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Periodical volume 8. Dezember 1915

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1915

Sitzung am 8. Dezember 1915 145
W ä g t  u n s  bor, statt des bisherigen P ferdebetriebs U nternehm erbetrieb zum städtischen Regiebetrieb kaum 
Len Autom obilbetrieb einzurichten. Konseauenterweise einen ungünstigeren Augenblick gibt a ls  den gegen­
h ä tten  S ie  bann ja die F rage  erörtern müssen, ob m an wärtigen, schon weil sämtliche Berechnungen in der 
Len A utom obilbeirieb zw eam äßig von S ta o t  wegen L u ft hängen, 
durchführen oder das P riv a th än d en  überlassen kann.!
D arü b e r Nvrden w ir wahrscheinlich sehr bald einig j (S o h r richtig!)
itreu'en. Also, meine H erren, ich glaube, daß bie j
tzrunsützliche F rag e  hier doch etw as ausscheiden kann. ITeilweise sind die Kosten, die w ir W etzen  müssen, 
und ich stimme den H erren zu, die bisher schon gesagt viel teu rer a ls  in  norm alen Zeiten , teilweise werden 
haben: Auch wenn m an die grundsätzliche F rage  die Kosten überhaupt ein boUkommen anoeres B ild  
rü h rt, so w ird m an sie doch in jedem einzelenen F a l l ' a ls  in norm alen Z eiten  ergeben. S o  werden w ir 
von praktischen Gesichtspunkten aus entscheiden j z. B . —  wenn w ir nicht auf dem  S tan dpun k t stehen.
müssen. au f die zurückkommenden M ilitä rau tom obile  zu w ar­
M eine F reunde möchten hier weitere E rk lärun­ ten —  jetzt auch für die A utom obile erheblich höhere 
gen zu dieser V orlage nicht abgeben, da die V erhand­ P reise bezahlen müssen. J a  selbst fü r den F a ll, daß 
lungen im  Ausschuß ja eine eingehendere B era tung  w ir der Ansicht sind, w ir befänden u n s hier insofern 
ermöglichen werden. W ir stimmen der Einsetzung in einer Zw angslage, a ls  w ir  nu n  m al zum  E igen­
eines Ausschusses bon 15 M itg liedern  zu. betrieb übergehen müssen, kann es u n s  passieren, daß 
w ir die Maschinen, wenn w ir sie bestellen, gar nickt 
Stadtv. Bernhard: M eine H erren! W enn ich geliefert erhalten. D an n  sind w ir nachher in  der um
mich recht erinnere, so hat H err Kollege V o llm an n  angenehmen Zwangslage, zum Eigenbetrieb überge- 
stinz klar gesagt, daß er p e r s ö n l i c h  ein G egner gangen zu sein, aber hinterher den U nternehm er doch 
k r  städtischen Regie sei. Nachdem nun  aber einm al nicht entbehren zu können. W ir haben u n s dann 
durch die Rede des Kollegen G ebert ein Zweifel daran  ganz in  seine Hand gegeben. Ich  bin der Ansicht —  und 
aufgekommen ist, ob nicht etwa die gesamte F rak tion  im , glaube, das w ird auch H err Kollege G ebert ein- 
aus ein bestimmtes P rogram m  festgelegt werden soll, so sehen — , daß m an angesichts solcher Möglichkeiten um
habe ich mich zum W ort gemeldet, um auch m einer­ eine Ausschußsitzung nicht herum kom m t.
seits zu erklären, daß ich grundsätzlich A nhänger der 
eigenen Regie 'bin. Ich  b in  —  etw as abweichend Stadtv. Bredtschneider: Ich  halte es für selbst­
von H errn  Kollegen G u ttm an n  —  der Ansicht, daß verständlich, daß die Stadtverordnetenversam m lung die
im  allgemeinen die eigene Regie vorteilhaft ist, daß Vorlage in einem Ausschuß vorberaten lassen wird 
es aber natürlich von F a ll  zu F a ll  unbenom m en sein | jch möchte n u r bitten, dahin zu wirken, daß die nächste 
m uß , von dem Grundsatz der eigenen Regie ^abzu- S tadtverordnetenversam m lung am  22. Dezember 
gehen. I m  Gegensatz zu dem Kollegen Dr. S ta d t-  unsere Vorlage endgültig verabschieden kann, und des- 
hagen meine ich, daß es an sich durchaus richtig ist, halb den A usschuß 'ersuchen, die G üte zu haben, bis 
h ier aus A nlaß  der V orlage über die F rag e  der eige- dahin bestimmt seine B eratungen zu beenden.
nen Regie zu diskutieren. D enn  die V orlage, die M eine H erren, aus die A usführungen des H errn 
Uns hier vorgelegt w orden ist, bedeutet natürlich im S tad tv . B ollm ann kann ich hier nicht eingehen. Jch 
G runde genommen nichts anderes a ls  den Ueberqang werde im Ausschuß den Nachweis erbringen, daß er
vom  Unternehm erbetrieb zum Eigenbetrieb. Jch bin ^  jejn m  einzelnen B ehauptungen den K ern der 
namentlich deshalb auch der Ansicht, daß es durchaus Sache nicht getroffen hat. N u r über einen P unk t
notw endig ist, diese Angelegenheit in  einem Ausschuß möchte ich m ir einige A usführungen zu machen er-
hu bristen, denn die F orderung , die hier an u n s heran-jlauben, und zwar über den Regiebetrieb, 
t r i t t ,  ist natürlich n u r eine Erstlingsforderung, d:e | greine H erren, um die N eueinführung eines
wweeintenr gmehaenn  spwatiellr, au f dem einm al b eW itten en  Weg T r ie b s  handelt es sich hier weiß G ott nicht;m o.w rw fi™  nu ll  rstircfhi g an„z  e rk b lic_h_^ e rw e ite rn  ein^ e ^ h l e n  werden S ie  davon überzeugen. D ie
w ird. In so fe rn  rechtfertig es sich ohne w eiteres, d"aß'   die Sache in einem Ausschuß beraten wird. ganze S traßenre in igu ng  steht im E ta t m it einer,u m m e  von 800 000 Jl  verzeichnet. D avon erhält 
E s  scheint m ir ferner eigentlich nicht gut angän- &er Fuhrunternehm er 300 000 Jl, a lles andere sind
gig, hier eine V orlage so ohne w eiteres anzunehm en, A usgaben der eigenen V erw altung. Also von den 
die m it derartig  vielen Zahlen gespickt ist. Jch gebe 800 000 Jl geben w ir bereits 500 000 Jl in eigener 
gern  zu : es ist eine Achtung gebietende Leistung des Regie au s, davon allein  für Tvgelöhne der S traß en -
M ag istra ts , daß er u n s  diese A usarbeitung vorgelegt Deiniger 385 000 Jl. Also der Regiebetrieb ist schon 
hat. Aber ich meine, daß w ir ihr unsererseits eine H a und braucht nicht neu eingeführt zu werden. W as 
ebenso Achtung gebietende Leistung gegenüberstellen  ̂w ir m it unserer Vorlage wollen, ist lediglich die Be- 
müssen, und die kann n u r  darin  bestehen, daß m a n ; fchafsung einiger Lastautomobile und Straßenwasch- 
die Zahlen nachprüft und sich m it den Sachverstän- sMaschinen. Unglücklicherweise läuft am 1. A pril näch- 
digen und ihren Urhebern über sie unterhält. D a s sten J a h re s  der V ertrag, den w ir m it unserm F uhr-
scheint m ir ganz selbstverständlich. Unternehmer abgeschlossen haben, ab, und w ir sind 
Nam entlich w ird es, glaube ich, notwendig sein, schon jetzt, während des Krieges, genötigt, un s zu 
e i n e  F rag e  besonders im  Ausschuß zu prüfen, näm ­ überlegen, w as nach dem 1. A pril werden soll. W ir 
lich die, ob es wirklich notw endig ist, jetzt in  diesem haben festgestellt, daß die Fuhrlöhne sehr hoch gestie­
Augenblick eine derartige U m w andlung vorzunehmen. gen sind, und daß die Beibehaltung des Fuhrbetriedes, 
E s  hat ja den Anschein, a ls ob w ir uns in  einer ge­ wenn auch nu r für das nächste J a h r ,  ganz außer­
wissen Zw angslage befinden. A ber ich glaube, daß ordentlich große Ausgaben verursachen wird. Diese 
doch eingehend geprüft werden m uß , ob h ie r nicht eine Ueberzeugung hat u n s genötigt, nachzurechnen, ob es 
Ü b erg an g sze it zu schaffen ist. D enn  darüber sind denn keine andere Möglichkeit für die Erledigung der 
sich sicher auch die A nhänger der eigenen Regie klar, A rbeiten in  der S traßen re in  igung gibt, oder o b .w ir  
daß es fü r die U m w andlung des P ferdebetriebs in durchaus in  den sauren Apfel beißen müssen. W ir 
einen A utom obilbetrieb und fü r den Uebergang vom haben dann  gefunden, daß, wenn w ir e in  p aar Last-
        
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