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Periodical volume 21. Februar 1917

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1917

34 Slyririg  ant 21. F eb ru ar 11)17
stellen, daß Werke, die selbst an i t x  Verbrauchsstelle tig verteilt worden? Z u r B eurte ilung  dieser F rage 
liegen, nicht mehr m it diesen Preisen konkurrieren nähme ich zunächst einm al an, daß die E innahm e 
können. an s  den Werken vorsichtig und richtig aufgestellt ist. 
E s  w ird sich oam t nur fragen, ob nicht doch vielleicht 
(Zustim m ung.) die E innahm e aus dem Steuerkapitel trotz aller 
Vorsicht und trotz des Schleiers, den der H err 
Diese Entwicklung hat sich im Lause des Krieges K äm m erer um diese Zahlen m it Absicht gewoben 
wesentlich verschärft uno verstärkt. Auch w ir haben hat, eine gewisse Aufbesserung erfahren dürfte. D ie 
uns hier schon m it einem derartigen  P lan e  beschäf­ Betrachtung führt ohne weiteres zu der Diskussion, 
tig t, und setzt haben die Kriegsereignisse dazu ge­ die w ir im vorigen Ja h re  gehabt haben. Ich  habe 
führt, daß diese F rage, die ja eigentlich nichts anderes dam als absolut auf S e ite n  des M ag istra ts  und des 
darstellt a ls  den Kampf der Steinkohle gegen die K äm m erers gestanden und habe diesen S tandpunk t 
Braunkohle, in ein viel schärferes S ta d iu m  getreten auch m einen F reunden gegenüber vertreten, auch hier 
ist, —  der Kam pf der schlesischen oder englischen in der Versam m lung, im  Hinblick auf die Zahlen, 
Steinkohle, die zu uns gebracht wurde, gegen die die uns der K äm m erer dam als gab, Zahlen, die er 
Braunkohle, die in etoa 100 km  Entfernung von au s eigener K enntnis schöpfte, a u s  den Nachrichten, 
unserer Verbrauchsstelle ansteht. D ie Steinkohle die ihm  vom F inanzm inisterium  und der S teuer- 
hatte den V orteil, daß sie wegen ih res höheren W ertes direW on zugegangen waren. Heute, wo er uns zwar 
zum Verbrauchsort tran sp o rtie rt werden konnte. nicht gesagt hat, auch nicht einm al angedeutet hat, 
Bei der Braunkohle w ar es umgekehrt; d as  Werk wie hoch denn nun eigentlich das Steueveinkommen 
mußte dorth in  gehen, wo sich BvaunÜohle findet. des J a h re s  1916/17 sein wird, wo w ir u ns aber doch 
D er P rozeß  ist aber jetzt in großem M aßstabe durch­ berechtigt glauben, au s seinem Voranschlag seine Ge­
geführt. S ie  wisien alle, daß  bedeutende Werke in danken über den Abschluß des J a h re s  1916/17 zu 
dem Braunkohlengebiet an der Elbe entstanden sind, erraten,
die heute allerd ings noch für die Versorgung unseres 
Heeres m it M unition-sbedarf und für die Versorgung (S ta d tv . B e r n  h a r d  : S eh r gut!)
unserer Landwirtschaft zur Herstellung des au s der 
L uft gewonnenen Stickstoffs voll in Anspruch ge­ heute müssen wir uns die F rage vorleaen: haben w ir 
nomm en wecken. Aber diese Quellen werden zum denn im vorigen J a h re  richtig geurteilt?  D er H err 
T eil fortfallen. E ines dieser Werke, bei Pisteritz, Käm m erer hat diese F rage  sehr scharf und sehr p räz is 
gehört ja dem Reich, und es ist sehr wohl anzu­ beantw ortet; er meinte, es wäre der glücklichste B e­
nehmen, daß bei den außerordentlich billigen P re i­ schluß, den w ir je gefaßt haben. S o  w eit gehe ick 
sen, zu denen gewaltige S trem m engen  hier und in nicht. A nderseits: sollte vielleicht ein Fehler dam als 
den neu im B au  begriffenen und projektierten untengelaufen sein, sollten w ir es nicht nötig gehabt 
Werken erzeugt wecken, elektrischer S tro m  sehr billig haben, gleich auf 170 %  hinaufzugehen, bin ich be­
an Betriebe wird abgegeben werden können. Diesen reit. m ir wenigstens für meine Person Jd e m n itä t 
Gedanken hatte ich m ir schon notiert, bevor im Ab- für dieses Vorgehen zuzusprechen.
georbnetenhause vorgestern der M in ister von B re i­
tenbach ungefähr in dem gleichen S in n e  ihn  ausge­ ('Heiterkeit.)
sprochen und ausgeführt hat, daß die Gemeinden 
von S ta a t  und ReickK wegen sich wahrscheinlich eine D enn ich kann es unter keinen Umständen für einen 
einschneidende Aenderung in Bezug auf ihre Elek­ Fehler betrachten, selbst au f einen Ueberschuß h in ­
triz itätsversorgung wecken gefallen lasien müssen, zuarbeiten in  einer Z eit, wo w ir noch Fehlbeträge 
bei denen ihnen nach Möglichkeit ihre a lten  E in ­ zu »decken haben. E s  würde auch nicht in lieberem- 
nahm en gesichert werden sollen. D ie Entwicklung tim m ung mi.k der T rad itio n  unserer städtischen F i ­
wird cs jedenfalls dahin bringen, daß  w ir auch in nanzwirtschaft sein, die doch im wesentlichen im m er 
Zukunft au s dem Elektrizitätswerk und, wie ich vor­ darauf hinausgegangen ist, zwar nicht Ansam m lnngs- 
hin ausführte, aus dem Gaswerk nicht mehr die­ w litik, wohl aber, soweit es sich irgendwie veran t­
jenigen Ueberschüsse werden erzielen können, die wir worten läß t, eine gewisse Ueberschußpolitik zu treiben. 
in  früheren Ja h re n  und Jah rzehn ten  einzustellen A nders liegt die F rage  heute. D ie Jd e m n itä t, die 
vermochten. E s  ist m ir gesagt worden, daß ich ich für mich für das vorige J a h r  beanspruche, könnte 
früher einm al in  einer E tatrede ausgeführt habe —  ich für mich nicht in  Anspruch nehmen, wenn ich 
das w ar jedenfalls auch dam als richtig — , daß die nicht die F rage, ob 170 oder 1 6 0 % , noch einm al 
E innahm en au s unseren Werken das Rückgrat unserer einer sehr reiflichen und sehr ernsten E rw ägung 
städtischen F inanzgebarung bilden. Ich  habe dam it unterzogen hätte. Ich  m uß sagen, daß es m ir nach 
ausführen wollen, wie notwendig es ist, diese E in ­ allem, w as w ir hier gehört haben, fast leicht erscheint, 
nahmen möglichst auf gleicher Höhe zu erhalten, diese Deckung auch bei 160 %  zu finden. D ie  Nach­
nicht durch Schwankungen der Preise zu variieren. richten, die uns der H err Käm m erer über das 
Aber die Entwicklung der Z eit hat es anders gefügt; Steuereinkom men nicht gegeben hat, die w ir aber 
w ir werden u ns an  diesen Gedanken gewöhnen indirekt trotzdem als vorhanden ansehen, die M it­
müssen. teilungen, die er u ns über den S ta n d  der Sparkasse 
Z u  dieser Frage, die ja der Zukunft zu über­ gemacht hat, die Zahlen, die in der letzten Z eit von 
lassen ist und über die zu sprechen beinahe a ls  ein einer in  wirtschaftlicher Hinsicht sehr bedeutenden 
Abschweifen vom Thema anzusehen ist, kommt noch Z eitung über das E rgebnis von fast 500 Aktienge- 
eine zweite, die w ir u ns heute vorlegen müssen und ellschaften au s  den verschiedensten Erwerbskreisen 
auch im  Ausschuß vorzulegen haben, d as  ist die gemacht worden sind, lassen den erfreulichen Schluß 
F rage: ist denn m it dem gegenwärtig vorliegenden zu, daß sich tatsächlich die Einkommen in  ganz 
P la n  d as  V erhältn is zwischen E innahm en a u s  dem Deutschland in wieder aufsteiaender L inie befinden. 
S teuerkapitel und E innahm en aus den Werken rich­ Auch den H inw eis auf die vielleicht schlechteren Re-
        
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