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Periodical volume 13. Juni 1917

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1917

108 Sitzung am 13. Juni 1917
Vorsteher Dr. Frentzel: W ir  käm en n u n m e h r stellt. A b er so w e it zu  gehen, e in  A rchiv e inzu rich ­
zu  P u n k t 8 . M e in e  H e rren , H e r r  K ollege Dr. S t a d t -  ten , in  dem  säm tliche B eru fe , w ie sich d ie  V o rlag e  
haffen h a t gebeten, w enn  möglich die B e ra tu n g  dieser- ausdrück t, gesam m elt w erden  sollen, u n te r  A ngabe  
V o rlag e  zu verschieben, d a  e r  gern  dazu  d a s  W o n  d e r  B ed in g u n g en , die sie a n  besondere körperliche u n d  
nehm en  möchte, augenblicklich a te r  noch v e rh in d e rt geistige E igenschaften , K ö rp e rk ra f t, G e su n d h e itsz u ­
ist. W e n n  S i e  d a m i t  e in v erstan d en  sind, w ü rd en  w ir  stand , V o rb ild u n g , A u sb ild u n g , erforderliche Z e it  
diese V o rlag e  am  E n d e  der T a g e so rd n u n g  b eh an ­ u n d  G e ld m itte l stellen, sowie d e r  V erd ienstm üglich- 
deln . —  W iderspruch erfo lg t n ich t; d a n n  w erden keiten  u n d  d e r A ussichten  fü r  die Z u k u n ft, —  a lle s  
w ir  so v erfah ren . dieses fü r  ganz  D eutsch land  durch unser A rchiv zu  
beschaffen, d a s  h a lte  ich d irek t fü r  e in e  re in e  U n ­
P u n k t  9 : m öglichkeit. E s  is t denkbar, d aß  d e r S t a a t ,  d aß  d a s  
K aiserliche S ta tis tisch e  A m t, besonders die A rb e its -  
Vorlage betr. Verstärkung der Mittel für Pflege­ ab te iilung , e in e r solchen A ufgabe gewachsen ist. A ber 
gelder. —  Drucksache 77 . w ie eine S t a d t  w ie C h ark ö tten b u rg  d a s  einschlä­
gige M a te r ia l  beschaffen, es au fa rb e ite n  u nd  noch zu ­
(D ie  V ersam m lu n g  beschließt nach dem  A n tra g e  letzt a u f  dem lau fen d en  h a lte n  soll, ist m i r  nicht 
d e s  M a g is tr a ts ,  w ie  fo lg t: recht k lar, es fei denn , d aß  e in  g an z  g ro ß es  B ü ro  
Z u r  V erstä rk u n g  des H au sh a ltsp la n a n sa tz e s m i t  e inem  D ire k to r  a n  der S p itze  in s  L eben  geru fen  
O rb . V e rw a ltu n g  V — 1— 2 b  fü r  191 7  — w ird . D e n n  H ilfsk rä f te  a lle in  können  e in  solches 
P sleg eg e ld e r fü r  K in d e r  in  F a m ilie n v e rp fle ­ um fangre iches M a te r ia l  nicht au fa rb e ite n , sondern  
gung  in  C h a rlo tte n b u rg  —  w erden  19 0 0 0  Jl es m ü ß te  zw eife llo s e in  akademisch geb ild e te r H e rr  
a u s  dem D is p o s it io n s fo n d s  b ew illig t.) a u  d e r S p itze  e in e s  solchen B ü r o s  stehen, u m  den  
A u fg ab en  gerecht zu w erden , d ie  d ie  V o rla g e  im  
D a s  P ro to k o ll vo llziehen h eu te  die H erren  A uge ha t.
Dr. L ie p m a n n , Peesch u nd  Dr. P e r l . A b er selbst u n te r  der A n n a h m e , d aß  d a s  A rchiv 
d u rch fü h rb a r w ä re , —  g la u b t m a n  d en n  in  der 
P u n k t  1 0 : h eu tig en  Z e it  M a te r ia l  zu bekom m en, d a s  w irklich 
Vorlage betr. Errichtung eines städtischen Arbeits­ fü r  d ie  B e u r te i lu n g  d e r V erh ä ltn isse  in  d e r F r i e ­
amtes. —  Drucksache 78 . d en sze it a ls  M a ß s ta b  d ien en  k a n n ?  M e in e  H e rre n , d ie L öhne sind geg en w ärtig  so hoch, d a ß  m a n  sie 
Stadtv. Dr. Rothholz: M e in e  H e rre n ! D ie g a r  nicht n o rm a le n  Z e ite n  zu G ru n d e  legen  kann, 
E n tw ick lung  d es A rbe itsnachw eises  h a t die S t a d t ­ e s  sind A u sn a h m e lö h n e ; w ollte  m a n  jetzt L ohn - 
ve ro rd n e ten v e rsam m lu n g  s te ts  m i t  g ro ß em  I n t e r ­ sta tistiken  m achen, w o llte  m a n  jetzt S ta t is t ik e n  ü b e r 
esse v erfo lg t u nd  die M i t te l ,  d ie  fü r  ih n  an g e fo r­ die A rb e itsv e rh ä ltn isse  au fn eh m en  u n d  d a ra u s  nach­
d e r t  w u rd en , g la t t  b ew illig t. Auch im  K rie g s ja h re  h e r Schlüsse in  bezug a u f  die F rie d e n sv e rh ä ltn is se  
sind w ir  m i t  dem  M a g is t r a t  d en  gleichen W eg ge­ z iehen, so w ürde  m a n , g laube  ich, den g rö ß ten  I r r ­
gangen , haben  die K riegsbeschädig tenfürsorge in s  tu m  begehen. A b er ganz abgesehen d av o n , le id en  
L eben  geru fen  u n d  d a ra n  bekanntlich d ie  F a c h a u s ­ w ir  a lle , jede B eh ö rd e , jed er K a u fm a n n  usw ., a n  
schüsse ang eg lied e rt. T horetisch  k o nn ten  w ir  v o ra u s ­ e inem  M a n g e l a n  A rb e itsp e rso n a l. W ie  m a n  n u n  
setzen, d aß  diese Fachausschüsse G lä n z e n d e s  leisten h ie r  sich die A rb e itsk rä f te  beschaffen w ill, u m  e in  
w ü rd en . A b er w ie ist e s  m i t  ih n en  in  d e r P r a x i s  solches A rchiv  in  Z e ite n  .des K rieg es  in s  L eben  t r e ­
e rg a n g e n ?  G e w iß , die M i tg l ie d e r  d e r F a c h a u s ­ ten  zu  lasten , ist m ir  nicht recht verständlich.
schüsse sind im  R a th a u s  zusam m engekom m en und  E in e  an d ere  F ra g e , d ie  in  d e r  V o rla g e  au fge­
haben  ü b er die K o m p en ten zen  d e r Fachausschüsse be­ w orfen  w ird , ist die B e ru fs b e ra tu n g . K e in e r  vo n  
ra te n ;  ab e r b is  zum  heu tig en  T a g e  ist, g lau b e  ich. u n s  w ird  leugnen , d aß  w ir  in  diesen e rnsten  Z e i­
noch kein Fachausschuß  zu sam m engetre ten , u m  ten , wo T au sen d e  un d  aber T ausende  D eutsche ge­
praktische A rb e it zu le is ten ; E rfa h ru n g e n  a u f diesem fa llen  sind, wo zu befürchten steht, d aß  in  F r ie d e n s ­
G eb ie te  find n ich t gesam m elt, u n d  ich g lau b e , dieses zeiten  ein M a n g e l a n  A rb e itsk rä f te n  e in tre te n  
O rg a n , d a s  sich nicht b e tä tig t , w ird  v o lls tän d ig  v e r­ w ird , M enschenökonom ie tre ib en  u n d  danach trach ten  
küm m ern . D e sh a lb  kann  ich m ir  nicht denken, d aß  m ästen , d e n  A rb e ite r  a n  die richtige S te l le  zu b r in ­
w ir  a u f  diesem G eb ie te  E rfa h ru n g e n , die w ir  im  gen, d o r th in , w o e r am  m eisten  le isten  sa n n . M e r  
K riege gem acht haben  sollten , fü r  den  F r ie d e n  v e r­ w ir  m üssen u n s  im m e r v e rg eg en w ärtig en , d aß  V o r ­
w e rten  können. aussetzung e in e r rich tigen  B e ru fs b e ra tu n g  ist, d aß  
M e in e  H e rre n , d a ra u s  können S ie  ersehen, w ie d e r A rbe itsnachw eis  in  dem  G eb ie t, fü r d a s  er e in ­
sich die D in g e  theorethisch un d  praktisch m anchm al gerichtet ist, d en  A rb e itsm a rk t beherrscht, daß  e r 
sehr scharf gegenüberstehen; ebenso scheint es  m ir  in  F a c h ab te ilu n g en  « g l ie d e r t ,  d aß  er o rg an is ie r t ist, 
bei m ancher F o rd e ru n g  der h eu tig en  V o rla g e  der io d aß  w ir  die M öglichkeit haben , d ie jen igen , d ie  
F a l l  zu fein, z. B . hinsichtlich d e r S ch a ffu n g  e ines w ir  zu  b e ra ten  h ab en , auch in  die richtige S te l lu n g  
A rch ivs. E in e  solche F o rd e ru n g  ist in  d e r L ite ­ zu b rin g e n :
r a t u r  un d  in  der P resse schon o ft ausgestellt w o r­ A b er die V o rla g e  ist g e rad e  da am  schwächsten, 
d en . D ie  L o h n - un d  A rb e itsb ed in g u n g e n  d e r A r ­ w o w ir  eigentlich am  m eisten  von  ih r  h ä tte n  er­
b e ite r  zu durchleuchten, ist sicherlich des S ch w eiß es w a r te n  m üssen, lie b e r  den  A rb e itsn ach w e is  sag t 
d e r E d len  w ert. E s  sind in  d ieser B ez ieh u n g  ja  sie n u r  fo lgendes:
V o rg än g e  v o rh an d en , z . B .  h a t  die L e ip z ig e r O r t s ­
krankenkasse die L öhne ih r e r  M itg l ie d e r  zu sam m en ­ S e in e  O rg a n is a tio n  ist seit J a h r e n  den
gestellt, u n d  ich w ürde  d e r hiesigen O rtsk ra n k e n ­ örtlichen  B edü rfn issen  entsprechend a u sg e b a u t.
kasse auch sehr em pfehlen , diesem  B eisp ie le  zu  fo l­ D ie  e tw a  n o tw en d ig  w erdenden  V e rä n d e ru n ­
gen. E in ze ln e  A rbeitsnachw eise  haben  eben fa lls  d ie  gen w erden  sich w e ite rh in  a u s  der G e s ta l tu n g
L ö h n e  der V e rm itte lte n  in  S ta t is t ik e n  zusam m enge­ der w irtschaftlichen V erhä ltn isse  ergeben.
        
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