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Periodical volume 29. März 1916

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1916

Sitzung am 19. April 1916 83
nommen ist, 1,15%, das heißt 0,25% mehr, der doch auch wohl die Erträgnisse für die gewonnenen 
vierte Teil mehr als die im Etat vorgesehenen 0,9%. Materialien, für die Futterstoffe, für Papier, Blech 
Das ist eine ganz gewaltige Aufwendung, die die und was alles noch gewonnen wird, Lumpen usw., 
Stadt Charlottenburg für die Müllabfuhr machen gestiegen. Ich kann mir wohl vorstellen, daß die 
soll, deshalb besonders gewaltig, weil sie in gar Mehrkosten der Abfuhr durch die größeren Erträg­
keinem Verhältnis zu dem steht, was andere Kom­ nisse gedeckt werden. Die Dreireilungsgesellschaft hat 
munen für derartige Veranstaltungen zahlen. zur Verwertung derartiger Abfälle Tochtergesell­
Als im Jahre 1906 der Vertrag mit der Char­ schaften gegründet, deren Ertrag uns nicht bekannt 
lottenburger Müllabfuhrgesellschaft geschlossen wurde, ist. Es ist sehr wohl möglich, daß diese Tochter­
handelte es sich um zwei Angebote der Charlotten­ gesellschaften ein ganz gutes Gschäft machen und eine 
burger Abfuhrgesellschaft, und zwar für das Misch- gute Dividende abwerfen und die Müllabfuhrgesell­
system mit 1,79 nnd für das Dreiteilungssystem schaft, die Dreiteilung, davon nichts sieht oder nur c/Z 
mit 1,30 Jl. Die Gemeindekörperschaften haben das indirekt davon Vorteile hat. Ich halte es für durch­
b i l l i g e r e  Angebot — das w a r das M a ß ­ aus nötig, daß der Ausschuß der Stadtverordneten­
gebende —, das billigere mit 1,30 J l angenom­ versammlung einmal in diese Vorgänge hineinleuchtet, 
men. Tie Dreiteilungsgesellschaft kam aber sehr bald daß er sich die Bilanzen nicht nur der Dreiteilung, 
mit einer Nachforderung. Nach einigen Jahren sondern auch der Tochtergesellschaften, der Schachtel- 
mußte man den Satz auf 1,80 J l erhöhen. Die Ge­ gesellschaften genau ansieht, um sich ein Bild davon 
sellschaft zwang damals die Stadt zu dieser Erhöhung, zu machen, ob es möglich sein wird, mit dem bis­
indem sie erklärte: wenn ihr das nicht macht, dann herigen Satze auszukommen.
sind wir nicht imstande, den Betrieb fortzusetzen. Meine Herren, ich glaube, daß es sich erübrigt, 
Diesem Zwange haben sich die Gemeindekörper­ hier im Plenum weitere Ausführungen zu machen. 
schaften gefügt und haben 1,80 J l pro Kops der Be­ Wir werden das Ergebnis der Ausschußberatung ab­
völkerung bewilligt, also eine ganz erhebliche Stei­ warten müssen und dann sehen, wie wir uns zu der 
gerung. Magistratsvorlaqe stellen. Ich beantrage also die 
Damals wurden vom M a g i s t r a t  Erhe­ Einsetzung eines Ausschusses von 15 Mitgliedern und 
bungen angestellt, was andere Kommunen eigentlich bitte, demgemäß zu beschließen.
zahlen. Es wurde festgestellt, daß Charlottenburg 
bedeutend mehr zahlt als irgend eine Kommune Borsteher Dr. Frcntzel: Ehe ich den weiteren 
oder, wenn wir nur Groß-Berlin in Vergleich ziehen, Rednern das Wort gebe, möchte ich mitteilen, daß 
bedeutend mehr als Groß-Berlin.. Die Zahlen pro das Protokoll der heutigen Sitzung die Herren Bade, 
Kopf der Bevölkerung konnten nicht festgestellt Bergmann und Weise vollziehen.
Werben, wohl aber die Pro Tonne Müll. I n  Groß- 
Berlin wurden damals für die Tonne Müll 8,23 j l  Stabtb. Dr. Byk: Ich begrüße den Antrag der 
gezahlt und in Charlottenburg 11,60 Jl, d. H. etwa liberalen Fraktion, für diese Vorlage einen Ausschuß 
40% mehr in Charlottenburg als in Groß-Berlin. einzusetzen. Ich halte es auch für nötig, daß genau 
Wir hatten allerdings dafür das Dreiteilungssystem, geprüft wird, ob eine so große Erhöhung, wie sie 
das nach dem Gutachten Sachverständiger dem Misch­ hier beantragt wird, angemessen ist,
system in jeder Beziehung vorzuziehen sei. Herr Kollege Jolenbcrg hat schon darauf auf­
Sehr bald stellte sich heraus, daß man mit dem merksam gemacht, daß zwar auf der einen Seite die 
Satze, der sich inzwischen auf 1,94 
    
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