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Periodical volume 8. März 1916

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1916

Sitzung am - März 1916 4;>
-dieser P o lir if  heute ein gewisses Lob insofern singen nicht sagen:  hereinbrechen,  sondern 
hören, a ls  er sie a ls  eine Ueberschußpolitik bezeichnet a u f  u n  s  z u k o m iii e n  w i r  d , d.  H., daß wi r  
hat, d. H. also: es ist un s trotz unserer.dauernden d a s ,  w a s  h e u t e  z u  t u n  n ö t i g  i s t ,  a u c h  
Ausgaben im m er noch gelungen, bei m äßigen S te u e r­ w i r k l i c h  t u n ,  d a z u  d i e  E n e r g i e  u n d  
sätzen nicht n u r die Bedürfnisse des T ages zu be­ E n t s c h l u ß k r a f t  h a b e n  u n d  e s  n i c h t  
friedigen, sondern auch für die Zukunft b is zu einem v e r s c h i e b e n .  I n  diesem S in n e , glaube ich, wird 
-gewissen G rade Vorsorge zu treffen, in  einem solchen es die Bürgerschaft verstehen, wenn w ir sie heute m it 
G rade, das; w ir heute noch im zweiten K riegsjahr einer E rhöhung der Lasten nicht verschonen können. 
aus unseren Reservefonds zehren können, wenn auch S ie  soll dazu dienen, uns schnell einen besseren Tag 
das F e tt  etwas geringer geworden ist, a ls  es früher herbeizuführen, dessen M orgenröte uns hoffentlich 
Wgr. recht bald aufgehen w ird.
M eine Herren, S ie  sehen aber a u s  dieser Betrach­
tung  eins: daß  keine anders geartete F inanzpolitik  (Lebhafter Beifall.)
u n s  vor den Schwierigkeiten, die w ir jetzt haben, hätte 
schützen können. E s  wäre einzig und allein n u r dann Stadtv. Dr. Liepinann: M eine Herren! S ie  
möglich gewesen, wenn w ir eine A nhäufungs- und werden verstehen, wenn ich den vorgelegten E ta t in 
S ainm lungspo litik  getrieben hätten, die in  keiner meinem und meiner Freunde N am en nicht m it beson­
W eise berechtigt gewesen wäre, wenn w ir also m it an ­ derer G enugtuung begrüße; S ie  werden ferner ver­
deren W orten hohe S teuern , hohe Gebühren, hohe stehen, wenn ich mich der Kritik, die der H err V orred­
Preise für die Erzeugnisse unserer Werke genommen ner soeben beim Schluffe seiner Rede über unsere b is ­
hätten, um  die Erträgnisse nicht der Bürgerschaft zu­ herige F inanzpolitik  geükt hat, nicht vollkommen 
gu te  kommen zu lassen, sondern sie in einen Sack zu anschließen kann. D er H err V orredner hat mich 
tu n . Und wozu und m it welcher B egründung? Diese zwar schon vorher au f Aeußerungen des M ißfallens 
h ä tte  kein Mensch geben können; denn es hat vor vorbereitet, wenn ich mich etwa erdreisten sollte, hier 
10 J a h re n  und auch noch später keinen Menschen ge­ a ls  ein „zurückgewandter P rophe t"  aufzutreten, um  
geben, der geglaubt hat, daß w ir in  den Ja h re n  1914, auf die Kritik der früheren Finanzgebarung einzu­
1915 und 1916 in  dieses schwere, mörderische R in ­ gehen. Ich  will Ih n e n  aber gleich sagen, daß mir 
gen verwickelt worden wären, das auch so wichtige diese Absicht fern liegt. Trotzdem hat er mich durch 
und so inhaltsschwere wirtschaftliche Folgen für uns sein Lob auf die frühere Ueberschußpolitik herausge­
haben könnte. Jeden fa lls  würde derjenige, der seiner­ fordert. Ih n e n  in kurzen W orten zu sagen^daß ich 
zeit m it dieser F orderung und m it dieser B egrün­ nicht die Ueberschußpolitik, sondern die S parsam - 
dung  ausgetreten wäre, wenig A nhänger gefunden keitspoUtik für die richtige halte, und daß w ir auch 
haben, und es w ird heute derjenige noch viel weni­ ohne Krieg schon im Ja h re  1913 auf G rund der 
ger A nhänger finden, der vielleicht a ls  rückwärts ge­ bisherigen Finanzgebarung ein D efizit gehabt halben, 
wendeter P rophe t heute behauptet, er hätte alles das d a s  hatte vermieden werden können und sollen.
bereits dam als schon vorausgesehen, N un, meine Herren, möchte ich trotzdem m einer 
hohen Befriedigung darüber Ausdruck geben, daß  die 
(S e h r  richtig!) von u ns leider so' oft vergeblich empfohlene S p a r ­samkeit in  diesem E ta t durch den M agistrat befolgt 
und  m an wäre ihm  dam als nicht gefolgt. worden ist. S ie  ist und konnte allerdings n u r in ­soweit befolgt werden, a ls das bei den Fundam enten  
Ich  glaube aber weiter —  und das ist m ir das möglich war, auf denen nach einer lange geübten 
Wichtigste — , daß u ns diese Betrachtungen eine ge­ städtischen F inanzpolitik, die weit in frühere Zeiten 
wisse Zuversicht für das geben, w as später sein wird, zurückreicht, unsere städtischen Einrichtungen aufge­
d aß  sie u ns das Recht geben, m it einem gewissen 
O p tim ism u s , wie es der H err Käm m erer getan hat. b au t sind, und soweit dabei überhaupt eine sparsame 
in  die Zukunft zu blicken. M eine Herren, wenn w ir Wirtschaft in F rage kommen konnte.
sehen, w oran es denn liegt, daß w ir jetzt so hohe W enn w ir zu einer so starken Erhöhung unserer 
Steuersätze erheben müssen, so können w ir auch hof­ Belastung gelangt sind wie jetzt, so kenn man m it 
fen, daß  dieser wichtigste G rund in  absehbarer Z eit Recht darauf hinweisen, daß ein beträchtlicher Teil 
wegfällt. Ich  aeböre nicht zu denjenigen. die da erlau­ der G ründe in den anorm alen Zustünden liegt, in 
ben, daß nach dem Ende des Krieges eine nie geahnte denen w ir uns in den letzten anderthalb Ja h re n  be­
wirtschaftliche B lüte, eine nie geahnte wirtschaftliche funden haben: in der T eurung, in  der N ot des K rie­
Entwicklung einsetzen w ird. G anz im Gegenteil, ich ges, die es zu lindern galt. Wie ich vorhin  aber 
glaube, daß w ir auch in dieser Beziehung noch schon sagte, scheu w ir auch ein gut Teil der V eran ­
schweren Zeiten entgegengehen werden. Aber ich lassung in  dem  S te igen  dev Ausgaben in weit zu­
glaube ebenso fest an ein. wenn auch langsames, viel­ rückliegender Zeit. Ich  will dabei nu r an unsere 
leicht sehr langsames Ansteigen, und deswegen bin ich städtischerseits erbauten T h e a t e r  und an d i e t e u r e  
der Ueberzeugung, daß w ir in kürzerer Z eit auch m  E r r i c h t u n g  u n s e r e r  K r a n k e n h ä u s e r  er­
bezug auf das S teuersoll wieder das erreichen, was innern. I n  dieser Beziehung möchte ich Ih n e n  aus 
w ir haben würden, wenn der Krieg nicht dazwischen brr Sitzring der S taatshaushaltskom m ission des Ab­
gekommen wäre. Ich glaube, daß unsere Umsatzsteuer geordnetenhauses vom 18. F eb ruar d. I .  m itteilen, 
auch so viel bringen wird, daß sie den Abstrich, der w as vielleicht noch nicht 'bekannt sein w ird, daß der 
heute durch den A ntrag  M eyer angeregt worden ist H err M inister des In n e rn  durch seinen V ertreter, 
und der vielleicht beschlossen wird, ertragen w ird. H errn  M inisterialdirektor Kbchner, ausführen ließ, 
A b e r  d a z u  g e h ö r t ,  d a ß  w i r  d e n  F  o r d e  - er sei auch heute noch gemäß dem E rlaß  des M in isters 
r  u n  q e n  d e s  D a g  e s  g e g e n ü b e r  f e st a u f = von Dallwitz vom 14. November 1913 der Ansicht, 
t r e t e n ,  d a ß w i r  u n s  f ü r  d e n  M o m e n t  daß ein Krankenbett durchschnittlich nicht mehr a ls  
r  ü s t e n ,  w o  d i e  e n d g ü l t i g e  B e l a s t u n g 3000 bis 4500 cü kosten sollte. Bei u ns kostet es 
d e r  K r i e g s w i r t s c h a f t  a u f  u n s ,  ich w i l l 10 000 dK und mehr. E r  setzte allerdings hinzu:
        
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