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Periodical volume 28. März 1917

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1917

64  . Sitzung ant •28 M ärz 1917
lastung, die a ls  förderlich fü r bas gesamte Ganze W as die Schullasten betrifft, so liegt es nahe, wenn 
nicht angesehen werden können. D em  hat, soviel ich m an an einen Ausgleich für den ganzen preußischen 
weiß, auch früher schon einm al das A bgeordneten­ S ta a t  denkt, ihn so zu suchen, daß  m an diejenigen 
haus durch eine R esolution , h ie  sogar von freisinniger Kosten, die unabänderlich siird —  das sind d a s  
S e ite  vorgeschlagen worden w ar, Rechnung getragen, G rundgehalt, die A lterszulage und A m tszulagen — , 
-die nicht etwa auf einen Lastenausgleich hinausg ing , auf staatliche S chu ltern  übernim m t, während^ die 
sondern au f eine anderw eitige G estaltung der Schul- anderen variablen D inge in  bezug auf das S chu l­
lasten und, wenn ich nicht irre, auch der A rm en­ wesen, nämlich die sämtlichen sächlichen Kosten und 
lasten. A ber gerade diese E rw ägungen, die darauf von den Personalkosten die M ietentschädigungen und 
hinausgehen, daß  es nicht etwa darauf ankommt, in O rtszu lagen , nach wie vor den G em einden verbleiben. 
dem W irtschaftsgebiet G r o ß - B e r l i n  einen b e - M eine H erren, ich skizziere das n u r, um  zu sagen, 
s o n d e r e n  Ausgleich zu schaffen, sondern daß im daß auch fü r eine S taa ts re g ie ru n g  die Lage schwie­
G e s a m t e n  p r e u ß i s c h e n  S t a a t s g e b i e t  rig  ist, die die große G efahr einsieht, die u n te r  U m ­
ein Ausgleich auf gewisser B asis zweckmäßig sein ständen darin  liegt, daß sich dieser C irculus viiiosus 
könnte, —  gerade diese Erw ägungen führen dazu, im m er w iederholt: die m inderbegüterten F am ilien  
den G roß -B erliner Lastenausgleich m it aller Schärfe ziehen notgedrungen in  O rte , die dadurch ihre 
zu bekämpfen. S teu erk raft m ehr und m ehr verschlechtern, während 
die besser begüterten im m er wieder in  bestimmte 
(Lebhafte Zustim m ung.) O rte  ziehen, die dadurch im m er leistungsfähiger 
werden.
D a s  m üßte eigentlich auch die H altung sein, die 
die S taa ts re g ie ru n g  gegenüber diesem Lastenausgleich M eine H erren, in  dem F a lle  G roß -B erlin  
einnehmen m uß t denn sie würde sich nach m einer scheint m ir doch eine weitere F rag e  nicht au s  dem 
l Auffassung in s  eigene Fleisch schneiden, wenn sie auf Bereiche der E rw ägungen zu verbannen zu sein. 
dem besch-linkten W irtschaftsgebiete K roß B e rlin s  W enn, wie es den Anschein hat, ein allgem einer 
■einen höchst zweifelhaften Versuch machen wollte, der Ausgleich ohne R adizierung auf bestimmte Lasten, 
sofort von großen Teilen der M onarchie ausgenutzt nicht auf Schullasten, A rm enlasten beschränkt, sondern 
würde, um für sich m it größerem  Rechte dasselbe ein ganz roher Lastenausgleich allgemein beabsichtigt 
zu verlangen. ist, der d a rin  bestände, £rnß die begüterten G em ein­den bestimmte Zuschüsse zu den Kosten der nichtbe­
(S e h r  richtig!) güterten leisten, dann m üßte m an doch die F rage  
sehr ernstlich auswerfen: m an kann doch nicht ohne 
D enn der Unterschied zwischen, sagen w ir, W ilm ers- jede K ontrolle eine -derartige Zuw endung an die 
d rf, um  nicht persönlich zu werden, und Neukölln sogenannten m inderbegüterten G em einden machen.
oder Lichtenberg ist lange nicht so groß wie bei­
spielsweise der Unterschied zwischen Gelsenkirchen (S e h r  richtig!)
oder Ka.ttowitz unb W iesbaden. D arau f zielte schon eine R eihe der sehr beachtens­
I (S e h r  richtig!) w erten A usführungen des H errn  V orredners hin. 
M an  fönnte sich doch z. B . verstellen, daß von dem 
E s  ist gar kein Zweifel, daß  die G ründe, die setzt vielen Gelde, das au s  den westlichen V ororten  in 
fü r einen Lastenausgleich innerhalb G ro ß -B erlin s  an­ die östlichen strömte, wenn eine K ontrolle gar nicht 
geführt werden, m it viel größerem Rechte für einen bestände, kostspielige R athäuser, Schw im m bäder —  
Lastenausgleich au f dem Gebiete der ganzen M o n a r­ d a s  sind alles F ä lle , die schon vorgekommen sind, 
chie geltend gemacht werden können, und ich sage meine H erren  —
nochm als: ich glaube, daß auch die Königliche 
S taa tsr-eg ierung sich einen solchen S ch ritt sebr genau (S e h r  richtig!)
w ird überlegen müssen, denn die Konsequenzen sind 
absolut unübersehbar. errichtet w ürden, während w ir dazu künftig nicht mehr in der Lage w ären.
Ich  habe selbst einm al vor langen J a h re n  einen 
Vorschlag bezüglich des allgemeinen Lastenausgleichs Endlich ist ganz m it Recht von dem H errn  V o r­
oder, sagen w ir, des Lastenausgleichs au f allgem einer redner schon darauf hingewiesen worden, daß gerade 
B asis gemacht, der sich au f Schullasten und A rm en­ die jetzige Z e it und ihre steuerliche B elastung wirk­
lasten bezog. Bezüglich der A rm enlasten, die m ir lich keinen G ran d  abgeben kann, um innerhalb  
im m er, soweit der üble Unterschied stoischen O rts -  G ro ß -B e rlin s  einen Lastenausoleich zu propagieren. 
orm en und L andarm en in  F rag e  kommt, ein  D o rn  M eine H erren, w as würde es denn bedeuten, wenn 
im Äuge in der s t '-Mischen V erw altung w aren, den w ir von unseren 170 %  gerade die 10 %  die w ir 
einfachen Vorschlag, daß m an den Unterschied, zwi­ erheben, um  durchkommen zu können, denen, die 
schen O rtsa rm en - und Landarm enverband verw al­ 160 %  -erheben, gewissermaßen zum Geschenk offe­
tungsm äßig  beseitigen und die sämtlichen A rm en­ rierten! D a s  ist ein geradezu unhaltbarer, ich möchte 
lasten der P ro v in z  auferlegen sollte. D a s  wäre eine m ir fast den Ausdruck erlauben, perverser Gedanke.
M aßnahm e, die im m erhin b is  zu einem gewissen (H eiterkeit.)
G rade bezüglich d e r A rm enlasten die Uebeistragung 
auf stärkere S chultern  und die E n tlastung der be­ E s  gibt eine solche Unmasse von G ründen gegen 
sonders belasteten G em einden herbeiführen könnte diesen Lastenausoleich, daß m an ra  breit werden , 
und auch noch den nicht zu unterschätzenden V orte il würde, wenn m an sie alle aufzählte. A te r  ein M om ent 
hätte, daß die ewigen S tre ite re ien  zwischen O r ts ­ möchte ich auch noch gegen eine .etwa beabsichtigte 
arm en- und Landarm enverband, die dem Betreffen­ b e s c h l e u n i g t e  gesetzliche Aktion nicht anzuführen 
den nicht das Geringste nutzen, endlich au s  der städ­ vergessen. K ein Zeitpunkt kann überhaupt schlechter 
tischen und P rov inz ialverw altu ng  verschwänden. gewählt werden, um  einen Lastenausgleich, der doch
        
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