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Periodical volume 28. Juni 1916

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1916

136 Sitzung am !8. Ju n i 1916
entstände. Deshalb Iväre es doch wohl nötig, das; Stadtv. Wöllmer: M eine Herren! Gestatten 
w ir die Sache etwas näher prüfen. D ie Frage, wie S ie  m ir a ls  Laien, a ls Nichtbausachverständigen 
weit ein Wettbewerb hier eine Lösung bringen einige Worte. I n  den M einungsstreit der Herren 
würde, möchte ich doch vorläufig dahingestellt sein vom Baufach, in erster Reihe unseres Herrn B au ­
lassen; es ist Sache des M agistrats, uns neue P läne  ra ts , dann des H errn Kollegen Wolffenstein und der 
vorzulegen. Ich  schließe mich auch dem Antrage anderen beiden Herren kann ich mich a ls  Laie nicht 
Panschow auf Zurückverweisung an den Ausschuß an. mischen, und auch die anderen Herren werden in 
dieser Frage ein Urteil nicht abgeben können; es 
wird sich jeder nach Lage der Dinge entschließen, 
Vorsteher Dr. Frentzel: Ich  möchte bemerken, welchem Sachverständigen er folgt. Auf eins möchte 
daß der A ntrag Penschow, wie er m ir hier vorliegt, ich aber doch aufmerksam machen, und zwar im Ge­
auf Rückgabe an  .den M agistrat zur nochmaligen gensatz zu den Ausführungen, die von M agistra ts­
P rüfling  geht. Dagegen ist m ir mitgeteilt worden, seite gemacht worden sind. Wenn etwa durch eine 
daß H err'K ollege Heidenreich die Rückgabe an den Ablehnung der Vorlage —  ich weiß nicht, wie die 
Ausschuß beantragt. Abstimmung sein wird —  oder durch eine Zurück­
verweisung an den Ausschuß eine Verzögerung ent­
Stadtrat Dr. Gottstein. Die Ausführungen des steht, so sind dafür nicht etwa diejenigen verantw ort­
H errn S tad tv . Jürgensen klingen sehr einleuchtend, lich zu machen, die dafür stimmen, daß die Sache 
gehen aber von einer Voraussetzung aus, die nicht nochmals beraten wird, sondern die V erantwortung 
zutrifft, nämlich von der Voraussetzung, daß der trifft den M agistrat, der die Vorlage doch in  einer 
Neubau des Pathologischen In s titu ts  in die nächste sehr späten S tu n d e  vor den Ferien an die Versamm­
Nähe gerückt sei. W ir arbeiten zwar schon an den lung gebracht hat und auch ferner nicht die Hochbau­
Entwürfen, ebenso wie w ir an  den Entw ürfen für deputation hat beraten lassen, bevor die Vorlage an 
den Neubau des Untersuchungsamts schon lange Zeit die Stadtverordnetenversam m lung gelangte. Wenn 
tätig sind. Ob und wann wir aber an die zustän­ von H errn Kollegen Wolffenstein darauf hingewiesen 
digen D eputationen des M agistra ts herantreten, läßt worden ist, daß sich die Hochbauverwaltung J a h r  
sich heute gar nicht beantworten; es liegt möglicher­ und Tag m it dieser Vorlage befaßt hat und daher zu 
weise noch in recht weiter Ferne. W ir haben jeden­ einem gründlichen U rteil kommen konnte und durfte, 
falls jetzt nicht die Absicht und können den Zeitpunkt so kann m an es schließlich auch den S tadtverordneten 
dafür vorerst nicht bestimmen, wann w ir den Neubau nicht übelnehmen, um m it H errn Kollegen Heiden­
des Pathologischen In s ti tu ts  so weit gefördert haben, reich zu sprechen, wenn sie sich nicht entschließen kön­
daß wir es für notwendig halten, Anträge zu stellen. nen, innerhalb acht Tagen die V erantw ortung zu 
D as gilt auch für die anderen B auten, wie in der übernehmen und wenn aus der Versammlung ge­
Krankenhausdeputation wiederholt ausgeführt wichtige Gegengründe geltend gemacht werden. Also 
wurde. Wenn der Vorschlag des H errn S tad tv . J ü r ­ für eine eventuelle Verzögerung sind nicht die S ta d t­
gensen, das Untersuchungsamt m it dem Neubau des verordneten verantwortlich zu machen, sondern der 
Pathologischen In s t i tu ts  zu verbinden, Anklang fin­ M agistrat.
den sollte, so würde d as  einen Aufschub von Jah ren  
bedeuten; denn w ir beabsichtigen nicht, m it dem E r ­ Stadtv. Laskau: Auf die Ausführungen des 
weiterungsbau des Pathologischen In s titu ts  in  ab­ H errn S tad tb au ra ts  Seeling hin möchte ich nur fol­
sehbarer Zeit a n  die zuständigen D eputationen her­ gendes erwidern. W enn der jetzige Platz, Ivo sich der 
anzutreten. Komposthaufen befindet, fiir eine eventuelle Cholera­
baracke von der Polizei bestimmt worden ist, so könnte 
Stadtv. Heidenreich: Ich habe durchaus nicht diese Baracke auf dem gegenüberliegenden Platz h in­
gemeint, daß der M agistrat darauf losbauen soll, ter den Leichtbauten für ansteckende Krankheiten ganz 
sondern meine Ansicht geht dahin, daß, nachdem an in der Ecke nach Osten untergebracht werden. D ann würde Platz genug gewonnen, um  a u f  d e m  
der Sache seit einem Ja h re  projektiert wird und der a l t e n  T e i l t e n  B a u  a u s z u f ü h r e n .  W ir 
Kostenanschlag uns in etwa 6 b is 8 Wochen vorgelegt hatten früher viele Jah re , ohne daß sie, G ott sei 
werden soll, diese Arbeit nicht unterbrochen zu wer­ Dank, benutzt wurden, auf dem alten Krankenhaus­
den braucht, wenn auch der Vorlage nicht zugestimmt 
werden sollte. teil an  der Ostgrenze solche Cholerabaracken.
W eiter möchte ich ausführen, daß ich in diesem Stadtbaurat Setling: M eine Herren! N ur ein 
Falle die Ausschreibung eines Wettbewerbs für ganz paar W orte zur Richtigstellung. H err Panschow hat 
untunlich halte; denn es ist unbedingt notwendig, speziell in bezug auf die Projektbearbeitung wieder­
daß hier in der eingehendsten Weise beraten wird. um fein beliebtes W ort gebraucht, daß w ir einfach 
unsere B auten  verzettelten und planlos das eine da 
Vorsteher Dr. Frentzel: D arf ich S ie  nochmals und das andere dorthin stellten. Jed e r Sachverstän­
fragen, H err Kollege Heidenreich: geht I h r  A ntrag dige, der die Skizzen daraufhin  prüft, wie dort be­
auf Ueberweisung an  den Ausschuß oder an den züglich der Erweiterung der Waschküche, des Leichen­
M agistrat? D a s  ist ein sehr großer Unterschied. hauses usw. im Hinblick auf die großen Gesamter- 
I n  dem einen Falle schalten S ie  die M itwirkung weiterungsbauten b is jetzt disponiert ist, wird von 
der Stadtverordnetenversam m lung aus, in  dem an ­ Verzetteln nicht reden können. Ich  glaube, ich 
dern nicht. brauche darauf nicht weiter einzugehen.
Ich  möchte nur noch auf die A usführungen des 
(Z uruf des S tad tv . P a n s c h o w :  Ich  ziehe meinen H errn Kollegen Heidenreich bezüglich des Bauplatzes 
Antrag zugunsten des A ntrags Heidenreich zurück!) zu sprechen kommen. H err Heidenreich redet immer 
von dem großen Bauplatz; es sei ganz undenkbar, daß 
—  D ann liegt also nur der A ntrag auf Zurückver­ w ir fiir dieses kleine Gebäude diesen Bauplatz in A n­
weisung an  den Ausschuß vor. spruch nehmen könnten; w ir brauchten für das I n -
        
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