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Periodical volume 10. Oktober 1917

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1917

ig 2  Sitzung am 10. Oktoer 1917
Annahme gefunden. Ich will bemerken, daß bei uns Die Vertreter meiner Fraktion haben allen 
die Münzgasmesser nicht erhöht werden: sie bekom­ Vorlagen zugestimmt, sie haben also die etwa 
men nach wie vor für 10 H 625 Liter Gas geliefert, 2 i/2  Millionen Mark, die jetzt durch die Werke neu 
was dem alten Preis von 16 H pro cbm entspricht. aufgebracht werden sollen, bewilligt; aber w ir bean­
Die Werke in der Siemensstadt, mit denen w ir lau­ tragen, daß an dieser Stelle eine Reduzierung der 
fende Verträge haben, zahlen 1,5 H mehr, um die Einnahmen eintritt. Ich glaube, Sie.können dem 
Kohlen- und 'Verkehrssteuern auszugleichen. Antrage getrost beitreten. Die Schwächung der Ein­
Es war uns ein Antrag eingebracht worden, nahmen ist nicht so erheblich, daß sie besonders in 
nach dem für die Treppenbeleuchtung ein besonderer Betracht käme. Es würde bis zum 31. März 1918 
Tarif eingeführt werden sollte, ähnlich wie es bei eine Schädigung der Finanzen um etwa 100 000 
den Elektrizitätswerken der Fall ist, so daß die bis 125 000 J i eintreten, und ich glaube, daß sie 
Hausbesitzer die Treppenbeleuchtung zu dem seit­ das vertragen können.
herigen Preise von 16 H pro cbm gehabt hätten. Bei Annahme unseres Antrages würde auch nur 
Es ist eingehend darüber beraten worden. Dieser dasselbe geschehen, ivas bei denjenigen Häusern der 
Antrag wurde aber abgelehnt, und.zwar einmal in Fall ist, die durch elektrisches Licht beleuchtet werden. 
Rücksicht darauf, daß der Ausfall, den die Stadt an Die Besitzer dieser Häuser sollen doch auch den Vor­
der Treppenbeleuchtung erleiden würde, über zug haben, daß sie nur 40 H pro Kilowattstunde 
200 000 Jl im Jahre ausmacht, und zweitens wurde zu zahlen haben gegenüber 50 H , die im übrigen er­
geltend gemacht, daß jetzt keine Veranlassung vor­ hoben werden sollen. Das ist also dasselbe Verhält­
läge, den Treppemarif billiger zu gestalten, da ja nis, 40 : 50 wie 16 : 20.
die Häuser schon um st Uhr geschlossen werden und Es überraschte mich, von dem Betriebsleiter 
bei den geringeren Ansprüchen an Licht doch jeder der Gaswerke zu hören, daß ein Zehntel des ge­
Hausbesitzer in der Lage ist, durch kleinere Brenner samten Gaskonsums auf die Treppenbeleuchtung 
usw. an Gas zu sparen. Der Gaspreis von 20 H durch Gas kommt. Die Angabe muß natürlich als 
wurde also einstimmig im Ausschuß angenommen. richtig angenommen werden. Immerhin macht die 
Ebenso wurde der Elektrizitätstarif einstimmig Annahme des Antrags für das halbe Jahr nicht mehr 
angenommen, sogar ohne irgendwelche Erörterungen. als 100000 bis 125 000 J l aus. Diese Ersparnis 
Ich empfehle Ihnen also, meine Herren, die würde für die Hausbesitzer, die davon betroffen wer­
Vorlagen des Magistrats anzunehmen, nur bezüglich den, eine große Erleichterung sein. Die Hausbesitzer 
des Wassers mit der Aenderung, die ich Ihnen vor­ würden es Ihnen sehr danken, wenn ihnen nicht wieder an dieser Stelle eine neue Belastung aufer­
getragen habe und die Sie gedruckt vorfinden. legt wird.
Stadtv. Dr. Borchardt: Ich möchte nur eine Ich mache darauf aufmerksam, daß in der Vor­
Richtigstellung an dem Vortrage des Herrn Bericht- lage damit gerechnet wird, daß eigentlich nur ein 
erstatte!s vornehmen. Er hat ausgeführt, für die Preis von lttt/s F  erhoben zu werden brauchte und 
Automaten träte keine Verteuerung ein. Das ist daß die %  H darüber berechnet werden, um schließ­
wohl ein falscher Zungenschlag gewesen. Auch das lich noch eine Ergänzung vorzunehmen. Diese % H 
Automatengas wird jetzt in derselben Weise ver­ machen für die 34 Millionen Kubikmeter etwa 
teuert; aber das ist gegenüber der Lichtverteuerung, 250 000 Jl aus. Wenn nun diese 100 000 bis 
die in Berlin stattgefunden hat, keine Ueberschreitung 125 OOO Jl weggenommen werden, so bleiben immer 
der Preise; denn bei der letztem Verteuerung des noch weit über 100 000 Jl, die mehr erhoben wer­
Gaspreises sind die Automaten auch berücksichtigt den, als nach den vermehrten Ausgaben notwendig ist.
worden, und deswegen ist das diesmal unterblieben. Ich glaube, daß alle diese Gründe maßgebend 
sind, um Sie zu bestimmen, meinem Antrage statt­
Berichterstatter Stadtv. Dunck: Es ist richtig, zugeben.
daß das vorige M al der Preis für Automatengas 
auch abgeändert worden ist, wodurch er auf 16 -F Stadtv. Dr. Borchardt: Meine Freunde haben 
pro cbm festgesetzt wurde. Aber diesmal haben wir sich so wenig wie im Ausschuß auch jetzt davon über­
ihn nicht geändert, während w ir den allgemeinen zeugen können, daß die von dem Herrn Kollegen 
Gaspreis erhöht haben. Dadurch schneiden die Byk angeführten Gründe durchschlagend sind; sie 
kleinen Verbraucher besser ab. Berlin ist dazu über­ werden daher gegen den Antrag des Herrn 
gegangen, auf die Münzgasmesser noch 2 H  pro cbm Dr. Byk stimmen.
zu erheben. W ir haben aber davon Abstand genom­ Was den vorhin von mir erwähnten Punkt be­
men und den alten Preis bestehen lassen. trifft, so bemerke ich noch einmal, daß der Ausschuß 
uns empfiehlt, unter b zu beschließen: „M it  der E r­
Stadtv. Dr. Byk: Meine Herren! Der Herr höhung des Gaspreises von 16 H auf 20 F  für 
Berichterstatter hat davon gesprochen, daß im A us­ 1 cbm Gas erklärt sich die Stadtverordnetenversamm­
schuß der Antrag eingebracht worden war, bei der lung einverstanden." Irgendwelche Ausnahme zu­
Treppenbeleuchtung für Gas denselben Preis zu gunsten der Automaten ist nicht vorgeschlagen und 
nehmen wie bisher, also 16 F  pro cbm. Der Herr wird nicht Platz greifen. Wenn eine Aenderung der 
Berichterstatter hat auch mitgeteilt, daß dieser Antrag Automaten selbst nicht in Aussicht genommen ist, so 
abgelehnt worden ist. Trotzdem möchte ich ihn in ändert das an diesem Beschlusse gar nichts. Die paar 
der Vollversammlung nochmals einbringen. Pfennige würden eben eventuell durch Rechnung nach­
zuerheben sein.
Es wird immer wieder zugegeben, daß die Lage 
der Hausbesitzer keine günstige ist. Hier könnten Stadtrat Eassirer: Meine Herren! Ich muß 
Sie ein Aeguivalent dadurch schaffen, daß die Aus­ die Angaben des Herrn Stadtv. Dr. Borchardt be­
gaben der Hausbesitzer nicht mehr, als es dringend stätigen. Der Herr Berichterstatter irr t sich. Der 
notwendig ist, erhöht werden. Irrtu m  ist wohl auf folgendes zurückzuführen. I n
        
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