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Periodical volume 20. Oktober 1915

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1915

112 Sitzung am 2( . Oktober 1915
W ir auch ibie ölibgaibe o rgan is ie ren  —  und  nächstens w ird  ist. —  D a s  w ären  d ie  w esentlichsten E rg ä n z u n g e n , die 
m it se in  V erkau f d e s  G efrierfleisches, a a s  w ir  selbst ich h inzu zu fü g en  h ä tte .
in  eigenen R ä u m e n  eingelagert haben , begonnen  w e r­
den — , ohne gewisse U nannehm lichkeiten  nicht abgeben (B ra v o ! )
w ird , w e il eben d e r  K re is  d e r  V erb raucher und  B e a n ­
spruchet erheblich g rö ß e r ist a ls  d ie  Z a h l d e rjen ig en , 
d ie  w ir  befried igen  können, d a  d a s  Fleisch b illig e r u n d  Vorsteher Dr. Freichet: I n  d e r  A n n ah m e , d a ß  
d e r  B e d a rf  an  F e tte n  au ßero rd en tlich  d rin g e n d  ist. auch d ie  ü b rigen  A n trä g e  e inem  A usschuß überw iesen 
D a s  g i l t  nicht n u r  f ü r  F leisch, sondern  auch fü r  w erden, d a r f  ich w oh l jetzt H e r rn  K ollegen  K atzenstein 
B u t te r  u n d  M ilch . H ie rm it  h a t sich d e r  H e r r  B ü rg e r ­ b as  W o r t geben z u r  B e g rü n d u n g  d es
m eister so eingehend beschäftigt, d a ß  ich seine A u s fü h ­
ru n g en  n u r  in  e in igen  P u n k te n  zu ergänzen  brauche. 
D ie  Z u g äng e  von a u s w ä r ts  sind a lle rd in g s  a u f  6 0  b is  
6 5  %  d er frü h e re n  B estän de  herabgegangen. D ie  be­ Antrags des Stadtv. Hirsch und Gen., betr. Maß- 
rechtigten A nfo rd eru n gen  d e r  J u g e n d  u n d  d er K ra n ­ nahnten gegen die Lebensmittelteuerung.
ken a n  diesen P ro d u k te n  b e tragen  aber e tw a 5 0  ober 
vielleicht auch 60  %  dieser v e rr in g e rte n  M en g e , so 
d a ß  fü r d ie  B evölkerung  selbst nach den  vo n  u n s  jetzt Antragsteller Stadtv. Katzenstein: M e in e  H e rren ! 
verab redeten  M a ß n a h m e n , d ie  in  K ürze  durchgeführt U nser A n tra g  bew egt sich in  d e r gleichen R ich tung  w ie 
sein sollen, im m erh in  noch ein  g ro ß er T e i l  z u r  Deckung o ie  an b e ten  A n trä g e ; er unterscheidet sich von  ihnen  
ih re s  B e d a rfs  ü b rig  b leiben  w ird , da w ir  nach S c h lu ß  a u ß e r  durch die e tw a s  g rößere  S p e z ia lis ie ru n g  auch 
d e r  V erkau fsstunden  fü r M ilch, die fü r  Ju g end liche  burch eine e tw a s  g rö ß ere  Entsch iedenheit. U nsere 
und K ranke b es tim m t ist, d ie  v o n  u n s  nicht b ean ­ erste F o rd e ru n g  tr i f f t  ja  in  v ielen  P u n k te n  m it  d en ­
spruchten M e n g e n  freizugeben beabsichtigen. W enn  jen igen  F o rd e ru n g e n  zusam m en, d ie  b e re its  v o r e in iger 
also die E rw achsenen , die a u f  den  M ilchgenuß  nicht Z e it  von dem  K riegsausschuß  d e s  R e ich sv e rb an d es 
angew iesen sind, ihren  B e d a rf  einschränken und  kon­ deutscher S tä d t e  an  den  R eichskanzler gerichtet w o rd en  
densierte  M ilch  m it heran z ieh en , w ie d a s  schon v iel­ sind, durch d ie  d ie  Festsetzung von P ro d uzen tenh ö chst­
fach geschieht, braucht u n te r  keinen U m ständen  ein preisen besonders fü r  landw irtschaftliche E rzeugnisse, 
M a n g e l a n  M ilch fü r d ie jen igen  K reise e in zu tre ten , d ie fe rn er d ie  B eschlagnahm e u n s  d e r V erkau fszw ang  v e r­
unbed ing t au s  den M ilchgenuß  angew iesen sind. la n g t w ord en  sind.
W en n  w ir  es trotzdem  fü r  no tw en d ig  h a lte n , diese 
(H ö r t!  h ö r t! ) F o rd e ru n g e n  in  e tw a s  e rw eitertem  U m fange  zu  w ie­d e rh o len , so geschieht es desw egen, w eil w ir  gefunden  
h aben , d a ß  m it  dem  A usfpruch  d e r F o rd e ru n g e n  und  
m it ih re r noch so tr if tig e n  B e g rü n d u n g  d en  R e ichs­
B ei E ie rn  w erden  d ie  S chw ierigkeiten  bestehen stellen  gegenüber vielleicht nicht g enug  g e ta n  ist. W ir  
bleiben. D ie  M öglichkeit fü r  den  B ezug  von E ie rn , haben  a n  unserm  eigenen Leibe seit la n g e r  Z e i t  d eu t­
d ie  auch u n s  durch d ie  F re ig a b e  d e r E in fu h r  a u s  lich die W irk un g en  erfah ren , d ie  d ie  b ish e r nam entlich  
O esterreich u n te r  V e rm ittlu n g  der Z e n tra l-E in k a u fs -  von  landw irtschaftlichen  P ro d u z e n te n  geübte P o l i t ik  
Gesellschaft eröffnet ist, ist auch von  u n s  in  A nspruch 
genom m en  w orden ; w ir  w erd en  dadurch aber n u r  eine d es  S c h re ie n s  und  d ie  d o rt gepflegten  B eziehungen  zu 
kleine Lücke d es  B e d a rfs  au sz u fü lle n  in  d e r  L age sein. den  m aßgebenden  R eichs- und  L an d eso rg an en  fü r  d ie  G esam th e it gehab t hallen, und  w ir  h a lte n  e s  fü r  u n b e ­
D ie  h ie rfü r n o tw en d ig en  E in rich tu n g en  sind schon ge­ d in g t n o tw endig , daß  auch d ie jen igen  O rg a n e , d ie  
troffen . h eu te  nicht S o n d e rin te re sse n , sondern d ie  In te re s se n  
Ic h  m u ß  n u n  noch m it  w enigen  W o r te n  a u f  d ie  d e r G esam th e it, insbesondere  d e r  so schwer benachtei­
V e rw a ltu n g sm a ß n a h m e n , d ie  w ir  ge tro ffen  h aben , e in ­ lig te n  städtischen B evö lkerung  v e rtre ten , in sehr v iel 
gehen. S c h o n  ehe d a s  Gesetz vom  2 5 . S e p te m b e r , d a s  
d ie  P re isp riffu n g ss te lle n  einsetzte, veröffentlicht w a r , energischerer W eise, a ls  d a s  b ish e r  geschehen ist, diese In te re s se n  geltend  machen.
haben w ir  von  seiten d e r  D e p u ta tio n  eine solche p riv a te  
P re isp rü fu n g ss te lle  eingerichtet, d ie alle Beschwerden ( S e h r  rich tig !)
p rü ft. E s  ist v ielleicht v o n  In te re s se  zu h ö ren , d a ß  d ie 
P rü fu n g  der bei w e item  g rö ß te n  M e h rz a h l d e rjen ig en  
Beschw erden, d ie  d ah in  g ing en , d a ß  unsere H ä n d le r 
üb erm äß ig e  P re ise  v e rlan g ten , bei Berücksichtigung I c h  verlange nicht, d a ß  in d e r  A rt, w ie w ir  es e tw a 
ih re r eigenen V erkaufspreise zu dem  E rg e b n is  fü h rte , vom  B u n d e  der L a n d w ir te  gew o h n t sind, n u n m e h r die 
daß  ein u n rech tm äß ig e r G ew in n  a u f  dieser S e i te  nicht P ro p a g a n d a  b e trieben  w erden  soll. A ber es ist auch 
v o rlag . W a s  d ie  P rü fu n g  d er P re ise  d e r  G ro ß h ä n d le r  den städtischen B e h ö rd e n  möglich, die ihnen  a n v e r­
b e tr iff t, so kann d a s  n a tü rlich  n ich t in  C h a rlo tte n b u rg  tra u te n  In te re s se n  sehr viel scharfer geltend zu m achen, 
erfo lgen , w o w ir  keine eigenen  g roßen  L äg e r h aben ; n ö tig e n fa lls  w e ite r  a n  d ie Ö ffe n tlic h k e it h e ran zu ­
d a s  geschieht a n  d e r Z en tra ls te lle  fü r  G ro ß -B e r lin , bei tre ten , sie d a fü r  in  B ew egung  zu setzen u n d  in  d e n  
d er auch w ir  durch ein  M itg lie d  v e rtre ten  sind. P a r la m e n te n  die no tw en d ig en  H ilfsk rä fte  zu g ew in n en , 
W ir  w erden  in  d e r  nächsten S itz u n g  d e r D e p u ta ­ a ls  d a s  b ish e r  geschehen ist. D e sh a lb , g laube  ich, ist 
t io n , w ie d a s  schon in  d e r  vorletzten S itz u n g  an g e ­ es d u rch aus no tw endig , d a ß  w ir d ie  F o rd e ru n g e n , d ie  
d eu te t w urd e  —  d a m a ls  w aren  d ie  A u s fü h ru n g sb e ­ w ir  h ier aufgestellt hüben, w iederho len , daß  in sbeson ­
s tim m ungen  noch n ich t ergangen  — , unsere p riv a te  dere d ie  E in fü h ru n g  d e s  E n te ig n u n g sre c h ts  und  d es 
P re isp rü fu n g ss te lle  den gesetzlichen A n fo rd e ru n g en  a n ­ V erk au fszw an ges fü r  a lle  n o tw en d ig en  landw irtschaft­
passen und  in  diese ü b erle iten . D a n n  w ird  sie auch lichen P ro d u k te  ausgesprochen w ird .
d ie  B e fu g n is  der Z eu g env ern eh m u n g  haben  und  die W e ite rh in  ist es n o tw endig , s a ß  auch d ie  G e­
w eitere  B e fu g n is  e rh a lten , zw angsw eise d ie  B ücher m einden  a l le s  tu n , w a s  in n erh a lb  d e s  gegebenen R a h ­
einzusehen. D adurch  w ird  sie bei ih re n  E rheb u n gen  m en s  möglich ist, um  d e r  N o t  en tgegenzuw irken. W ir  
sehr v iel gesicherter dastehen , a ls  e s  b is  setzt d e r  F a l l haben ja  g ehö rt, d a ß  m an  in  dieser R ich tu n g  h ie r  be-
        
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