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Periodical volume 4. Oktober 1916

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1916

162 2 lyiiiu] ciin 4. Otiober 1910
Ein wei erer Punkt! I n  verschiedenen anderen mählichen Abbaues betrifft, so können w ir dem nicht 
Städten, in Frankfurt a. M .. Hamburg und auch zustimmen, weil w ir wissen, das an den maßgeben­
sonst noch, ist man nicht bei dem Eintopfgericht, den Stellen bereits, wenn überhaupt, in der Be­
das sich sonst im allgemeinen eingebürgert bat, stehen ziehung so allmählich gearbeitet wird, daß es wahr­
geblieben, sondern man nietet mehrere Gänge. Im  haftig " nicht nötig ist, noch derartige Anträge zu 
allgemeinen ivird das von der Bevölkerung bevor­ stellen. Ich möchte -die Herren bitten, die Worte 
zugt. und gerade dort ist die Benutzung dieser Zen­ von dem allmählichen Abbau zu streichen. Wären 
tralküchen außerordentlich rege. Sie dazu nicht imstande, dann können w ir dem 
Noch ganz weniges zu der Frage der F ke  i  | dy- Antrag nicht zustimmen.
l a x  i  e! Ich meine, es wär wünschenswert, wie das 
ja fetzt auch in B erlin  geplant ist —  ich weiß nicht, Antragsteller Stadtv. Zielenziger (Schlußwort): 
ob auch hier — , daß denjenigen, die von der Fleisch- Meine Herren! Herr Gebert har gesagt, daß ich 
karte keinen Gebrauch machen, ein Ersatz gewährt die Zukunft in  rosigen Farben geschildert hätte. Das 
wird. —  Herr tztadtrat Dr. Gottstein nickt zu­ ist m ir garnicht eingefallen. Ich habe im Gegenteil 
stimmend, und ich freue mich, das feststellen zu gesagt, -daß w ir nur «dann durchhalten können, wenn 
können: es ist auch durchaus eine Notwendigkeit. w ir in  bezug auf alle unsere Lebensmittel sehr spar­
Dann noch eine Frage! M an hat denjenigen, sam wirtschaften.
die die K a r l o f f e l n zentnerweise beziehen, einen Das Wort „allmählich" in unserm Antrage zu 
günstigeren Preis zugebilligt, ras  rechtfertigt sich streichen, halte ich nicht für erwünscht. Ich habe ja 
ja in ' gewissem Sinne dadurch, daß sie das Risiko schon begründet, daß m it der Herabsetzung der 
für gewisse Verluste werden tragen müssen, das im Lebensmittelpreisc bereits angefangen worden ist, und 
andern Falle auf die Gesamtheit entfällt. Trotz­ w ir können nicht io fort eine vollständige Erschütte­
dem liegt darin eine große Härte für die Personen, rung der Wirtschaftslage eintreten lassen, indem w ir 
die heilte nicht imstande find, zentnerweise zu kau­ die Preise scharf heruntersetzen. Denn bei einer sol­
fen, weil sie entweder nicht die M itte l haben, um den chen sofortigen scharfen Herabminderung haben w ir 
nötigen Betrag aufzubringen, oder nicht die Kelle­ keine Gewähr für die Sicherstellung des Bedarfs. 
rungs oder sonstigen Ausbewahrungsmöglichkeiten. Das aber muß für uns die Hauptsache sein. Ich 
Es wird in diesem Winter sehr hart, werden; w ir bitte, das W ort „allmählich" stehen zu lassen.
haben bereits nach dem 15. Februar eine Steige­
rung der Kartoffelpreise in Aussicht. Wie w ir die Antragsteller Stabtu. Dr. Stadthagen (Schluß­
Dinge zwei Fahre hindurch erlebt haben, können wort): Meine Herren! Der Herr Oberbürger­
w ir 'uh Sicherheit darauf rechnen, daß kurz vorher meister hat verschiedene Bedenken gegen meinen 
die Kartoffeln verschwinden werden, und dann wer­ Antrag geäußert, u. a. das, daß zu wenig Waren 
den -die Käuferinnen genötigt sein, in der schlimmsten da waren, die nicht mehr rationiert wären. Wenn 
Winterkälte wieder auf der m aße zu stehen. Wenn etwas für den Antrag spricht, so ist es gerade das 
sie dann noch «dadurch dafür büßen müssen, daß ,re Moment, daß nur noch sehr wenig Waren zu haben 
mehr bezahlen, dann ist das eine große Härte. M an sind; denn um so stärker setzt die Preistreiberei bei 
sollte deshalb im Interesse derer, die am wenigsten diesen wenigen Waren ein.
bemittelt sind, hier einen Ausgleich eintreten lassen. Weiter hat der Herr Oberbürgermeister darauf 
Ebenso möchte ich noch auf eine Einrichtung hingewiesen, daß nicht jede Stadt, gleiche Bedürf­
hinweisen, die in Bremen getroffen ist. D ort gibt nisse hat. Diese Ausführungen des Herrn „Ober­
man S p a r k a r t e n  aus; für den Bezug in größe­ bürgermeisters müssen auf einem Mißverständnis 
rem Maßstabe werden wochenweise Einzahlungen meiner Absichten beruhen. Ich «dachte, mich dahin 
von mindestens 1 Mark gemacht. Auf diese Weise klar genug ausgesprochen zu haben, daß von einer 
werden auch solche Personen, die nicht in der Lage Verteilung der Waren an bestimmte Städte von 
sind, vielleicht 8 , 10 oder 15 J(,  wie es jetzt erfor­ einer Zentralstelle aus gar keine Rede sein könnte, 
derlich ist. für das städtische Gemüse aufzubringen, sondern die Waren, die jetzt die Städte bestellen, 
jn  den Stand gesetzt, sich dennoch das Nötige zu be­ werden zu einem bestimmten Preise gekauft und 
schaffen. nicht von der einen Stadt zu diesem Preise und von 
Meine Herren, noch einen Punkt, den ich vor­ der anderen zu jenem Preise, sodaß die Preise immer 
bin nicht erwähnt habe! W ir werden genötigt sein, in die Höhe gehen.
auch ans anderen Gebieten den Preissteigerungen Wenn dann der Herr Oberbürgermeister darauf 
Rechnung zu tragen; ein Punkt wird ja im nächsten verwies, daß im Deutschen Städtetag nicht alle 
Antrag zur Sprache kommen. Aber das wird nicht Städte vereinigt wären, sondern «die Städte unter 
genügen; cs wird sich die Notwendigkeit ergeben, 25000 Einwohnern dabei auch eine große Rolle 
wenigstens für die am geringsten bezahlten A r b e i- spielten, so möchte ich daran erinnern, daß ich gerade 
t e r  auch -die bisherigen Teuerungszulagen aufzu darauf hingewiesen habe. Ich habe aber «den Reichs- 
bessern, und nmn wird vor allen Dingen, was ich verband der deutschen Städte nicht in den Antrag 
für das Allerdringlimste halte, für noch dringlicher aufgenommen, weil w ir ihm nicht angehören. W ir 
als die Versorgung der Kriegerfamilien, genötigt sind M italied des Deutschen Städtetages, und es 
sein, die durchaus unzulänglichen m pe der A r  in e n- würde dessen Sache sein, sich m it dem Reichster 
p f l e g e  aufzubessern. Ich habe darauf bereits bei band in Verbindung zu setzen. Ich habe darauf hin- 
«der Etatsberatung hinoewiffen und möchte das auch oewiesen, daß das erwünscht wäre. Ich fürchte aller­
jetzt vor der nächsten Etatsberatung betonen. dings, daß, wenn der Herr Oberbürgermeister wirk­
Dann noch einige Worte zu dem Antrag Stadt­ lich bei dieser skeptischen Auffassung des ganzen 
hagen. Der Antrag wird nicht nur unschädlich Antrages bleiben und ihm der Magistrat darin bei- 
sein, sondern er kann dazu führen, daß irgendwo treten" sollte, sodaß er ihn auch in dieser Weise im 
einmal etwas Nützliches getan wird. Deshalb kön­ Deutschen Städtetage vertritt, er dann feinen E r­
nen w ir ihm zustimmen. Was den Abänderungs­ folg haben wird. Aber vielleicht habe ich ihn durch 
antrag in bezug auf die gewichtigen Worte des a ll­ meine letzten Ausführungen etwas davon überzeugt,
        
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