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Periodical volume 5. September 1917

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1917

154  Sitzung am 5. Septem ber 1917
Ich  möchte da ran  erinnern, daß bis zum darf zur Zuschüttung des S e es  führe. U ns w ar 
31. M ärz  1916 die F i r m a  Hennecke die F uhr le is tu n ­ das  recht. D a s  hatte zur Folge, daß Haerike a n ­
gen für die S t a d t  Charlottenburg bewerkstelligt Hai, statt 2 Fuhren  deren 5 am Tage machte, so daß also 
daß dann am  1. A pril  die F i rm a  Haerike aus die F i rm a  Haerike a u s  einem Gespann 175 Ji pro 
W ilm ersdorf sie zum Preise von 17,50 Jl  pro Tag zog und im ganzen 150 000 J! vereinnahmt 
F uhre  und Kutscher übernommen hat. Diesen P r e i s  hat. W ir  haben dam als  auch'nicht geltend gemacht,, 
haben mir im J a h r e  1916 bezahlt. daß die F i rm a  einen bedeutenden V orteil  d a raus  
Bei der Vorberatung des lpaushcrl'tS für 1917 hätte, daß entgegen der ersten Vereinbarung das 
hatten mir auch diesen Satz von 17,50 Jl zugrunde M ü ll  anderswohin abgefahren wurde. U ns war es 
gelegt. I m  November t ra t  dann der H err  S ta d t -  gleich, wohin das M ü l l  gefahren wurde; daß der 
bau ra t  an die D epu ta tion  m it der M itte i lung  her­ U nternehmer einen größeren Verdienst dabei hatte, 
an ,  daß m ir an dieser S te lle  des E ta t s  einen er­ gönnten w ir  ihm.
heblichen B etrag  sparen würden, d a  mir nicht mehr W eiter wird in  der Vorlage geltend gemacht, 
genötigt wären, 17,50 Jl  zu bezahlen, sondern nur daß w ir  eventuell vom 1. Oktober die Fuhrleistungen 
15 JL D a s  märe geschehen, weil Hennecke, also der selbst übernehmen, also die F i n n a  Haerike am 
vorige Lieferant, a n  uns  herangetreten wäre und n u r  1. Oktober a u s  dem Vertrage entlassen wollen. E s  
15 Jl  verlangt hätte. E r  hätte sich daraufhin  mit könnte so aussehen, a ls  ob die F i r m a  Haerike u n s  
der F i rm a  Gebrüder Haerike in Verbindung gesetzt, einen Gefallen dam it  täte. D a s  Gegenteil ist richtig. 
und diese hätte, wenn auch nicht gern, sich damit D ie  F i r m a  Haerike ha t  un te r  den obwaltenden V er­
einverstanden erklärt, die Fuhrleistungen auf der hältnissen einen sehr großen V orteil  davon, wenn 
Basis von 15 J l  zu bewerkstelligen. E s  war uns sie nicht mehr genötigt ist, die Fuhrleistungen vom 
bis zu einem gewissen Grade unbegreiflich, das; eine 1. Oktober ab, wie es vertraglich ausbedunggn ist, 
F i rm a  im November 1916 billigere Preise annahm, zu bewerkstelligen. D a s  ist nach unserer Ansicht für 
a ls  sie für das  gegenwärtige E ta ts jah r  gültig waren. den Schaden, den sie eventuell hat, Aeguivalent ge­
Aber da  sich der Unternehmer dazu verstanden hat, nug. D eshalb meinen wir, daß es ungerechtfertigt 
so konnten w ir  diesen niedrigeren P r e i s  annehmen. wäre, ih r  diesen hohen B etrag  noch zu gewähren.
—  Ich  erwähne das besonders, weil in her Begründung W enn nicht von vornherein eine Ablehnung der 
der Vorlage steht, daß es „eine grobe Unbilligkeil Vorlage erfolgte, so würden w ir  vorschlagen, sie in 
von u n s  wäre, wenn w ir die V ertm gslage ausnutzet-, den Ausschuß, der voraussichtlich für die M üllbe­
wollten". —  Also im November ist erst der V er­ seitigung eingesetzt werden wird, noch einmal zu 
trag auf der Basis  von 15 Jl geschlossen worden. beraten und dort einen Beschluß zu fassen.
D em  Hennecke ist geschrieben worden, daß w ir  von 
seiner Offerte keinen Gebrauch machen könnten. Der S tab tu .  B ergm ann : M eine Herren! Auf den 
neue Vertrag ist dann am 1. A pril  in Aktion ge­ ersten Blick hat es den Anschein, als ob die F orde­
treten, und bereits im M a i  ist die F i rm a  Haerike rung, die Erhöhung um 7,50 Jl, seh: mäßig wäre. 
m it  dem Ersuchen an u n s  herangetreten, die ver­ S ie  gewinnt aber an Bedeutung, wenn man sich ver­
einbarten Beträge wesentlich, von 15 Jl  auf 22,50 Jl, gegenwärtigt, daß die Forderung ca. 50 %  beträgt, 
zu erhöhen. j Diese, Forderung ist a ls  um so größer anzusehen,
M eine  Herren, zu B eginn  des Krieges hatten - wenn m an bedenkt, daß, wie aus  den Akten ersichtlich 
w ir u n s  in Uebereinstimmung m it  dem M agistra t  ist und wie H err Kollege Dr. Byk eben geschildert 
auf den S tan d p u n k t  gestellt, daß Vertrüge, die für hat, der Vertrag  erst im November 1916 geschlossen 
kurze Z e i t  geschlossen waren, etwa bis zum 1. April war. Z u  der Zeit  bestand schon eine ganz erhebliche 
1915, von den Lieferanten gehalten werden m üßten Verteuerung, nicht allein in der Verpflegung der 
und daß n u r  bei länger dauernden Verträgen eine Pferde, sondern auch eine Verteuerung der Löhne 
Erhöhung der vereinbarten Sätze vorgenommen und der sonstigen Utensilien, die für Gespanne ge­
werden dürfte. I n  diesem Fa lle  ist nun der V er­ braucht werden. Im m e rh in  darf m an annehmen, 
trag  w ä h r e n d  des Krieges getätigt worden, und daß die Forderung von unserer Verwaltung ein­
er ist auf G rund  einer K o n k u r r e n z  zustande gehend geprüft worden ist. E s  wird aber doch richtig 
gekommen. Ich  will noch einmal betonen: Hennecke sein, daß w ir un s  die Einzelheiten noch einmal 
h a t  u n s  eine billigere Offerte gemacht,u nd Haerike näher ansehen, zumal die gesamte Forderung 
hat sich dieser Offerte angeschlossen. E s  ist doch zum 38 000 Jl  ausmacht. Ich  möchte deshalb vorher 
mindesten eine große Ungerechtigkeit schon gegen nicht auf Einzelheiten eingehen.
die F i rm a  Hennecke, nachdem w ir  sie von der Liefe­ W ir  würden es für richtig halten, daß die V o r­
rung  ausgeschaltet haben, wenn w ir  nunm ehr dem lage nicht abgelehnt, sondern einem Ausschuß über­
Haerike nicht n u r  die Sätze, die im  vergangenen wiesen wjrd. Am besten täten wir, wenn w ir sie 
J a h r e  gültig waren, sondern noch wesentlich mehr dem Ausschuß überweisen, der -aller Wahrscheinlich­
bewilligen wollten. keit .nach zu den Punkten  14 und 15 betr. M ü l l ­abfuhr eingesetzt wird. Ich glaube aber nicht, daß 
Ich  möchte dabei auch noch an  folgendes erin­ es zulässig ist, schon jetzt eine Vorlage einem A u s­
nern. I n  einer späteren Vorlage ist zu lesen, daß schüsse zu überweisen, der erst nachher eingesetzt wird. 
das  M üll,  das  im  vorigen) W in te r  auf den Höfen, Deshalb würde ich es für sichtig halten —  der Herr 
liegen geblieben ist, im F rü h ja h r  abgefahren worden Vorsteher wird ja darüber zu entscheiden haben — , 
ist. D ie  F i rm a  Haerike erhielt dafür einen P r e i s  daß _ mir die Abstimmung über den einzusetzenden 
von 35 Jl für 3 cbm. Es w ar in Aussicht genom­ Ausschuß bis nach der B era tung  über P u n k t  14 und 
men, daß dieses M üll  nach den S p a n d a u e r  Wiesen 15 verschieben. I n  jedem Falle  wünschen wir einen 
abgefahren werden sollte, und daß die F i rm a  in Ausschuß für die Vorlage.
der Lage wäre, zwei solcher F u h ren  am Tage zu 
bewerkstelligen. Nachdem die Vereinbarung getroffen S tab tb . B o llm ann: M eine H e r re n ! W ir
war, fragte die F i r m a  Haerike bei u n s  a n ,  ob es können froh und glücklich sein, daß die S t a d t  C h a r­
un s  recht wäre, wenn sie das  M ü l l  nach W ilmers- lottenburg die M üllabfuhr in eigene Regie über-
        
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