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Periodical volume 8. Dezember 1915

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1915

146 Sitzung am 8. Dezember 1915
automobile anschaffen und unsere bereits vorhandenen sollte. Da hat der Herr Straßenreinigungsdirektor 
Waschmaschinen um einige vermehren, w ir ganz er­ die Güte gehabt, eine neue Berechnung aufzustellen. 
heblich billiger fahren, Laß uns sogar wahrscheinlich Dabei ist angenommen worden, Laß w ir mehr als 
weniger Ausgaben entstehen als vor Lern Krieg. sechs Last-automobile und mehr als vier Straßen­
Meine Herren, w ir könnten ja vielleicht sagen: waschmaschinen beschaffen und betreiben, und rech­
mir wollen uns Liese Laftautomobile uni) die Wasch­ nungsmäßig festgestellt worden, Laß selbst für Liesen 
maschinen von einem Unternehmer stellen lasten. Das außerordentlich ungünstigen Fast der notwendigen 
gibt es aber nicht; solche Unternehmer sind nicht vor­ sehr starken Vermehrung, der wohl nicht eintreten 
handen. Also wenn w ir zu der Erkenntnis gekommen -wird, der selbstfahrende Betrieb sich noch billiger stellt 
sind, Laß der Maschinenbetrieb fü r uns bedeutend als der Fuhrwerksbetrieb- auf Grund des Vertrages, 
billiger wird, und es keinen Unternehmer gibt, der uns der am 1. A p ril nächsten Jahres ablaufen wird.
solche Dinge leihen kann, fo bleibt uns Loch nichts Die Frage des Herrn -Stadtv. Bernhard, ob 
anderes übrig, als Liese Fahrzeuge selbst anzuschauen. jetzt L-er geeignete Augenblick für Liese vorgeschlagene 
Was ist denn auch dabei: W ir besitzen Aenderung gegeben sei, beantwortet sich nunmehr von 
bereits Lrei Lastautomobile, die tost zu Be­ selbst. Ich habe gesagt, daß w ir gerade jetzt gedrängt 
ginn des Krieges notgedrungen angeschafft und die worden sind, die selbstfahrenden Wagen zu bcschafen. 
uns während des Krieges außerordentlich gute Dienste Wäre keine Kriegszeit, sondern Friedenszeit, dann 
geleistet haben, so oaß w ir sie jetzt gar nicht mehr würde wahrscheinlch der jetzige Fubrunterncbmer gar 
entbehren können. Die Lastautomobile sind bis jetzt nicht veranlaßt worden sein, so kolossal hohe Preise zü 
Tag für Tag unterwegs gewesen, und eine Berech­ fordern. Ich möchte noch bemerken, Laß Las, was in den 
nung bat gezeigt, daß sie in beladenem und unbelade- Berechnungen des Herrn stellvertretenden Straßen­
nem Zustande —  in einer Fahrt beladen hin, auf reinigungsdirektors steht, richtig ist, und dabei auch 
der andern Fahrt unbeladen zurück —  im Durch­ dem Herrn Stadtverordneten Guttmann, -der darauf 
schnitt täglich 65 km gefahren sind; dabei haben sich hinwies, Laß in dem eisten Bericht die Betraue -für 
.die bisher entstandenen Reparaturkosten fü r jedes den Winter und Sommer -in einem -anderen Verhält­
Fahrzeug ungefähr auf nur 50 d l gestellt. Drei nis zu einander stehen -als in dem zweiten, die Ver­
solcher Fahrzeuge haben w ir also bereits, und noch sicherung geben, Laß auch Liese Angaben richtig sind. 
sechs weitere -sollen nach unserem Antrag dazu be­ Ich werde auf diesen Punkt im Ausschuß näher ein­
schafft werden. Sie werden mir zugeben, daß das gehen.
am Ende doch kein Hineintappen in Las Düstere ist, 
sondern daß w ir La schon auf ganz guter Grundlage Stadtv. Bollmann: A uf -die Ausführungen des 
stehen und misten, was w ir wollen. Und was die Herrn Stadtbaurats -zu antworten, behalte ich m ir fü r 
Straßenwaschmaschinen anbetrifft, so -haben w ir seit Len Ausschuß vor. Dem Kollegen Gebert -möchte ich 
längerer Zeit bereits sechs, davon zwei seit einigen erwidern, Laß er im Ir r tu m  ist, wenn er meint, Laß 
Monaten. Diese Maschinen arbeiten in unserem die Heeresverwaltung nach dem Kriege nur alte, ver­
eigenen Betrieb, nicht etwa von einem Unternehmer brauchte Automobile zur Verfügung hat, die nur 
gestellt, uns steht also eine jahrelange Erfahrung zur wert seien, in die Rumpelkammer geworfen zu wer­
Seite, und ich kann hinzufügen, Laß die Straßen- den. Das ist nicht der Fa ll; denn die Automobile 
Waschmaschinen sich durchaus bewährt haben. Nun be­ werden fortwährend erneuert, und selbstverständlich 
antragen wir, zu den vorhandenen sechs noch vier wird sich -dann der Magistrat eventuell Fahrzeuge 
weitere anzuschaffen. Is t  Las etwa eine Umwälmng, aussuchen, die sich in brauchbarer und bester Ver­
von der man sagen kann, w ir gingen von einem System fassung befinden. Herr Kollege Gebert kennt anschei­
zu dem andern über, w ir wollten e-ch-en Regiebetrieb nend die militärische Organisation sehr wenig. Meine 
einrichten? Herren, ich habe m ir versagt, hier Zahlen zu nennen 
Meine Herren, ich habe bereits in  der Sitzung und Berechnungen vorzuführen, weil bekanntlich Zah­
der StraßenreinigungsLeputation hervorgehoben. Laß len in einem so großen Gremium nicht nachgeprüft 
Lurch einen unglücklichen Zufall ohne mein Zutun auf werden können; ich werde Lies im Ausschuß gründ­
die Tagesordnung der Stmßenreiniqungsdeputation lich nachholen.
die Bezeichnung gesetzt worden ist: „Umänderung des Stadtv. Gebert: Ich w ill nur kurz bemerken, 
Betriebes der Straßenreinigung." Durch diese Be­ daß ich nicht gegen eine Ausschußberatung bin; im 
zeichnung mögen einige Herren der Deputation ver­ Gegenteil, ich unterstreiche diese Ausschußberatung 
leitet worden sein, zu glauben, es soll in der Straßen- ohne weiteres. Allerdings darf ich erklären, daß es- 
reinigun-g ein neues System eingeführt werden, und m ir am liebsten gewesen wäre, wenn w ir der Vorlage 
auch Herr Stadtv. Bollmann scheint an diese irrtüm ­ ohne Ausschußberatung zugestimmt hätten.
liche Bezeichnung angeknüpft zu haben. Ich habe Len Hinsichtlich der Erfahrungen, die w ir m it P r i­
Ir r tu m  in -der Deputationsfitzung selbst -bemerkt und vatunternehmern gemacht haben —  ich erinnere an 
ihn richtiggestellt; daher führt unser Antrag auf der Fricke, auch an Hennecke — , möchte ich darauf hin­
Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung eine weisen, daß w ir da doch einen gewissen Unterschieb 
etwas andere, richtige Bezeichnung. gewahr werden. Fricke hat schlechte Pferde gehabt 
Meine Herren, nun noch einige Bemerkungen und schlecht gefahren: Hennecke hat gute Pferde gê  
zu den Ausführungen des Herrn Stadtv. Bergmann. habt, aber auch schlecht gefahren. Dieser Unterschied- 
Herr Stadtv. Bergmann hat bemängelt, daß in dem ist in bezug auf Hennecke erklärlich: denn er ist kein 
ersten Bericht des stellvertretenden Straßenreinigungs- Fuhrunternehmer, sondern Pferdekändler. E r fährt 
Lirektors sehr gute Resultate herausgerechnet worden bei dem Straßenreinigungsbetriebe seine Pferde 
seien, die aber in dem zweiten Bericht schlechter ge­ hübsch ein und verkauft sie nachher zu sehr annehm­
worden seien. Der .zweite Bericht -beruht auf dem baren Preisen. Das ist der Unterschied zwischen die­
Beschluß der StraßenreinigungsLeputation. Diese hat sen beiden Fuhrunternehmern. Die Stadt Charlot- 
die Beschaffung der -selbstfahrenden Fahrzeuge und tenbnrg ist aber im Laufe der Jahre dabei stets schlecht 
Maschinen selbst dann empfohlen, wenn der' Betrieb gefahren.
teurer, als in dem ersten Bericht ausgerechnet, werden (Heiterkeit und Zurufe.)
        
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