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Periodical volume 28. März 1917

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1917

68 Sitzung am 28. März 1917
G ew ährung von laufenden K ricgsbeihilfen berücksich­ können auch w ir nicht gehen. Aber ich glaube, auch 
tig t haben, wollen Reich und S ta a t  in  Z ukunft bis w ir sollten u n s  entschließen, bis an die G renze des 
7500 Ji E inkom m ensgrenze o h n e  W o h n u n g s -  finanziell Möglichen zu gehen. W ir sollten d a s  auch 
g e l l d z u  s c h u ß  gehen. S ie  sehen, ein erheblicher tun , weil die R egierung in  diesem Vorgehen von dem 
S ch ritt über den bisherigen Zustand h in au s! D azu gesamten preußischen Abgeordnetenhause, das e in ­
kommt, daß die vom Reich und vom S ta a te  in A u s­ stimmige Beschlüsse in  dieser Beziehung gefaßt hat, 
sicht genommen Sätze wesentlich höher sind a ls  die unterstützt worden ist.
Satzes die die S ta d t  C harlostenburg bisher gewährt. W enn w ir u n s  dem anschließen, so darf ichjvief- 
B e i den L e d i g e n ,  die in  Zukunft von Reich und leicht darauf hinweisen, daß u n s  finanziell die Sache 
S t a a t  entgegen der bisherigen Uebung auch berück­ in Zukunft etw as erleichtert werden w ird , a ls .  der 
sichtigt werden sollen, gehen unsere Sätze freilich ein H err F inanzm in ister im  Gegensatz zu seiner b is­
weniges über die zukünftigen Reichs- und S t a a t s ­ herigen H altung  sich nunm ehr bereit erklärt hat, die 
sätze h inaus. Auch bei den V e r h e i r a t e t e n  laufenden K riegsbeihilfen fü r  die V  o l k s  s ch u l - 
o h n e  K i n d e r  sind unwesentliche Schwankungen, l e h r e r  ausschließlich au s  staatlichen M itte ln  zu be­
int wesentlichen zugunsten unserer bisherigen Sätze. streiten. D a s  w ird eine fin anzielle  Erleichterung für 
Aber ausnahm slos höher sind bei Reich und S ta a t  die S ta d t  C harlottenburg sein. D er H err F in a n z ­
in  Zukunft die Sätze fü r E h e p a a r e  m i t  K i n ­ m inister ist leider —  ich sage hoffnungsvoll: bisher 
d e r n .  Um Ih n e n  eine einzige Z ah l herauszu­ —  noch nicht zu bewegen gewesen, diesem seinen 
greifen, w ill ich darau f aufmerksam machen, daß S tan dpun k t rückwirkende K raft zu geben. Aber auch 
z. B . bei einer F a m ilie  m it 5 K indern in  Z ukunft wenn es dabei bleibt, daß erst von jetzt ab die A uf­
nach den Ditzen des S ta a te s  und des Reiches 57 Jl wendungen fü r  die Volksschullehrer a u s  staatlichen 
im  M o n at mehr gezahlt werden sollen, a ls  in  C har- M itte ln  gezahlt werden, so bedeutet d a s  fü r die S ta d r  
lo,ttenburg bisher gezahlt w ird. T a s  macht ein  C harlo ttenburg  eine nicht unwesenliche Entlastung.
Jahreseinkom m en von rund 700 Ji  mehr, ein Satz, E s  w ird fü r alle B eteilig ten  in der Hauptsache 
der wesentlich in  Betracht kommt. darau f ankomm en, daß die N euregelung z u  d e m ­
s e l b e n  Z e i t p u n k t  in K raft t r i t t ,  wie sie im  
(S e h r  richtig!) Reich und im  S ta a te  in  K raft t r i t t .  S o v ie l ich 
habe erfahren können —  die entscheidenden Erlasse 
E s  spricht dabei m it, daß Reich und S ta a t  bei der der beteiligten M in isterien  liegen noch nicht vor, 
Z iehung der G renze fü r die G ew ährung der K riegs­ sind indeß fü r die nächsten Tage zu erw arten — , 
beihilfen in den einzelnen Einkom m enshöhen andere ist dieser Zeitpunkt der 1. A pril. E s  steht ja durch­
Wege wandeln wollen, a ls  w ir bisher gewandelt au s  dem nichts entgegen, wenn auch eine zu er­
sind. W ährend w ir die Grenzstriche bisher gemecht w artende M agistratsvo rlage u n s  später beschäftigt 
haben bei 1800 Jl, bei 3600 Ji, bei 4000 Jl  und, und ihre E rled igung findet, an diesem Z eitpunkt 
wie schon erw ähnt, bei 5000 Jl, wollen Reich und fü r die G ew ährung der neuen Sätze fastzuhalten.
S t a a t  nu r drei große G ruppen unterscheiden nach W enn der M ag istra t bisher m it vollem Rechte 
den B eam tengruppen, den unteren, m ittleren  und darauf hinweisen konnte, daß er zu seiner H altung  
höheren B eam ten, und die Grenzstriche ziehen bei durch den Umstand bestim m t war, daß die städtischen 
2300, bei 4800 und bei 7500 Ji. Sätze über die bisherigen staatlichen Sätze h in a u s ­
Ich  glaube, meine H erren, es w ird sich empfehlen, gingen, so brauche ich n u r noch einm al hervorzu­
wenn w ir, die w ir ja so wie so vor einer Neurege­ heben, daß das in  Zukunft nicht m ehr der F a ll  sein 
lung  unserer laufenden K riegsleih ilfen  stehen, u n s w ird, daß im  Gegenteil in  Zukunft die staatlichen 
im  wesentlichen dem anschließen, w as Reich und Sätze, falls w ir keine A enderung eintreten lassen, 
S ta a t  jetzt tu n  wollen. D aß  eine w i r t s c h a f t ­ w eit über die städtischen hinausgeben werden. D a s  
l i c h e  N o t w e n d i g k e i t  vorliegt, die b is  jetzt ge­ ist jedenfalls ein Z ustand , den w ir nicht wünschen; 
w ährten laufenden K riegsbeihilfen zu erhöhen, d a r ­ w ir werden die Konsequenzen ziehen müssen. A us 
über, glaube ich, brauche ich in  diesem S a a le  kein diesen G ründen haben die V ertre ter aller G ruppen 
W ort zu verlieren; darüber w ar sich die S ta d tv e r­ dieser V ersam m lung den A n trag  gestellt, der Ih n e n  
ordnetenversam m lung von jeher einig, und auch der jetzt vorliegt. Ich  zweifle nicht daran , daß die S t a d t ­
M ag istra t hat zu erkennen gegeben, daß er die gleiche verordnetenversam m lung entsprechend ih rer b isheri­
Anschauung te ilt. D a s  Vorgehen des Reiches und gen H altung  dem A ntrage einm ütig zustimmen w ird . 
des S ta a te s  beweist ebenfalls, daß eine wirtschaftliche Ich  habe die faste H offnung, daß dann  auch der 
Notwendigkeit hier unbedingt vorliegt. M agistra t in wohlwollendem S in n e  a n  die P rü fu n g  
M a n  hat bei der G elegenheit im  preußischen des A ntrages heran tre ten  und eine entsprechende 
Abgeordnetenhause m it besondern D ank und m it be­ V orlage u n s zugehen lassen w ird.
sonderer Anerkennung der A rbeiten gedacht, die die 
B e a m t e n  u n d  L e h r e r ,  die A r b e i t e r  u n d  (B rav o !)
L o h n a n g e  st e i l t e n  über die Vervflichtungen 
des F ried en s h in au s geleistet haben. Ic h  glaube, Ic h  bitte S ie , dem A ntrage zuzustimmen.
-auch w ir haben allen städtischen G ruppen gegenüber 
die Verpflichtung, dieser nicht zu unterschätzenden (B rav o !)
M eh rarb eit, der sich alle B eteilig ten  m it großer H in ­
gebung und großer T reue unterziehen, m it vollem O berbürgerm eister Dr. Scholz: M eine H erren! 
Danke zu gedenken, und w ir wollen u n s  bemühen, Trotzdem der M ag istra t naturgem äß noch nicht in  
diesem Danke auch einen äußeren Ausdruck zu geben. dieser Angelegenheit beschloßen hat, glaube ich doch 
D er F inanzm in ister hat bei der Gelegenheit erklärn schon heute sagen zu können, daß er —  vorausgesetzt, 
daß der S ta a t  P reu ß en  fest entschlossen sei, bei der daß der Beschlußentwurf von Ih n e n  zum Beschluß 
N eugestaltung dieser D inge  b is a n  die G renze des erhoben w ird —  diesem Beschlusse nachkommen w ird. 
finanziell M öglichen zu gehen. D arü b er h in au s D er M agistra t ha t ja  bereits im  H aushaltausschuß
        
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