Path:
Periodical volume 16. Dezember 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

33(S Sitzung vom 16. Dezember 1914
Meine Herren, aus dein Felde ist ferner an den Magistrats erhalten und angenommen, nach der die 
Stadtverordnetenvorstehcr eine Postkarte eines Land­ Klockowsche Schule eine höhere, besondere, für ihre 
wehrmannes eingegangen, in welchem sich dieser für speziellen Verhältnisse eingerichtete Unterstützung
die Unterstützung bedankt, die in so reichem Maße erhielt.
seiner Frau zu teil wird. Man sieht also, daß es auch Nun könnte man ja sagen, daß die ungünstige 
Leute gibt, die mit der Arbeit unserer Unterstützungs­ Lage bei einer Schule, wenn sie nunmehr bei ver­
kommissionen sehr zufrieden sind. schiedenen Schulen herrschte, von vornherein auch die 
(Bravo!) gleichen Rücksichten rechtfertigte. Die Muchesche Schule befindet sich in einer solchen ungünstigen Lage 
Die Karte ist an die betreffende Unterstützungskom­ nicht, und als Beweis dafür kann ich auf den Jahres­
mission weitergegeben worden. bericht dieser Schule für das Jahr 1913/14 bezug 
nehmen, der also ungefähr zu der gleichen Zeit er­
W ir treten nunmehr in die Tagesordnung ein. schienen ist, wie die Petition an uns abgesandt ist. 
Punkt 1: I n  diesem Jahresbericht schreibt die Direktorin auf 
der letzten Seite:
Bericht des RcchnungSprüfungsausschusses über die Zur ganz besonderen Freude gereicht es der 
Prüfung von 29 Rechnungen. — Drucksache 249. Direktorin, mitteilen zu können, daß die Stadt­
behörde die sehr -großen Ausgaben usw. in hoch­
Berichterstatter Stadtv. Klick: Meine Herren' schätzender Weise mit tragen hilft. Auch eines 
Der Ausschuß hat die in der Vorlage näher bezeich­ staatlichen Zuschusses darf sich die Anstalt dan­
neten Rechnungen geprüft und keine Veranlassung zu kend erfreuen. Nach allem steht die Schule nun­
Beanstandungen gehabt. Namens dcs Ausschusses mehr auf sicherer pekuniärer Grundlage und 
empfehle ich Ihnen, Entlastung zu erteilen. kann an dem innern und äußern Gedeihen der­
selben mit Lust und Liebe weiter arbeiten.
(Die Versammlung beschließt demgemäß.) Aus den Worten des Fräulein Muche geht selbst 
hervor, daß eine Notlage bei ihr nicht vorliegt. Am 
Vorsteher Dr. Frentzel: Punkt 2 der Tagesord­ 12. Dezember dieses, Jahres har Fräulein Muche 
nung: nun an den Vorsteher -der Stadtverordnetenversamm­
lung ein Schreiben gerichtet, in welchem sie sagt:
Bericht des Petitionsausschusses über Petitionen. — I n  Anbetracht der jetzigen schweren Zeit 
Drucksache 250. unseres geliebten Vaterlandes, welche ihre 
großen Anforderungen auch an die Stadt Char­
Zunächst: lottenburg stellt, ziehe ich hiermit mein Gefach 
um Erhöhung des städtischen Zuschusses meines 
I .  P e t i t i o n  de r  D i r e k t o r i n  Muche bet r .  Lyzeums zurück.
E r h ö h u n g  der  U n t e r s t ü t z u n g  f ü r  U n t e r ­ Geschäftsordnungsmäßig konnte dieses Schreiben nicht 
h a l t u n g  i h r e s  L y z e u m s . mehr für den Petitionsausschuß in Frage kommen. 
Wenn ich Ihnen -aber im Namen des Petitionsaus­
Berichterstatter Stadtv. Mosgau: Meine Herren! chusses Uebergang zur Tagesordnung vorschlage, so 
Die Direktorin des katholischen Lyzeums in der befinden Sie sich, wenn Sie diesen Antrag annehmen, 
Schlüterstr. 72, Fräulein Elfriede Muche, hat am auch in voller Uebereinstimmung mit der Petentin 
I I .  April dieses Jahres eine Petition an die Stadt­ elbst.
verordnetenversammlung gerichtet, die in ihren Ein­
gangszeilen lautet: (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
I n  Erfahrung gebracht, daß ein Privatlyzeum des Petitionsausschusses Uebergang zur Tagesord­
Charlattenburgs vorstellig geworden ist, die nung.)
städtische Subvention über die bisherigen Be­
schlüsse hinaus hochgeneigtest zu erweitern, er­ Vorsteher Dr. Frentzel: W ir gehen über zu
laube ich m ir hierdurch. . .  die gehorsame Bitte 
auszusprechen, bei den diesbezüglichen Beratun­ I. P e t i t i o n  d es O t t o  K a m m e r  u n d  
gen und Erwägungen auch mein Lyzeum ein­ Gen.  b e t r .  K a n a l i s a t i o n s a r b e i t e n  am 
zuschließen. S p a n d a u  e r  B e r g .
Fräulein Muche bezieht sich wahrscheinlich mit ihren 
Worten, daß sie über Unterstützungen etwas in Er­ Berichterstatter Stadtv. Dr. Stadthagen: Meine 
fahrung gebracht hätte, auf die Sitzung vom 25. März Herren! Die Anlieger des Spandauer Berges bitten 
1914, in der die Stadtverordnetenversammlung auf darum, daß die Kanalisationsarbeiten, die jetzt -dort 
Antrag des Pctitionsausschusies die Petition des ausgeführt werden, mit möglichster Beschleunigung 
August Krebs und Gen. uni Unterstützung der vorgenommen werden. Der Magistrat hat mitgeteilt, 
Klockowschen Mädchenschule angenommen hat. daß er nach Kräft-en bemüht gewesen ist, die A r­
Der Petitionsausschuß hat sich in seiner letzten beiten zu beschleunigen. Es handelt sich um die Le­
Sitzung mit der Eingabe des Fräulein Muche beschäf­ gung neuer Leitungen -am Spandauer Berg zur Ent­
tigt und kann aus der Tatsache, daß die Klockowsche astung der vorhandenen Leitungen und dann aller­
Schule unterstützt worden ist, ein Recht auf höhere dings noch um eine besondere Anlage an dem 
Unterstützung der Mucheschen Schule nicht herleiten. Kreuzungspunkt des Fürstenbrunner Weges mit dem 
Die Charlottenburger höheren Mädchenschulen wer­ Spandauer Berg, wo in sehr großer Tiefe unter der 
den alle nach den gleichen Grundsätzen unterstützt, Straße die endgültigen Leitungen gelegt werden 
auch die des Fräulein Muche. Die Verhältnisse an ollen, damit bei der etwaigen späteren Noupflaste- 
der Klockowschen Schule waren ganz besonderer Art, rung des Spandauer Berges bereits alles in Ord­
und aus diesen besonderen Umständen heraus haben nung ist. Es handelt sich hier also um ein vom Ma­
mir ja auch im Mai dieses Jahres eine Vorlage des gistrat unternommenes Werk der Vorsorge.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.