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Periodical volume 18. April 1917

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1917

Sitzung am 18. April 1917 85
11 Pf. bezahlt w erden, u nd  w ir  d an n  erst nach diesen W ir bean tragen , beim  K riegsam t die 
.75 0 00  cbm  tatsächlich n u r  9 P f .  fü r 1 cbm  erhalten . nötigen S c h ritte  zu tun , die durch F re igabe  
Auch bei diesem P re ise  w erden w ir  noch gu t a u s ­ von M a te r ia l und A rb e ite rn  die Hausbesitzer 
kom m en. E s  ist nach m einen E rm ittlu n g e n  aber in  den S ta n d  setzen, die A bnahm e der K upfer- 
sehr wahrscheinlich, daß e s  bei der A bgabe von u n te r teile in  die W ege zu leiten , ohne daß  die 
75 000  cb m  bleiben w ird . H äuser dabei Schaden erleiden.
W as die zweite F ra g e  be trifft, so ist. durch d a s  C harlo ttenbu rg , den 18. A p ril 1917.
A bkom m en eine G ew ähr dafü r, daß unsere Wasser- 
werke leistungsfähig  bleiben, insofern geschaffen, a ls  , W olffenstein, O tto , W öllm er, M eyer, R u ß .
w ir  n u r  d a n n  W asser abgeben w erden, w enn unsere M o sg au .)
Betriebsknteressen das zulassen. A ntragsteller S ta d tv . W olffenstein: M ein e
W ir haben also —  ich spreche dabei auch im  H erren ! D ie  V eranlassung zu dem A n tra g  bildet 
N am en  m einer F re u n d e  —  gegen den A n tra g  d es die A nordnung  des R eichsm ilitärfiskus au f E n t ­
M a g is tra ts  keine Bedenken zu erheben. Im m e rh in  eignung und A blieferung sämtlicher K upferteile  an 
möchte ich den M a g is tra t b itten , u n s  zu erklären, den Bedachungen a lle r p riv a ten  und öffentlichen 
durch welche technischen M a ß n a h m e n  e s  erreicht w ird, B auw erke, einschließlich der B litzanlagen. D a s  
daß  tatsächlich zu solchen Z eiten , zu denen unsere E ig en tu m  geht au f den F isk u s  über, sobald dem B e ­
B etriebsverhältn isse  e s  nicht zulassen, kein W asser sitzer die A nordnung  zugestellt ist. W as  die A b­
abgegeben w erden kann und abgegeben zu werden lieferung be trifft, so ist bei einer A nordnung  für 
braucht. ein H a u s , d as  ich gxbaut habe, vorgeschrieben, daß 
die A blieferung der M etallte ile  vom  2. b is  8. J u l i  
Stadtrat Ring: D ie  V erw altung  der C h a r­ dieses J a h r e s  zu erfolgen hat.
lo ttenburger W asserwerke ha t es ganz in  der H and , I n  der A nordnung  ist B ezug  genom m en aus 
den Schieber, der die beiden R ohrle itungen  zwischen eine B ekanntm achung vom  9. M ä rz  1917, die an 
C h a rlo ttenbu rg  und S p a n d a u  verbindet, zu öffnen den Anschlagsäulen gestanden haben soll, von der 
oder zu schließen. W ir  haben nach unserm  V ertrag  wahrscheinlich die m eisten keine K e n n tn is  haben. 
n u r  die V erpflichtung, soweit W asser zu liefern , a ls  Nach dieser Bekanntm achung steht eine hohe S t r a f t  
bei B etriebsstö rungen  in  S p a n d a u  fü r u n s  Wasser au f die N ichtablieferung der M etallte ile .
in  ausreichendem  M aß e  vorhanden ist, d. h. m ehr M eine  H erren , es ist nicht zu verkennen, daß 
W asser, a ls  w ir  fü r unsere b isherigen  A bnehm er die M aßnahm e notw endig  gew orden ist, da es der 
brauchen. S o b a ld  also der F a l l  e in treten  sollte, daß H eeresverw altung  an  der nö tigen  K upferm enge ge­
S p a n d a u  m ehr Wasser braucht, a ls  w ir  üb rig  haben, bricht. W e r  ich möchte d a rau f hinweisen, daß es 
können w ir sederzeit den  Schieber, der vorher geöff­ fü r die meisten D achteile, nam entlich aber fü r die 
net ist, w ieder schließen. D a m it ist unsere Wasser- R in n e n  und A bfallröhren  zu rze it keine Ersatzstoffe 
abgabe nach S p a n d a u  beendet. gibt. D ie  M ilitä rv e rw a ltu n g  g ib t d as  Z ink  für 
(S ta d tv . B r i x :  Ich  danke sehr fü r die A uf­ diese Zwecke nicht frei; die R ohstoffhändler sind a n ­
k lärung!) f gewiesen, n u r  fü r  H eeresaufträge, d as  Z ink  zu lie ­fern. N u n  kämen ja  fü r die D achhaut selber a llen­
fa lls Ersatzstoffe wie D achpappe, R ubero id  usw. in 
(D ie  V ersam m lung beschließt nach dem A ntrage F rag e , so daß d a s  K upfer der Dachfläche selber am  
des M a g is tra ts , wie fo lg t: ersten zu ersetzen w äre; es fehlen aber a u ß e r den 
D ie  S tad tvero rdnetenversam m lung  er­ M a te r ia lie n  die genügenden Facharbe ite r, die es 
klärt sich d am it einverstanden, daß  die an  die  verstehen, oben au f den D ächern zu han tieren , ohne 
S tad tgem einde  S p a n d a u  aushilfsw eise zur sie zu zerstören.
Abgabe gelangenden W asierm engen abweichend A u s  diesen U m ständen erwachsen a llen  H ausbe­
* vom N o rm a lta r if  m it 9 P f .  fü r  1 cbm be­ sitzern und Körperschaften, die Bauw erke besitzen, so­
rechnet w erden.) w ohl dem S t a a t  wie den K om m unen , die größten  Schw ierigkeiten, und e s  ist die F rag e , ob m an  nicht 
Vorsteher Dr. Fron Hel: W ir kommen nunm ehr M aß n ah m en  treffen kann, die diese Schw ierigkeiten 
z u r  B e ra tu n g  des zu beheben geeignet sind. D a s  N otw endigste schein; m ir  zu sein, daß w enigstens für die R in n e n  und A b ­
Antrags der Stadtv. Wolffenstein und Gen. fallröhren  die nötigen Zinkbleche freigegeben und 
betr. Ablieferung kupferner Dachbcstandteile außerdem  auch geübte A rbe ite r gestellt werden. 
und Blitzableiter-Anlagen. F e rn e r  w ürde ich es fü r wünschenswert erachten, daß kleine M engen  K upfer von 15 b is  20 qm  ü b e r­
haup t von der Beschlagnahme frei gelaffen w erden. 
(D e r A n trag  lau te t: I n  Anbetracht der großen M engen  Kupfer," die die 
S tad tve ro rdnetenversam m lung  wolle beschließen: eigentlichen Dachflächen ergeben, könnte m an  diese geringen Q u a n te n  ruh ig  von der Beschlagnahme 
D e r R e ichsm ilitärfiskus hat setzt die E n t­ freilassen.
eignung der kupfernen Dachbestandteile und D ie  Dachflächen selber tre ten  ja  leider am  
der kupfernen B litzableiter-A nlagen an den meisten in  die  E rscheinung: aber es gibt für viele 
G ebäuden in  C harlo ttcnburg  und die Abliefe­ P r iv a tb a u te n  in B e rlin , die m it K upfer gedeckt sind, 
ru n g  derselben b innen kurzem angeordnet. sehr viele andere B edachungsarten , die  m an  a ls  Ersatz 
D a  Ersatzm etalle, wie Z ink, nicht freigegeben wählen könnte, ohne gerade den Eindruck des B a u ­
sind, verzinktes Eisenblech auch nicht zu be­ werkes zu schädigen. Ic h  könnte m ir  denken, daß  
schaffen ist, außerdem  aber auch die nötigen z. B . au f dem „F ü rstenho f"  und dem „R heingold" 
Facharbeiter fehlen, entstehen fü r die  H a u s ­ ein Schiefer- oder Ziegeldach ebenso gu t aussehen 
besitzer die g röß ten  Schwierigkeiten. w ürde.
        
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