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Periodical volume 19. Januar 1916

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1916

12 Titzmig am 1 ). Januar 1016
E inen  der wesentlichsten Pl.mkte der Bespre­ für die B ilanz ierung  unseres E ta ts  aus den E rtra g  
chung des Ausschusses bildete die Tatsache, wie d as  dev G asa n s ta lt wesentlich angewiesen. E s  kommen 
ja  in  der ersten Lesung auch bere its hervorgetreten daher fü r die Festsetzung des P re ises  nicht n u r  die 
ist, daß  für den P osten  des G asd irek to rs ein G ehalt kaufmännischen, sondern allgem eine etattechnische 
verlangt w ürbe, das sehr wesentlich höher w ar a ls  G ründe  m it in  Betracht. D e r  D irek to r hätte also 
d a s  des b isherigen I n h a b e rs  der S te lle , bedeutend auf die B ild u n g  des G ew innes nicht den E in flu ß , 
höher, a ls  andere städtische technische A em ter besol­ den er a n  anderen  S te lle n  in  der P riv a tin d u s trie  hat. 
det werden, und auch über die G ehälter hinausgeht, E s  w äre ja  auch denkbar, daß bei irgend eine; an ­
die fü r M ag isira ts im  tg lieber angesetzt sind. E s  dern kom m unalpolitischen S i tu a t io n  der Gedanke auf­
w urde im  Ausschuß zunächst darüber K larheit ge­ tauchen könnte, a u s  dem G a s  keinen hohen Ueber- 
schaffen, das; das, w as die S ta d t  b isher fü r den G as- schuß zu ziehen, und dann  würde wieder eine wesent­
direktor bezahlt Hai, eben ein ausnahm sw eise niedriger liche V erringerung  der E inkünfte  unabhäng ig , von 
S a y  w ar, der also zu r Vergleichung nicht absolut dem. w as der D irek to r fü r unser W erk tu t, a u s  G rü n ­
herangezogen werben könnte. D aß  fü r  derartige den, die sich seiner Entschließung vollständig entzie­
S te llen  höhere G ehälter a ls  d as  b isherige und a ls  hen, ein treten  können.
d a s  neu verlangte gezahlt w erden, w urde durch zahl­ A u s diesen G rü n d en  glaubte m an, daß die E in ­
reiche B e isp ie le 'festgestellt. E s  w urde ferner darüber führung  der T an tiem e  für den D irek tor eine städ ti­
kein Zw eifel gelassen, daß bei industriellen U n ter­ schen W erkes nicht angezeigt ist. M a n  w ar auch 
nehm ungen, bei p rivaten  G asan sta lten  den leitenden der Anficht, daß  es dessen nicht bedürfe, da m an zu 
D irek to ren  wesentlich höhere G ehälte r zufließen. ^W ir einem  derartigen  M an n e  d as  Z u tra u e n  haben könne, 
haben u n s  auch darüber U nterhalten , ob die F est­ daß er a u s  eigenem S tre b e n  und  a u s  eigenem 
setzung dieses hohen G eh a lts  für» diesen einen tech­ Pflichtbew ußtsein heraus d a s  Beste g ib t und das 
nischen B eam ten  n u n  automatisch eine E rhöhung  der Beste tu t, um  seine A ufgaben zu erfüllen und d as  
i G ehälter anderer technischer B eam ten  oder der besol­ W ert gedeihlich zu verw alten .
deten S ta d tr ä te  nach sich ziehen müsse. V on M agi- D e r  Ausschuß h a t m it M ehrhe it beschlossen. 
stratsseite ist erw ähnt w orden, daß dies nicht die Ih n e n  die A nnahm e der M ag istra tsv o ilag e  zu em­
Aisich! des M a g is tra ts  sei. daß m an aus dieser A n­ pfehlen, und ich möchte n u r  noch kurz die C harakte­
gelegenheit kein P rä ju d iz  schaffen wolle, sondern sich risierung des G asd irek to rs angeben, wie sie dem 
m it den Vorschlägen für die Festsetzung von G ehäl­ Ausschuß a rs  erwünscht erfolgte. E in  solcher M a n n  
te rn  imm er n u r  nach, wenn der Ausdruck gestattet m uß sein e i n  g u t  e r  N  e r  w  a l t u  n g s b  e a m  - 
ist, der M arktlage richten würde. B ei der richtigen t e r , e i n  g e w a n d t e r  K a u f m a n n ,  e i n  
Einschätzung der Hohe des G eh a lts  darf a e - c h  nicht t ü c h t i g e r  C h e m i k e r  und e i n  g e n i a l e r  
vergessen werden, daß der Verzicht au f P ension  und E r f i n d e r .  Hoffentlich gelingt es dem M a g is tra t, 
H interbliebenenvcrsorgung An wesentliches M om ent au f G ru n d  des erhöhten G eh a lts  einen M a n n  zu 
darstellt. finden, in  dem sich ein dera rtiger V ierverband  guter 
D ie andere F rag e , die den Ausschuß eingehend Eigenschaften findet.
beschäftigte, w ar die, ob m an  nicht den L eite r des 
I n b u f t  ifiliertes ähnlich wie in  der P riv a tin d u s tr ie  (B rav o !)
in  der F o rm  ent'ohnen  solle, daß ihm  sein G ehalt, 
wenn auch vielleicht n u r  zum T eil, in G estalt einer (D ie Versammlung beschließt m it großer M ehr­
G ew innbeteiligung zuflösse. D aß  fü r p riv a te  I n -  heit, entsprechend dem Vorschlage des Ausschusses, 
dustrieunternehm ungen diese F o rm  der E n tlohnung  nach dem Antrage des M agistrats, wie folgt:
der leitenden Leute richtig ist, d arüber bestand kein D ie  durch Gemeindebeschluß vom  12./20. 
Zw eifel; das w ird  ja  auch durch die P ra x is  jeden O ktober 1915 au f 12 000  J t jährlich festgesetzte 
T ag  neu bewiesen und neu unterstrichen. B ei dem B esoldung fü r  die S te lle  eines B etriebsdirek­
L eiter eines städtischen In d u strieu n te rn eh m en s  to rs  der Gaswerke w ird au f 20  000  
    
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