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Periodical volume 27. Februar 1918

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1918

'SS kitzmtz ant -21 chbruar 1918
spcuch nehm endes Marscki am  nächsten T age vorhat, Ebenso wie die Einkommensteuer find auch nach 
r.chtig tu t, wenn er am  Abend vorher eine anstren­ meiner Ansicht die anderen S te u e rn  viel zu gering 
gende T o u r un tern  im nt. Ich  glaube, vollkommene veranschlagt. Ick, nenne da die K inosteuer, die Um ­
R uhe, um am  nächsten M orgen bei frischen K räften satzsteuer und die Zuwachssteuer. F erner möchte ich 
die A nstrengungen zu loggen, ist in  einem solchen glauben, daß auch sonst manche Schätzungen von 
F a lle  das Em pfehlensw ertere. S o  können auch w ir E innahm en in dem  u n s vorliegenden Voranschläge 
m einer Ansicht nach keinen A nlaß  d a rau s  entnehmen, nicht genügend hoch erfolgt sind. Ich  verweise z. B . 
daß w ir künftig unsere Schultern  fü r stärkere S te u e r­ auf die Abschätzung des G ew inns, der auf G rund  
belastung hergeben müssen, dieses J a h r  eine solche zu des niedrigen K urses der S tad tan le ihen  durch ihren 
übernehmen, wenn das nicht nach den F inanzen Aufkauf zum Zwecke der T ilgu ng  erzielt w ird. I n  
dieses E ta tjah re s  das Gebotene und N otw endige ist. dem K apitel X I I I  Ahschnitt 12 ist dafür a llerd ings 
I n  diesem P unk te  folge ich durchaus in  allem den die S um m e von 240 000 Ji mehr gegen das V o r­
A usführungen des H errn  V orredners. jahr eingesetzt w orden: anstatt 260 000 Jk jetzt 
D er H err K äm m erer hat eine ähnliche Schätzung 500 OOOviO Diese Schätzung ist aber noch viel zu 
unserer Einkommenverhältnisse schon gegen meine Niedrig. Zunächst nehme ich an , daß der H err K äm m erer, den ich a ls einen guten und vorhersehen­
Einw endungen im  J a h re  1916 gemacht, un s w ir den F in an zm an n  schätze, sich zum T eil schon die zur 
haben a u s  dem Abschlüsse des J a h re s  1916 gesehen, 
wie sehr er sich ge irrt hat, indem  w ir eine beträcht­ T ilgung  erforderlichen Anleihebeträge gesichert und 
liche M ehreinnahm e von etw a 21/j* M illion en  M ark ja  m it von den niedrigen Kursen, die bisher besinn 
verbuchen können. Aehnlich wird e s  sicherlich m it den haben, p rofitie rt hat. Ich  glaube aber auch, 
dem J a h re  1917 gehen. D er H err K äm m erer hat daß die Kurse von S tad tan le ihen  sich später, wenn der F rieden  geschlossen ist, w as, wie ich hoffe, nock> 
zwar, soweit ich gehört habe. positive Angaben hier­ in diesem E ta tjah re  der F a ll sein w ird, wieder senken 
über noch nicht machen können oder wollen; aber ich 
glaube, nicht fehl zu gehen, wenn ich meine, daß werden, schon durch die Ausgabe der dann auf den 
er einen ganz beträchtlichen Ucberschuß zugeben muß. M ark t strömenden vielen anderen Anleihen und durch 
D asselbe w ird fü r d a s  J a h r  1918 sicherlich der Fall den K apitalbedarf für W iederaufrichtung unseres 
sein. Ic h  w ill nicht alle die A usführungen, die der W irtschaftslebens. E s  toivd daher ein Ansatz von 1 M illio n  E rsp a rn is  für die T ilgung kein zu hoch 
H err V orredner gemacht hat, wiederholen. Ich  will gegriffener sein, und w ir können nicht 240 000, son­
nu r d arau f hinweisen, daß die allgemeine Lage des dern 740 000 J ! hier a ls  M ehreinnahm en ansetzen.
Geldmarktes, die allgemeine Lage des Verdienstes 
überhaupt dafür spricht, daß die S teig erung , W eiter habe ich bei einzelnen anderen Positionen 
die von 1915 b is 1916 und von 1916 zu 1917 zu die Möglichkeit kleinerer M ehreinnahm en herausge­
verzeichnen w ar, auch fü r das J a h r  1918 anhalten rechnet, abgesehen von der F ilialsteuer, die m ir e in er 
w ird. T ie  staatliche Verschuldung ist zw ar gewachsen, näheren E rö rte ru ng  in dem Ausschuß w ert zu sein 
aber das Verm ögen und d a s  Einkom m en der B ürger scheint, so daß etwa 200 000 dt noch herauszuholen 
ist gestiegen. Gestiegen sind ferner d ie 'D iv id en den  sind, ohne die S u ln m e, die der H err S tad tv ero rd n e ten ­
der meisten Aktiengesellschaften; gestiegen ist ferner vorsteher vorhin bei den Kohlen und sonst herausge­
der Z in sfu ß , gestiegen sind die Arbciterlöhne, und rechnet hat.
In d u s tr ie  und H andel werden gut und lohnens be­ Ic h  komme n u n  zu r Besprechung der Gesamt- 
schäftigt. N un  haben w ir gerade in  unserer S ta d t  last, die nach dem Friedensschluß auf dem Lande 
sowohl diejenigen Kreise, die auf G ru n d  der hohen ruhen w ird, und gebe d a rin  dem H errn  K äm m erer 
Löhne verdienen, a ls  auch diejenigen' Kreise; vollkommen recht, daß diese ganz enorm  sein wird. 
die in  H andel und In d u s tr ie  sich die günstige Aber ich bin der Ansicht, daß  hier ein gerechter 
M arktlage zunutze gemacht haben und machen Lastenausgleich eingeführt werden sollte, ein Lasten­
können. Ic h  glaube deshalb, daß bcr_  H err ausgleich, der mehr die Sache trifft a ls  der heute 
K äm m erer trotz der großen E rhöhung des S te u e r-  im P ro v inz ia lland tag  beschlossene „sogenannte", wie 
sim plum s dieses noch bedeutend zu niedrig ein­ ihn der H err K äm m erer m it Recht bezeichnet hat. 
geschätzt hat, und daß w ir es bedeutend höher ein­ Ic h  meine, unser E ta t  en thält an sehr vielen S te llen , 
schätzen können, ohne fehl zu gehen und ohne einen abgesehen von den Teuerungszulagen für die Ar­
Rückschlag zu erleiden. be iter unserer W erke, großes A usgabenerhöhungen, s ie  n u r durch den Krieg veran laß t worden sind, >'o 
D er H err K äm m erer sagte zur W iderlegung daß m an sie durchaus a ls  Kriegslasten bewerten muß.
dieser Annahm e, daß w ir a llein  dadurch einen A u s­ Diese Lasten sollte die G egenw art nicht allein 
fall an Einkommensteuer erleiden, daß 115 M illionen  tragen. D ie  G egenw art h a t durch die Teilnahm e 
für die K riegsgewinnsteuer von dem  Vermögen der am  K riege schon so große andevweitc O pfer gebracht, 
E inw ohner abzuziehen sind, somit also auch die E in ­ daß es  n u r  gerecht und b illig  ist, w enn das E in ­
kommensteuer davon entfällt. S p ä te r  aber w ider­ stehen fü r solche Lasten au f eine längere Z e it ver­
legte er sich und sagte: diese K riegsqew inne w ären, te ilt w ird , wenn nicht n u r  w ir  sie später nach und 
wie ihm  alle K enner des S teuerw esens bestätigen nach abtragen, sondern auch unsere K inder und viel­
w ürden, steuerlich fast gar nicht zu erfassen. Ich  leicht noch unsere Enkel an der A btragung teilzu­
möchte m einen, er habe recht. D ie  K riegsgew innc, nehm en haben. W ir tu n  genug, wenn w ir unsere 
für welche diese 115 M illio n en  K riegsgew inn­ W irtschaftsW hvung, w enn w ir unsere P o litik  derart 
steuer zu zahlen w aren, sind n u r zu einem  geringen einrichten, daß w ir  unseren K indern  ein mächtiges, 
Teile bei der früheren Einkommensteuerschätzung e r­ ein  blühendes Deutschland überlassen, e in  Land, in 
saß t worden, und es kann deswegen auch der B etrag  dem H andel und W andel gedeiht, in  dem der K auf­
dieser S te u e r  a ls  Einkonrmenguekle nicht in  Abrech­ m an n  w ie der In d u str ie lle  wie der A rbeiter feinen 
nung gestellt werden, lvenn zu schätzen ist. welche E r ­ zuten V erdienst und sein A uskom m en findet. T u n  
höhung des Gesamteinkomm ens der Bürgerschaft w ir d ies. so brauchen w ir u n s  durchaus nicht zu 
stattgefunden hat. ' x  > ' - ■ .scheuen, w enn es notwendig ist, eine Reserve wie die
        
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