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Periodical volume 17. Februar 1915

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1915

Außerordentliche C itzurrg Wirf lt . Februar 101" Ö'
brauchs der H änd ler und Bäcker in  dem bekannten w ir  durch Einstellung- v o n  H ilfskräften  entgegen* 
Umfange, d ritten s , durch das später: E in tre ten  der zuwirken bemüht fein werde n < ftS H U ^ H i(r und  brr 
Reichsverteilungsstelle, die jeder Gemeinde dasjenige die A usteilu ng  nicht j o f w ^ t o K f e  ichii, ioNwiri) es 
Q u an tu m  zumessen soll, das sie zu verbrauchen be­ möglich sein, durch die K ^ s t  Hilfe D ä _ B i t t e r u n g  
rechtigt wäre, wenn die beabsichtigte Einschränkung die am M onrag  ema/üoür vereinzelst,, schänden 
des Verbrauchs erzielt werden soll. K arten  zu beschaffen. |  £  ""V - f C  j
I n  dieser V erordnung sind sowohl fü r die M eine H erren, n n i- In d /a ü ß e rd e M  kochftejinige 
G egenw art wie fü r die Zukunft der Gemeinde eine weitere Schwierigkeiten Nähert h tz tH  p  T ckM  ein­
Reihe von Pflichten verantwortlich auferlegt worden. getreten, die die BevölkXuNL 'wie aus zaÄreichen 
Um diese Pflichten zu erfüllen und die nötigen K on­ Zuschriften an die Presse ibiiTrijvDssödrstchtuch ist, 
tro llm aßnahm en zur D urchführung ihrer Beschlüsse etw as beunruhigt haben. X te-48*«rt1m rm g vom 
zu treffen, haben die Gemeinden G roß -B erlin s von 25. J a n u a r  sieht die Beschlagnahme der in  den ein­
Ansang an einträchtig zusammengearbeitet, schon zelnen K om m unalverbänden liegenden M ehlvorräte 
deshalb, weil eine T ren n u n g  des Interessengebiets —  auch der G etreidevorräte, die für die K om m unen 
hier noch weniger a ls  bei der Lösung irgend einer nicht in  Betracht kommen —  am S tichtage vor. D ie  
andern Aufgabe möglich gewesen wäre. W ir haben Abgabe der Bestände au s  einem K om m unalverband 
u n s die F rage  vorgelegt, wie groß, wenn der V er­ an den andern kann nu r geschehen, wenn der a n ­
brauch um ein V iertel eingeschränkt werden solle, die fordernde K om m unalverband an den besitzenden den 
M enge sein dürfte, wie hoch sie bemessen werden sollte, A ntrag  auf Uebernahme stellt. Dadurch sind zahl­
die dem einzelnen und der einzelnen F am ilie  zuge­ reiche M ehlhändler in die Schwierigkeit gelangt, nicht 
teilt werden m uß, um für seinen B edarf a ls a u s ­ die nötigen V orräte  zur V erfügung zu haben, die sie 
reichend zu erscheinen. W ir sind auf G rund ein­ an die Bäcker abgeben können. Schon jetzt sind die 
gehender Erw ägungen nach verschiedenen Gesichts­ G em einden G ro ß -B erlin s  eifrig bemüht, durch eilige 
punkten zu dem Ih n e n  bekannten Wochenmaß von A nforderungen an diejenigen K om m unalverbände, 
2 k g  gekommen. S o llte  durch dieses M aß  der eine in  denen das von den hiesigen H ändlern gekaufte 
oder andere in  seinem B edarf beeinträchtigt er- M ehl liegt, die schleunigste Uebereignung zu erzielen: 
f che inen, so ist ja, wie Ih n e n  auch aus den Zeitungen in einer Reihe von F ä llen  m it E rfolg , in  anderen 
und V erhandlungen bekannt geworden ist, ein A u s­ F ällen  m it Zeitverlust, in  einem dritten  Teil dieser 
gleich dadurch möglich, deß w ir keinen Unterschied Fälle  schließlich sind w ir auf Ablehnung gestoßen, 
nach dem A lter der einzelnen Fam ilienm itg lieder ge­ da der betreffende K om m unalverband die V erm ah­
macht, sondern die K inder den körperlich-Arbeitenden lung der Getreidemengen oder die Abgabe des M ehls 
gleichgestellt haben. D a s  M aß , das w ir in den V er­ nicht glaubte zugestehen zu können. I n  der T a t 
handlungen G ro ß -B erlin s  festgelegt haben, ist ein für haben infolgedessen viele Bäcker von den H ändlern 
den gesunden Menschen durchaus zureichendes N o r­ das erforderliche M ehl nicht bekommen können. D a s  
m alm aß, und m an kann der Bevölkerung ruhig  ver­ gilt nicht n u r  fü r C harlottenburg, sondern auch fü r 
sichern, daß ih r N ot und Entbehrung durch das ihr B erlin  und alle anderen Nachbarorte. D ie  G em ein­
zugewiesene M aß  in  keiner Beziehung! auferlegt den sind da, wo es möglich w ar, dazu geschritten, m it 
werden. S o llten  da und do rt in  einzelnen F ällen  den von ihnen vorher eingekauften M ehlvorräten 
H ärten eintreten, so stehen u n s M itte l zur V er­ selbst die Bäcker zu versehen, und auch w ir w aren in 
fügung, sie auszugleichen. der Lage, mehrere hundert Z entner an  solche Bäcker 
Um aber die K ontrolle darüber, daß sich die B e­ abzugeben, deren Verhältnisse w ir vorher geprüft 
völkerung und die H ändler den gegebenen E in ­ haben und die am meisten in einer N otlage w aren. 
schränkungen anpassen, durchzuführen, w ar —  das G anz sind diese Schwierigkeiten noch nicht behoben; 
war u n s allen von A nfang an klar —  ein weiterer aber es ist anzunehm en, daß sie in  verhältn ism äßig  
S chritt notw endig, zu dessen E in leitung  einige Zeit kurzer Zeit, vielleicht schon in der nächsten Woche, 
erforderlich w ar. V on der nächsten Woche ab wird eingeschränkt sein werden. W ir erbitten auch fü r 
die B rotkarte eingeführt werden, deren Einzelheiten diese augenblicklich schwierigen Zustände die Geduld 
eingehend erwogen sind. W enn im Anfange da und der Bevölkerung, die noch nicht N o t gelitten ha t und 
dort eine kleine Schwierigkeit m it S icherheit zu er­ auch nicht N ot zu leiden braucht. D enn es handelt 
w arten sein w ird, so w ird es möglich sein, ihr durch sich keineswegs um  einen M angel an dem zur E r ­
spätere M aßnahm en entgegenzutreten. Auch hier nährung notwendigen B ro t oder G etreide, sondern 
halte ich mich an den A nru f des H errn  B ü rg e r­ um Schwierigkeiten in  der Z u teilung , Schw ierig­
meisters, nach dem w ir von der Bevölkerung er­ keiten, die überw indbar sind und voraussichtlich in  
w arten, daß sie sich in  den Schwierigkeiten, die m it verhältnism äßig kurzer Z e it überw unden werden.
Notwendigkeit bei einer so neuen Einrichtung ent­ Viel empfindlicher noch w ar der M angel an 
stehen w ed en , vertrauensvoll und entgegenkommend K artoffeln, der in den letzten 10 Tagen nicht bloß bei 
verhalten, sich m it ihnen abfinden und sich nicht gleich un s und in den anderen westlichen V ororten, sondern 
beklagen, sondern erw arten möge, daß etwa ein­ auch im  S ü d en  und Südosten G ro ß -B erlin s  merklich 
tretende H ärten  allmählich beseitigt werden. E  i n hervortrat. Auch da handelt es sich nicht um ein 
kleiner Uebelstand w ird sich allerdings anfangs kaum dauerndes Fehlen dieses wichtigen N ahrung sm itte ls , 
vermeiden lassen. Dadurch, daß diese vielen, vielen sondern um  eine vorübergehende Schwierigkeit in 
M illionen K arten n u r wenigen Buchdruckern über­ der Z u fuh r nach G roß -B erlin . D a s  Zusam m en­
gaben werden konnten, ist in  ihrer A ushändigung treffen einer gan-en Reihe von Zufälligkeiten und 
leider eine V erzögerung von 24  S tu n d en  eingetreten. Umständen, die Ih n e n  allen aus der Presse bekannt 
E s  werden deshalb bei der Abgabe an die H ausw irte  sind und auf die ich hier nicht näher eingehen will, 
und die einzelnen F am ilien  möglicherweise da und hat dazu geführt, daß der M ark t fast ganz verarm : 
dort trotz der von u n s eingesetzten B ro tverte ilu ngs­ w ar und viele H ändler überhaupt nicht genüo 'ud 
kommissionen einige Verzögerungen eintreten, denen K artoffeln zur Ablieferung an das Publikum  hatten.
        
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