- 
diesen Gegenstand einzugehen. N un zeigt sich, glaube burgs im  P rov inz ia lland tag  an  ein M an d a t gebun­
ich, die Richtigkeit einer zweiten B ehauptung von m ir, den sind, doch zweckmäßig ist, wenn sie sich in  der 
der nämlich, daß es immer m it einer gewissen Gefahr allgemeinen P o litik  der S ta d t  auf dem gemeinschaft­
verbunden ist, K ritik an Vorgängen in anderen P a r ­ lichen B oden der Ansichten der beiden Kollegien be­
lam enten zu üben, w enn m an die Vorgänge nicht wegen. D a s  Ivar fü r mich von vornherein der A n­
kennt, ziemlich deutlich in den A usführungen meines laß, daß ich bereits vor 10 Tagen, d. H. a ls  die V o r­
verehrten H errn  V orredners. D enn er hat dem P ro -  lage eben bekannt geworben w ar, die sämtlichen 
vinzia.landtag und den Herren, die für die Vorlage M itg lieder des P rov inz ia lland tages au s  beiden K ol­
gestimmt haben, ein M otiv  untergeschoben, das sie legien zufammenberief, sogar zweimal zusammenbe­
durchaus nicht bewegt hat. N iem and >on uns —  ich rief, da das erste M a l verschiedene H erren trotz der 
glaube, auch niem and im  Provinzia lland tage —  Wichtigkeit der Sache nicht erscheinen konnten, und 
dachte bei der Verabschiedung dieser Vorlage daran, m it ihnen die Angelegenheit sehr eingehend und sehr 
etwa für ewige Zeiten alle Veränderungen in G roß- gründlich besprochen habe, und zw ar —  das w ill 
B erlin  ausscheiden zu wollen. Ich  kann auch fest­ ich denn doch heute auch feststellen •—  ohne vom 
stellen, daß auch die Erklärung des Oberpräsidenten, irgendeiner S e ite  in  der B eratung  grundsätzliche 
die in den Abendzeitungen bereits abgedruckt ist, Gegnerschaft zu finden.
durchaus m ißverstanden worden ist, wenn m an etwa 
daraus herauslesen wollte, daß die S taatsreg ierung  (Bürgerm eister Dr. M a i e r :  S e h r  richtig!)
sich gegen jede Umgestaltung des Zweckverbandes er­
klärt hätte. N ein, meine Herren, sie hat lediglich A llerdings will ich von vornherein zugeben, daß B e­
erklärt, daß die Umgestaltung des Zweckverbandes denken nicht ausblieben: aber von einer g r u n d ­
n a c h  d e r  R i c h t u n g  d e s  L a s t e n a u s ­ s ä t z l i c h e n  G e g n e r s c h a f t  w ar von keiner 
g l e i c h e s  einstweilen durch die Annahme dieser S e ife  die Rede. M eine H erren, ich fühle mich doch 
V orlage für sie gegenstandslos geworden ist, nicht verpflichtet, das hier festzustellen und außerdem  fest­
aber, daß sie eine Umgestaltung des Zweckverbgndes zustellen, daß m it einer A usnahm e —  das wurde 
nicht nach wie vor auf anderen Gebieten für n o t­ ja auch schon heute hier mehrfach erw ähnt —  die 
wendig hält. sämtlichen P rovinzia llandtagsabgeordneten C harlo t­
tenburgs sowohl im  Ausschuß a ls  im P lenum  fiir: 
(Z u ru f: D as  ivar der G rund  der U m gestaltung!) die V orlage eingetreten sind.
        
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