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Periodical volume 17. März 1915

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1915

44  * Außerordentliche Sitzung tiont 17. M ärz 1915
Stabtu. Meyer (zu r G eschäftsordnung): M eine  schreiten w ollen.' E r  ha t zw ar nicht verkannt, daß; 
H erren! I m  V erfolg der A usfüh rungen , die ich vo r­ eine E rh öhung  der G a sp reise in  den gesteigerten 
h in  gemacht habe, beantrage ich im  E in v e rstän d n is  P roduktionskosten  eine gewisse B erechtigung hä tte ; 
m it allen F rak tionen , soweit ich das in  der Schnellig­ aber er hat auf der andern  S e ite  doch erwägen 
keit habe feststellen können, den Sch luß  dieser D ebatte. müssen, daß  es außerordentlich schwere Bedenken 
(D ie  V ersam m lung beschließt m it großer M e h r­ gegen sich hä tte , den stabilen G a sp re is , der seit langen  J a h re n  eine G rund lage  unserer ganzen F in an zp o litik  
heit dem gem äß.) bildet, zu verändern , und er hat deshalb und auch im 
Stadtv. Jolenberg (persönliche B em erkung): In te resse  der G ew erbetreibenden und der H a u s ­
Ic h  glaube, daß H e r r .K aufm ann nicht ganz d a s­ besitzer davon abgesehen, I h n e n  eine E rhöhung  vorzu­
jenige wiedergegeben hat. w as ich gesagt habe. Ich  schlagen. A lle übrigen E in n ah m en  sind unzw eifel­
habe nicht gesagt, daß H err K aufm ann  eine R e n ta ­ haft reichlich im  E ta t  eingesetzt. E s  erschien m ith in  
bilitätsberechnung ausgestellt ha t, sondern ich habe ausgeschlossen, die E in n ah m en  zu erhöhen. Und 
ausgefüh rt —  m eine H erren , ich habe d as M anuskrip t ebenso w ar es unm öglich, die A usgaben  zu e rm ä ß i­
vo r m ir  — , daß diese R en tab ilitä tsberechnung  von gen. E s  ist b e re its  in  diesem E ta t  a lles Ueberflüssige 
dem dam aligen S tad tv e ro rd n eten v o rsteh er sehr w arm  weggelassen w orden, und jede weitere E rm äß ig u n g  
vertreten  w orden ist; und das w ird wohl H err der A usgaben  hätte  dazu geführt, E inrich tungen , die 
Kollege K au fm ann  nicht bestreiten wollen. w ir haben, verdorren , eingehen zu lassen, w as n a tü r ­lich im  S in n e  einer praktischen F in a n zp o litik  auch 
(D ie  V ersam m lung stellt K ap ite l X I V  —  nicht in  B etracht kommen konnte.
S o n stig e  G em eindeeinrichtungen und verschiedene M eine  H erren , a u s  dem, w as ich vorgetragen 
E in n ah m en  und A usgaben —  in  E innahm e und habe, w erden S ie  entnehm en, daß der Zuschlag von 
A usgabe nach dem Voranschläge des M a g is tra ts  m it 140 %  im m er noch durchaus nicht etw a reichlich ist, 
den au f Druckseite 67 der V orlagen angegebenen daß  er im  G egenteil seine R echtfertigung n u r  in  
A enderungen fest, stim m t dem Beschlusse des A u s­ einem  gewissen O p tim ism u s  findet, m it dem der 
schusses über die Einsetzung e iner gemischten D ep u ­ E tatsausschuß  die künftige Entw icklung nach einem 
ta tio n  zu r B e ra tu n g  der Verhältnisse des Deutschen —  wie w ir ja  zuversichtlich erw arten  —  siegreichen 
O pernhauses zu und n im m t einstim m ig den A n trag  K riege in s  A uge faß t. E in en  solchen O p tim ism u s  
des S ta d tv .  Hirsch betreffend E rrich tung  eines A r­ kann m an veran tw orten . Aber nicht ve ran tw orten  
be itsam tes an .) ließe sich eine leichtfertige F inanzpo litik , wie sie es 
sein w ürde, w enn w ir  u n te r  die 140 %  h e ru n te r­
Vorsteher Dr. Frentzel: W ir kommen nunm ehr zu gehen und dam it einen E ta t  annehm en w ollten, von 
dem w ir m it B estim m theit wissen, daß er e in  ganz 
Kapitel XV —  Gemeindesteuern. erhebliches D e fiz it zurücklassen w ird , und w enn aus 
Berichterstatter Stadtv. Metier: M eine  H erren! diese Weise die Z ukunft zu G unsten  der G egenw art 
Auch bei diesem K ap ite l hätte  sich, wie bei einigen belastet werden w ürde. A u s  diesem G runde  h a t der 
früheren  des E ta ts ,  die Sache heute in  der A r t  ab­ E tatsausschuß  e instim m ig beschlossen, I h n e n  die 
spielen können, daß der H err V orsteher m itte ilte , daß 140 %  Zuschlag nach der M ag istra tsvo rlage  vorzu­
A enderungen vom E tatsausschuß  nicht beschlossen schlagen, u n d  ich  b e t o n e  b e s o n d e r s ,  d a ß  
worden seien und sich dem gem äß die unveränderte  a u c h  n i c h t  v o n  e i n e r  e i n z i g e n  S e i t e  i m  
A nnahm e des K ap ita ls  empfehle. Ic h  glaube aber A u s s c h u ß  d e r  G e d a n k e  v e r t r e t e n  w o r ­
doch, daß, nachdem w ir viele J a h r e  besonderen W ert d e n  i s t ,  e t w a  u n t e r  140 %  h e r u n t e r z u ­
da rau f gelegt haben, m it 10 0 %  E i n k o m m e n -  g e h e n ,  geschweige denn daß eine solche Id e e  die 
st e u  e r z  u s ch l a g auszukom m en und w ir u n s  erst G estalt e ines förmlichen A n trag es angenom m en hä tte .
im  vorigen J a h r  nach langen U eberlegungen und In d e m  ich diesen Beschluß nunm ehr zu r A n ­
schweren K äm pfen dazu entschließen m ußten , auf nahm e empfehle, beantrage ich zugleich, über eine 
1 1 0 %  zu gehen, es nach diesen V orgängen  nicht P e t i t io n  zu r T ag eso rd n u n g  hinwegzugehen, die u n s  
angäng ig  ist, nu n m eh r ohne S a n g  und K lang  erst nach der S itzu n g  des E tatsausschusses, und zw ar 
der S tad tvero rdnetenversam m lung  vorzuschlagen, heute, zugegangen ist, also noch nicht zum  G egen­
diesm al die in  der Geschichte der S ta d t  C h a rlo tten ­ stände der V erhand lungen  des Etatsausschusses ge­
burg  b isher nicht vorgekommene E rhöhung  des macht w erden konnte. E s  handelt sich um  eine E in ­
S teuerzusch lags um  30 %  zu beschließen. gabe des L iberalen  B ezirksvereins C harlo ttenburg - 
M ein e  H erren , der E ta tsausschuß  ha t, wie das W estend, des I n h a l t s :
der H err S tad tvero rdnetenvo rsteher in  seiner E ta ts ­ B ei der ungünstigen Lage C harlo ttenbu rgs, 
rede ankündigte, auf d as  eingehendste geprüft, ob es d a s  im  V e rh ä ltn is  zu den N achbarorten, 
möglich w äre, die vom M a g is tra t vorgeschlagene nam entlich W ilm ersdorf, nicht die genügende
Steuerbem essung herabzusetzen. W ir  haben nicht B evölkerungszunahm e in  den letzten J a h re n
verkannt, daß in  dieser schweren Z e it eine B elastung ausweist, ersucht der L iberale  B ezirksvcrein  
der Bürgerschaft, wie sie jene E rhöhung  unzw eifel­ C harlottenburg-W estend die S ta d tv e ro rd n e te n ­
haft darstellt, besonders erheblich ist, und daß w ir versam m lung, höchstens einer E rhöhung  der 
jeder M öglichkeit nachgehen m ußten , sie ih r zu er­ G em eindesteuern au f 135 %  zuzustim m en.
sparen oder sie doch w enigstens zu m ildern . Indessen  ' Ich  kann nicht nam ens des Ausschusses hierzu 
die B era tu n g en  des Ausschusses haben gezeigt, daß S te llu n g  nehm en, weil die E ingabe, wie gesagt, erst 
eine solche M öglichkeit nicht besteht. W ir  haben heute eingegangen ist. A ber a u s  der S te llu n g n ah m e
genau untersucht, ob es etw a angängig  ist, E in ­ des Ausschusses erg ib t sich ganz von selbst der A n ­
nahm en zu erhöhen oder A usgaben zu verm indern . trag , über die E ingabe zu r T agesordnung  hinw eg­
A ls  einziges M itte l , E in n ah m en  zu erhöhen, kam zugehen. I c h  brauche daher auch au f die A u s fü h ru n ­
die vorhin  bereits von dem H errn  Kollegen Klick a ls  gen der E ingabe selbst nicht näher einzugehen und 
B erichterstatter erö rterte  E rhöhung  der G aspreise  in  w ill n u r  der Ueberzeugung Ausdruck geben, d aß  die 
Betracht. D e r Ausschuß hat diesen W eg nicht be­ Bemessung des Zuschlages a u f  140 %  m it Rücksicht
        
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