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Periodical volume 26. Februar 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

6 8 Sitzung vom 26. Februar 1914 zwei solcher V orträge beizuwohnen. D er eine V o r­ Resolution oder infolge eines A ntrages, der sich späten trag w ar vom Deutschen M etallarbeiterverband ver­ an die Resolution knüpft, der M agistrat eine M ilde­ anstaltet und bezog sich auf die U nfallgefahren. E s rung der S teu er vorschlägt! M eine Herren, das w urde den A rbeitern m it H ilfe von Lichtbildern vor müßte ein schlechter Kümmerer sein, der das, w as er Augen geführt, welche U nfallgefahren in ihren B e­ einm al hat, nicht festhält, und wie ich unsern H errn trieben bestehen und durch welche M itte l es möglich K äm m erer kenne, bin ich überzeugt, daß er tausendm al ist, die Unfallgefahren zu m ildern resp. zu beseitigen. lieber eine Verschärfung der S teu er vorschlägt, a ls D er andere V ortrag , der auch von einer A rbeiter­ daß er die S teuer, wenn sie Gesetzeskraft erlangt hat, o rganisation veranstaltet w ar, wurde von einem wieder mildert oder gar beseitigt. sehr bekannten B erliner Professor gehalten. E r be­ M eine Herren, ich frage S ie nun : w as spricht zog sich auf die Schwindsucht, zeigte an Lichtbildern, dafür, daß w ir eine solche S teu er einführen? Einzig wie verbreitet die Schwindsucht in den verschiedenen und allein der Finanzbedarf der L tad t. Aber wer B erufen ist und w as geschehen könne, um wenigstens gibt m ir das Recht, einzelne Schichten der Bevölke­ einigerm aßen dem Ü berhandnehm en dieser K rank­ rung zu belasten? D i e A u f w e n d u n g e n , d i e heit E in h a lt zu gebieten. D ie O rganisationen waren d i e S t a d t m a c h t , s i n d A u f w e n d u n g e n , gezwungen, um die Unkosten zu decken, von den Z u ­ d i e i m I n t e r e s s e d e r A l l g e m e i n h e i t hörern einen kleinen B eitrag zu erheben. Diese g e m a c h t w e r d e n , u n d d e s w e g e n h a t V orträge w ürden also nicht un te r § 2 fallen, da es a u c h d i e A l l g e m e i n h e i t d i e L a s t e n z u keine unentgeltlichen V eranstaltungen sind. t r a g e n . Aber nun und nim m er darf m an sich N u n könnte man sagen: ja, es kommt dann § 2 I I irgendwelche Schichten der Bevölkerung heraus­ in Betracht, wonach der M agistrat bei Vereinen, die greifen und sagen: das sind geeignete Steuerobjekte, gemeinnützige Zwecke verfolgen, die Zahlung der S teu e r erlassen kann. (Z uru f: Hausbesitzer!) (S ta d t . W ö l l m e r : S e h r richtig!) — J a , nun kommen wieder die arm en Hausbesitzer. M eine Herren, vergleichen S ie doch nicht dig S teu ern , J a , meine Herren, glaubt irgend jemand, daß, wenn die die Hausbesitzer zu tragen haben, m it denen, die eine Gewerkschaft, die heute einen derartigen V ortrag hier in F rage stehen. E s ist ja trau rig , daß m an veranstaltet, sich an den M agistrat wendet, der M a ­ Ih n e n das immer und immer wieder sagen m uß; aber gistrat dann die Gewerkschaft a ls Verein betrachtet, der ich meine, in ihrer Habsucht — ich spreche von der gemeinnützige Zwecke verfolgt, und daß er ihm die Habsucht gewisser H ausagrarier — glauben sie ta t- S teu er erlätzt? ächlich, daß sie ganz steuerfrei sein müssen. Aber ver­gleichen S ie doch nicht die jetzigen S teu ern m it den (S eh r richtig!) S teuern , die den Hausbesitzern auferlegt werden. D en Hausbesitzern werden m it Recht S teu ern auferlegt, weil — S ie sagen: sehr richtig; ich sage: nicht sehr richtig. ie Vorteile von den Aufwendungen der Gemeinde W enn S ie das wollen, dann ändern S ie die Vorlage in laben, und zwar Vorteile, die in gar keinem V erhältn is dem S in n e ; ich bin überzeugt, daß das nicht der F a ll itehen zu dem, w as sie an S teu ern zahlen. D azu ist. S o llte der M agistrat anderer M einung sein, so kommt, daß die Hausbesitzer die S teu ern ja n iem als kann er u n s ja eine entsprechende Erklärung abgeben. elbst tragen, sondern sie im m er und im m er auf die Vorläufig aber, nach der heutigen Ju d ik a tu r und nach M ieter abwälzen. H ier trifft aber beides nicht zu. den allgemeinen Anschauungen über die Gewerkschaften, S ie werden m ir doch nicht sagen wollen, daß die K ino­ betrachten die Behörden diese Gebilde nicht a ls gemein­ oder Saalbesitzer irgendwie Vorteile von den Aufwen­ nützige Veranstaltungen und m an wird ihnen die dungen der ©enternde haben oder daß sie die S teu e rn S teu e r nicht erlassen, während m an vielleicht — ich in derselben Weise abwälzen können, rote es die H au s­ gebe das zu — , wenn irgendein freisinniger Bezirks­ besitzer tun. Also die Hausbesitzer sollen nu r froh sein, verein einen Lichtbildervortrag veranstaltet, die S teu er daß ihnen nicht noch mehr S teu ern aufgebürdet werden; erläß t; denn das ist ein „gemeinnütziger" Verein, er verdient hätten sie es reichlich. bewährt sich ja so gemeinnützig, daß seine Vertreter (Heiterkeit.) heute der S teu er zustimmen. Jedenfa lls wäre das eine gerechtere Besteuerung a ls (S tad tv . W ö l l m e r : D a s ist wenig objektiv!) die Belastung einzelner Schichten der Bevölkerung, wie sie hier geplant ist. N un haben die Herren Liberalen eine Resolution W enn nun der H err Käm m erer ausgeführt hat, beantragt, wonach der M agistra t b is zum J a h re 1915 Charlottenburg habe keine Veranlassung, in der S teu e r­ über die Ergebnisse der S teu e r berichten soll. W as die wüste von G roß-B erlin eine Oase zu bilden, so sage Resolution eigentlich soll, weiß ich nicht. Vielleicht ich umgekehrt: die S tadtverw altung sollte ihren S to lz wollen S ie dam it denen, die jetzt von der S teu e r ge­ darin erblicken, Charlottenburg nicht zu derselben troffen werden, ein Pflästerchen auf die W unde legen Steuerwüste zu machen wie die übrigen Gemeinden und ihnen sagen: G ott, die Sache ist ja nicht so schlimm; G roß-B erlins. W ir sollten un s freuen, daß w ir u n s in wenigen M onaten schon wird der M agistrat m it­ bisher so vorteilhaft vor anderen Gemeinden ausge­ teilen, w as die S teu e r eingebracht hat. J a , meine zeichnet haben. Herren, wozu wollen S ie denn eigentlich die Resolu­ M e i n e H e r r e n , w e n n S i e d i e V o r ­ tion? Doch wahrscheinlich nu r zu dem Zwecke, um l a g e a n n e h m e n , d a n n b e g e b e n S i e s i ch den M agistrat, wenn er sagt, die Ergebnisse sind gering d a m i t a u f e i n e s c h i e f e E b e n e , a u f e i n e gewesen, aufzufordern, die S te u e r schärfer zu ge­ E b e n e , a u f d e r e s k e i n H a l t m e h r g i b t . stalten und den Schichten, denen S ie heute die Lasten D er A ppetit kommt beim Essen, und bei der S teu e r­ aufbürden, noch mehr Lasten aufzuerlegen. D enn das scheu, die die Besitzenden, auch die Besitzenden von werden S ie doch nicht glauben, daß etwa infolge Ih re r C harlottenburg, auszeichnet, w ird es im nächsten
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