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Periodical volume 12. Dezember 1917

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1917

2 1 0 Sitzung ant 19. Dezember 1017
s ta l tu n g  der Beschäftigung unserer I n d u s t r i e  nach 1 regierung eine A bänderung der B au ord n u n g  in  A u s ­
dem  K riege  e in  B i l d  zu machen. sicht gestellt hatte und gewisse F lu ch tlin ien p län e, die 
E s  h a n d e l t  sich dalwi i m  wesentlichen u m  zwei w ir  vorgelegt hatten , im  Hinblick auf die von ihr
F r a g e n :  e in m a l  u m  die W eiterbeschäft igung  der in  Aussicht genom m ene A bänderung der B a u o rd ­
K rie g s in d u s t r ie .  T e r  gegen w ärt ige  K le in w o h n u n g s ­ nung nicht genehm igte. E s  hat sich hier gezeigt, 
m an g e l  ist, Jann  m a n  sagen, ausschließlich —  d as  welche schweren N achteile  dem W ohnungsw esen  d ar­
ergeben die  Z a h le n  in den e inze lnen  G e m e in d e n  —  a u s erwachsen, daß d ie  B a u p o liz e i und d ie  G esta l­
durch die K r ie g s in d u s t r i e  he rbe igeführ t ,  die sich in tung der B auord nu ng  in der H and des S ta a te s ,  
B e r l i n  angesiedelt h a t .  Also ist die F r a g e :  w ird  aber die G estaltung der F lu ch tlin ien p län c in den 
d i e 'K r ie g s in d u s t r i e  nach dem K riege  w e ite r  beschäftigt H änden der S ta d tv erw a ltu n g , also bei verschiedenen 
w e rd e n ?  w o ?  w a n n ?  in  welchen G e m e in d e n ?  D ie  B ehörden untergebracht sind. W ir sind sehr lange  
a n d e re  F r a g e  ist d ie  bekannte  R ohs to f f tag e . bei der A u sarb eitu n g  w eiterer B eb au un gsp län e da­
W a s  die A b h i l f s m i t te  b e tr i f f t ,  so w a re n  die durch aufgehalten w orden, daß d ie .S ta a tsr e g ie r u n g  
H e r r e n  V o r r e d n e r  im  wesentlichen d a rü b e r  einig , daß  zw ar eine A bänderung der B au ord n u n g  vor hatte, 
d ie  in  dem bekannten  M in i s te r i a l e r l a ß  vorgeschlage- abct keine Entschließung über diese A bänderung au  u n s gelan gte . D e r  w eitere V er la u f dieser S ach e ist 
g cnen  M i t t e l  wenig zu empfehlen  sind. W a s  i n s ­ ja noch G egenstand einer besonderen A nfrage, die 
besondere die O e f fn u n g  baupolizeilich  unzulässiger, heute die V ersam m lung beschäftigen soll. Ich  möchte 
a b e r  gesundheitlich a n n e h m b a re r  W o h n u n g e n  im  - 
Keller-  u n d  Dachgeschoß b e tr if f t ,  so ist die Z a h l  daher auf diesen P u n k t nicht w eiter eingehen.
solcher W o h n u n g e n  in  C h a r lo t t e n b u r g  w ie  in  e ine r  E in  zw eiter schwieriger P u nk t, so weitgehende  
R e ih e  a n d e re r  V o r o r t e  v o n  B e r l i n ,  die in  ihrem  V orbereitungen  für d ie  W iederaufnahm e der B a u ­
H a u p t t e i l  a u f  G r u n d  der ge l ten d en  B a u o r d n u n g  e n t­ tätigkeit nach dem  K riege zu treffen, daß  m an  bei 
s tanden  sind, a n  sich au ßero rden t l ich  gering .  E s  gibt B een d igu n g  d es K rieg es schon m it abgeschlossenen 
i n  C h a r lo t t e n b u r g  n u r  sehr w enig  Keller-  u n d  D ach­ V erträgen  dasteht, lieg t ja natürlich darin , daß a lle  
w o h n u n g e n ,  die g e g e n w ä r t ig  baupolizeil ich  geschlossen ■M kulationsgrund lagen  so schwankend geworden oder  
sind u n d  fü r  eine In a n s p ru c h n a h m e  durch die B e ­ derartig  verloren  gegangen  sind, daß insbesondere  
w o h n e r  in  B e t ra c h t  käm en . D ie  Z a h l  ist so gering , d ie  gem einnützigen Baugenossenschaften und ebenso 
u n d  z w a r  nach der  ü b ere in s t im m en d en  Ansicht der P rivatun tern ehm er a u ß er  S ta n d e  sind, gegen w ärtig  eine R entab ilitätsberechnung aufzustellen ; denn  m an  
S ach v e rs tä n d ig e n ,  insbesondere  de r  W o h n u n g s d e p u -  hat ja gar  keine A hn u ng, w ie  hoch die Baukosten  
t a l i o n  u n d  d e r  B e a m te n  des W o h n u n g s a m t e s  —  sie nach dem  K riege sein w erden. D ie  B aukosten sind 
ist statistisch nicht e r f a ß t — , d a ß  sie praktisch g a r  keine gegenw ärtig  —  d. H. nach F eststellungen, dir vor  
R o l le  spielt. U eber  die N achte i le  d e r .B a r a c k e n q u a r ­ ein igen  M on a ten  getroffen w orden sind —  für K lein - 
t i e re  ist schon gesprochen w ord e n ,  über  die z u r  V e r ­ w ohn un gsb au tcn  um  1 5 0%  Iber F riedenspreise ge­
fü g u n g  stehenden öffentlichen G ebäude  u n d  R ä u m e  stiegen, d. H. auf 2 5 0 %  d er Baukostenpreise vor 
desgleichen; es bleib t also nichts w e i te r  ü b r ig ,  a l s  d em  K riege. W ie sich diese Baukostenpreise nach 
V o r b e re i tu n g e n  zu  tre ffen , u m  nach dem  K riege  die dem K riege gestalten w erden, kann n iem and  wissen. 
B a u tä t i g k e i t  in  G a n g  zu setzen. T ie  Ansichten gehen darüber sehr w e it  a u se in an d er . 
( L e h r  r ich tig!) D aß  e s  u n ter  solchen U m ständen für B augenossen- 
Gewisse V orbereitungen  können unzw eifelhaft 'chaften unm öglich ist, setzt in  einem  V ertrage etwa  die B ed in gu n gen  festzulegen, unter denen sie bauen  
getroffen  w erden .  „ können, oder für d ie  S ta d t r  -iv a liu n g , ihrerseits 
( S e h r  r ich tig!) Entschließungen über d a s  zu fassen, w a s  angebracht 
ist, lieg t au f der H and. D a s , w a s  geschehen kann, 
E i n e  sehr wesentliche V o rb e re i tu n g  ist die A u f ­ ist d ie  A usstellung v on  P lä n e n  a n  sich, ohne R e n ta ­
stellung v o n  B e b a u u n g s p lä n e n  u n d  die E r g r e i fu n g  bilitätsberechnung. Z u  den letzten Vorschlägen der 
v o n  M a ß n a h m e n  zu r  Ersch ließung  d es  n euen  B a u ­ W oh n u n gsd ep u ta tion , die sich inzw ischen m iedet m it  
ge ländes .  W e n n  w i r  auch in  unserer S t a d t  gegen ­ r A ngelegen h eit beschäftigt hat, gehört auch diese 
w ä r t i g  e tw a 5 0 0 0  laufende  m  u n b e b a u te  anbaufäh ige  M aß n ah m e.
S t r a ß e n f r o n t e n  haben  u n d  a n  diesen S t r a ß e n f r o n t e n  
e tw a  5 0 0 0  K le in w o h n u n g e n  errichtet  w erden  könn­ M e in e  H erren, neu aufgetaucht ist nun in  der 
ten ,  so ist doch le ider d a s  B a u la n d  an  diesen S t r a ß e n  heutigen V erhand lun g  der Vorschlag, die W oh n u n gs­
zu m  g ro ß e n  T e i l  so teu e r ,  d a ß  es fü r  eine B a u ­ frage durch fre iw illig es  B enehm en  m it anderen  
tä t igkeit  nach dem  K riege ,  u n d  z w a r  w eder  fü r  eine Ä ro ß -B er lin er  G em ein den  zu lösen. Ic h  kann zu  
gewerbliche, noch insbesondere  f ü r  eine gemeinnützige dem Vorschlag m ateriell natürlich nicht S te llu n g  nehm en, w e il  sich der M a g istra t noch nicht d a m it  
B a u tä t ig k e i t ,  nicht in  B e trach t  k om m t. I c h  möchte befaßt hat, möchte aber doch nicht unterlassen, m einen  
d abe i  bemerken, d a ß  d e r  M a g i s t r a t  seit ü b e r  J a h r  u n d  starken Z w eife ln  darüber Ausdruck zu geben, ob e s  
T a g  V e rh a n d lu n g e n  m i t  den  sämtlichen in  unserer 
S t a d t  tä t ig e n  oder b ish e r  tä t ig  gewesenen B a u g e ­ tatsächlich g e lin g en  w ird , a u f  diesem  W eg e  einer  fre iw illigen  V erein baru ng  zwischen den G ro ß -B er-  
nossenschaften g efüh rt  h a t .  Diese V e rh a n d lu n g e n  liner G em einden  auch nur in  absehbarer Z e it  irgend  
haben  b ish er  zu keinem positiven E r g e b n i s  füh ren  e lw a s zustande zu bringen, w a s die B autätiakeit 
können , w e il  d ie  B augenossenschaften  ü b ere in s t im ­ fördert. G ew iß  können a u f diesem  W ege M a ß ­
m en d  e rk lä r t  haben :  d a s  B a u la n d ,  d a s  u n s  z u r  V e r ­ nahm en zur H erstellung ein es e inheitlichen  W oh ­
fü g u n g  steht, ist zu teuer .  E s  kom m t also die A uf-  nungsnachw eises und dergleichen getroffen w erden; 
schließung w e ite ren  B a u g e lä n d e s  durch zweckent­ aber 'irgendwelche fin anziellen  G ru n dlagen  fü r die  
sprechende B e b a u u n g s p lä n e  un d  sonstige Erschlie- B elebu ng  der B a u tä tig k eit in  G ro ß -B er lin  a u f dem  
ß u n g L m a ß n a h m e n  in  B e trach t. W ege e in e s  fre iw illigen  Zusam m enschlusses der G e ­
I n  dieser B ezieh u n g  ist die V erw altu ng  lange  m einden zu schaffen, erscheint m ir w en ig  aussichts­
Z e i t  dadurch au fg eh a l ten  w o rd e n ,  daß die S ta a ts - voll. M e in e  H erren, w enn  der A n trag  der H erren
        
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