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Periodical volume 3. März 1915

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1915

Außerordentliche Schung vom 3. März 191f>
beut M ag istra t die G ew ährung -eines Zuschusses Uebereinstimmung völlig aussichtslos, eine Tatsache, 
fü r die S äuglingsk lin ik  für das R echnungs­ die H errn  Kollegen Io len b erg  bewogen hat, seinen 
jah r 1915 zu empfehlen.) A ntrag  zurückzuziehen.
W ir haben u n s  dgjtn im  Ausschüsse die F rage  
Borsteher Dr. F m ch et: W ir kommen nunm ehr vorgelegt, ob es nun erwünscht sei, nochmal» aus die 
zu P u n k t 5 : Ntagistratsvorlagezurückzukomm en. Hierbei ist u n s von denjenigen M itg liedern  des Ausschusses —  und zivar 
voir M itg liedern  der verschiedensten F rak tionen  — , 
Bericht des Ausschusses über die B orlage betr. die eine größere F ü h lu n g  m it den Kreisen des C h ar­
G rü n d u n g  einer M ietdarlehnskasic. —  Drucksachen lottenburger Hausbesitzes, auch m it den Kreisen des 
2-28 von 1914 und 46 von 1915. organisierten C harlottenburger Hausbesitzes haben, 
erklärt worden, daß sich doch in Hausbesitzerkreisen 
B erichterstatter T tad tv . M eyer: M eine H erren ! insofern eine Aenderung der S tim m u n g  vollzogen 
D aß  ich auch in  dieser Sache einen einstimmigen habe, a ls  m an es bedauern würde, wenn aus den 
Beschluß des Ausschusses zu vertreten habe, ist B eratungen des Ausschusses überhaupt kein E r ­
überraschender, a ls  es bei dem vorangegangenen gebnis herauskäme, a ls  m an es doch für erwünscht 
Gegenstände gewesen ist. S ie  werden sich erinnern, erachtete, daß so viel geschaffen werde, wie sich nach 
daß die V orlage des M ag istra ts , a ls  sie das erstemal Lage der Verhältnisse schaffen ließ. M it Rücksicht 
zur V erhandlung in der S tad tverordnetenversam m ­ hierauf sind w ir in eine nochmalige B era tung  der 
lung gelangte, recht erhebliche Bedenken auslöste und M agistratsvorlage eingetreten, bei der drei Gesichts­
daß sich nachher eine starke Bewegung gegen das punkte zu berücksichtigen w aren: der eine, daß w ir 
System  dieser Vorlage geltend machte, daß nam ent­ natürlich die Sache so wertvoll wie möglich fü r den 
lich die Kreise des organisierten C harlottenburger praktischen Gebrauch machen wollten, der zweite, daß 
Hausbesttzes diesen Weg, ihnen zu helfen, überhaupt w ir die Sicherheit der S ta d l , die Sicherheit städti­
verw arfen und auch eine Verbesserung von E inzel­ scher G elder nicht gefährden dürfen, und der dritte , 
heiten nicht für ersprießlich erachteten. Unser A u s­ daß w ir von der Reichsbank den erforderlichen 
schuß hatte sich dairn gerade m it Rücksicht au f die Wechsoldiskontkredit erhalten müssen, ohne den die 
H altung der Hausbesitzer schließlich vertagt, um  ab­ E inrich tung keine Zukunft hätte und dessen G e­
zuw arten. ob vielleicht später infolge eines^ Um ­ w ährung an ganz bestimmte Bedingungen geknüpft 
schwunges der Verhältnisse A nlaß  wäre, auf die worden ist.
Sache zurückzukommen. U nter diesen Umständen ist Unter diesen Gesichtspunkten haben w ir uns 
es in  der T a t  eigenartig, daß w ir jetzt zu einer ein­ dem um strittensten Teile der Vorlage zugewendet, 
stimmigen A nnahm e der M ag i stra tsv  orlag c ge­ nämlich der F rage, wie die Sicherung des von der 
kommen sind, ohne daß wesentliche A enderungen, die Aktiengesellschaft, welche die T rägerin  der E in ­
das System  der V orlage betreffen, an ihr vorge­ richtung sein soll, zu bewilligenden D arlehens herge­
nommen worden sind. stellt werden m uß. Die M agistratsvorlage sieht h ier­fü r vor: die wechselmäßige Verpflichtung des H au s­
S ie  werden au s  der Vorlage für die heutige besitzers, die A btretung der beliehenen M ie tz in s­
S itzung ersehen haben, daß im Ausschuß der Versuch forderung und gegebenenfalls Wechselakzept des 
gemacht' worden ist, eine Beschlußfassung in  der M ie te rs  und die A btretung der zur B efriedigung 
Richtung, wie sie von den C harlo ttenburger H au s­ gelangenden dringlichen Ansprüche des Hypotheken- 
besitzern angeregt w orden ist, herbeizuführen durch gläüü'igers. D aß  die wechselmäßige Verpflichtung 
den A n trag  des H errn  Kollegen Io len b erg : des Hausbesitzers unabw eisbar ist, darüber bestand 
D ie städtische Darlehnskasse gewährt den kein Zweifel. Dagegen führte schon die F orderung  
E igentüm ern  von C harlottenburger H au s­ der A btretung der beliehenen M ietzinsfordenm g 
grundstücken zum  Ausgleich von infolge des durch ein Wechselakzept des M ie te rs  zu großen B e­
K rieges entstandenen Mietrückständen un d  denken. W ir haben uns nach längerer E rö rte ru ng  
A usfällen D arlehen zwecks Deckung der auf dahin verständigt, daß cs nicht im m er möglich, auch 
dem Grundstücke ruhenden Lasten b is zur nicht im m er nö tig  sein w ird, ein solches Wechsel­
Höhe von 5%  und innerhalb  8 5 %  des W ertes akzept herbeizuführen. E s  gibt M ieter, die fü r die 
des Grundstücks gegen hypothekarische E in ­ ganze B edeutung des Wechsels kein V erständnis 
tragung. haben, die auch vielleicht gerechtfertigte Bedenken haben werden, einen Wechsel auszustellen, und diesem 
Ich  kann m ir versagen, zu diesem A ntrage S te llu n g  M om ent w ird zweckmäßig Rechnung zu tragen sein. 
zu nehmen. D enn  nachdem er eingereicht worden A uf der anderen S e ite  liegt aber kein G run d  vor, 
ist, hat sich au f Wunsch des Ausschusses d e r  M agistrat ganz allgemein auf dieses Wechselakzept zu ver­
dam it beschäftigt und ist einstimmig zu dem B e­ zichten. F ü r  viele M ie ter w ird das Wechselakzept 
schlusse gekommen, daß er ihm  aus grundsätzlichen ein nützlicher H inw eis darauf sein, daß sie nicht von 
Bedenken keine Folge geben könne, weil der M agistrat dieser Mietschuld frei werden, daß nicht etwa die 
es nicht fü r die Aufgabe der S ta d t  hält, V erm ögens­ Aktiengesellschaft diese Mietschuld übern im m t, son­
werte, die überhaupt nicht existieren, zu beleihen, dern daß n u r eine S tu n d u n g  e in tritt , die F o rd eru n g  
dafür Geld der S teuerzahler auch n u r  darlehnsweist aber zu gegebener Zeit, in  sehr strenger F o rm  sogar, 
aufzuwenden. Ic h  lasse es dahingestellt, ob der A n­ wiederum geltend gemacht werden w ird. D a s  w ird 
trag ein geeigneter Weg w ar oder nicht. W ir müssen auch zugunsten des Hausbesitzers sein, zum al es sehr 
davon ausgehen, daß Gemeindebeschlüsie der S ta d t  wohl möglich ist, daß der M ie ter es in  vielen F ä llen  
nun einm al n u r dadurch zustande kommen können, vorziehen w ird, statt sein Wechselakzept zu geben, 
daß M ag istra t und S tadtverordnetenversam m lung Z ahlung zu leisten oder sich auf Abschlagszahlungen 
übereinstimm en. Angesichts der eben gekennzeichneten zu einigen. D a s  w ird namentlich der F a ll  sein, 
H altung des M ag istra ts  erschien eine derartige wenn es sich um  K aufleute handelt.
        
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