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Periodical volume 29. März 1916

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1916

Sitzung am ] 8. April 1916 85
tercs, rund gegriffen, 6000 dl für den Monat geneh­ sich eingehend umzusehen. Von Mauersteinen habe 
migt. Nunmehr wird vom Magistrat beantragt, der ich vor einigen Jahren einmal fabeln gehört, aber nur 
Gesellschaft vom 1. Februar bis zum 1. Dezember auf dem Papier; es hat einmal irgend jemand gesagt, 
nach wie vor 6000 dl und vom 1. Dezember ab man könne aus dem Müll Steine pressen. Ich habe 
4000 dl mehr zu genehmigen, also 10 000 dl. Das, auch selbst solche Steine gesehen, sie waren aber völlig 
was der Magistrat beantragt, bedeutet also lediglich unbrauchbar. Wenn die Angaben des Herrn Gebert 
eine Erhöhung um 4000 dl pro Monat vom 1. De­ richtig wären, würde man schon heute in der Industrie 
zember ab, d. H. für 12 Monate 120 000 dl und, diese Erfindung verwertet sehen, dann würden sich 
verglichen mit der Gesamtsumme, die die Dreiteilung diese Steine schon irgendwo verwendet finden, was 
für ein Jahr bekommt, rund 20 % mehr. Wir bean­ aber nicht der Fall ist. Also mit den gewöhnlichen 
tragen also, vom 1. Dezember ab der Dreiteilung, eine Steinen ist es nichts und mit den Glasursteinen erst 
Kriegsentschädigung in Höhe von 20 % zu gewähren. recht nichts.
Ich darf daran erinnern, das; die Stadtverord­ Dann möchte ich noch auf eine Bemerkung deL 
netenversammlung vor kurzer Zeit einem andern Herrn Gebert zurückkommen. Herr Gebert ist der 
Fuhrunternehmer die Kriegsentschädigung, die ihm Auffassung und hat das ziemlich deutlich ausge­
schon in Höhe von 25 % genehmigt war, vom 1. De­ sprochen, daß die Gesellschaft ihre Verpflichtungen 
zember 1915 'ab auf 50 % erhöht hat. Wenngleich nicht erfüllt. Ich bin mit der Gesellschaft erst seit 
die Entschädigung, die der Dreiteilung gewahrt dem Kriegsausbruch in nähere Beziehungen getreten. 
werden soll, i 20 000 dl pro Jahr, also eine erkleck­ Zu Beginn des Krieges waren bei der Gesellschaft Ivie 
liche Summe ausmacht, so bitte ich, zu bedenken, das; auch bei uns sehr viele Leute eingezogen, darunter die 
die Erhöhung noch lange nicht 50% beträgt, die einem Direktoren, die Hauptkontrolleure "iw. Alle diese 
andern Fuhrunternehmer gewährt worden ist, sondern Stellen mußten neu besetzt werden. Tie Gesellschaft 
nur 20%. Der Herr Stadtverordnete Jolenberg hatte also gleich zu Beginn des Krieges und seitdem 
hat ferner gesagt, es wären früher Festellungen ge­ ununterbrochen sehr schwierige Verhältnisse durchzu­
macht worden, aus denen hervorginge, das; in Berlin machen. Trotzdem kann ich nicht umhin, der (Gesell­
die Müllabfuhr, pro Tonne berechnet, billiger sei als schaft das Zeugnis auszustellen, daß sie sich redlich 
in Charldttenburg. Ich habe vor Jahren derartige bemüht hat, ihre Pflicht und Schuldigkeit zu tun, 
Berechnungen aufgemacht und festgestellt, das; man im und das; sie auch während des Krieges unter den 
großen und ganzen in Berlin an den Abfuhrunterneh­ schwierigsten Verhältnissen alles getan hat, ivas in 
mer die gleiche Summe zahlt wie Lei uns, nämlich ihrer Macht stand, um ihre Vertragsverpflichtungen 
10 dl die Tonne. zu Srfüllen. Dieser Umstand berechtigt mich auch, hier 
Was die Tochtergesellchaften betrifft, so werden zu sagen, das; nach meiner Auffassung die Gesellschaft 
w ir Ihnen im Ausschusse gern die nötigen Aufklä­ in der Erfüllung ihrer Pflichten auch in Zukuft nickn 
rungen geben. Tie.Nesultate liegen vor, abschließend erlahmen wird. Dabei möchte ich mir erlauben, da­
bis zum 1. Oktober vergangenen Jahres. Ich habe rauf hinzuweisen, daß der Vertrag, den wir mit der 
sofort veranlaßt, daß uns die weiteren Aufstellungen Gesellschaft abgeschlossen haben — ich will das nur 
überwiesen werden. Die Herren werden daraus ent­ andeuten —, uns ein sehr gutes Mittel gibt, die Ge­
nehmen, das; die Tochtergesellschaften zwar der Drei­ sellschaft zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen anzu­
teilung Vorteile bringen, daß diese aber so gering halten, falls sie wider Erwarten es hieran sehten 
sind, das; sie in keinem Verhältnis zu dem stehen, was lassen sollte.
hier entschädigt werden soll. Stadtv. Jolenberg: Meine Herren! Ich möchte 
(Zuruf: Das wollen wir einmal sehen!) Sie nicht allzulange mit dieser Angelegenheit auf­halten; aber ich erachte cs doch für nötig, die Zahlen, 
die ich vorgebracht habe und die Herr Baurat Bredt­
Herr Dr. Bhk hat darauf hingewiesen, das; die schneider in Zweifel gezogen hat, zu begründen. Ich 
'Stadtverordnetenversammlung am 8. März eine Ent­ hab vor mir die Stadtverordnetenvorlage vom Jahre 
schädigung genehmigt hat, die nach dem vollgeladenen 1911. Es handelte sich damals um eine Anfrage 
Wagen berechnt wird. Diese Entschädigung ist nicht wegen der Erhöhung der Gebühren. Der Magistrat 
zur Auszahlung gekommen, weil die Gesellschaft die machte damals der Stadtverordnetenversammlung 
Entschädigung abgelehnt hat; — sie hat der Stadt­ diese Angaben. Wenn Herr Baurat Bredtschneider 
gemeinde das beanspruchte Recht abgelehnt, den Ver­ die Angaben, die ich gemacht und der Magistratsvor­
trag bündigen zu können. Infolgedessen lag für uns lage entnommen habe, in Zweifel zieht, dann muß 
gar keine Veranlassung vor, zu prüfen, ob die Wagen sich der Magistrat damals geirrt haben. Ich kann 
vollgefüllt waren oder nicht. Aber ganz allgemein doch nur das für richtig halten, was der Magistrat 
möchte ich Herrn Stadtv. Bhk bemerken, daß die Ge­ der Stadtverordnetenversammlung berichtet. Der 
sellschaft selbst das allergrößte Interesse daran hat. Magistrat sagt nämlich: pro Kopf der Bevölkerung 
daß die Wagen voll geladen sind; sie würde ja sonst in Charlottenburg 1,94 dl, pro Tonne Müll 
schlecht wirtschaften. Denn wenn die Wagen den 11,60 dl] in Groß-Berlin pro Tonne Müll 8,23 dl. 
langen Weg bis zur Müllabladestelle nicht vollbe- Das waren die Ergebnisse der Untersuchung im 
laden zurückkehren, so kostet das viel Geld. Ob sie von Jahre 1911, bezogen auf das Jahr 1910. Herr 
uns entschädigt wird oder nicht, ihre Kontrolleure, Baurat Bredtschneider wird doch wohl nicht be­
die die Kutscher zu beaufsichtigen haben, werden ganz haupten wollen, daß die Sache inzwischen billiger ge 
von selbst dahin wirken, das; die Wagen immer voll worden ist. Das kann er nicht, denn das Gegenteil 
geladen sind. W ir haben, wie gesagt, kein Interesse davon beweist der Etat. In  diesem Jahre sind neu 
daran gehabt, dies zu kontrollieren. eingestellt u. a. zur Deckung des vpn der Stadt­
Der Herr Stadtv. Gebert hat auf Glasursteine hauptkasse gewährten Vorschusses 7598 dl. Ich 
hingewiesen. Ich weiß nicht, was das für eine neue könnte noch eine Anzahl solcher Positionen nennen 
Erfindung sein soll, mir ist davon nichts bekannt; und habe mir berechnet, daß in dem künftigen Etat­
ich pflege mich sonst ans dem technischen Gebiet ziem­ jahre ohne die jetzt verlangte Erhöhung der Betrag
        
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