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Periodical volume 4. November 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

Außerordentliche Sitzung vom 4. November 1014 307 — Um so besser; baun werden w ir Gelegenheit haben, unter Zuziehung einer Reihe anderer Korporationen, auf Grund dieses veränderten Standpunktes im Aus­ die ihrerseits die M itte l dazu aufzubringen haben. schuß die Frage nochmals zu erörtern. Auf eine derartige Aktion einzugehen, ist der Haus- besitz bereit. Das wundert mich nicht weiter. Stabtu. Dr. Crüger: Meine Herren! Ich glaube, w ir müssen uns erst vor allen Dingen darüber (Heiterkeit.) verständigen, was wir unter Kreditorganisation und Kreditaktion verstehen, Aber auf eine Aktion einzugehen, die auf Kredit basiert, dazu ist er nicht gewillt. Die Frage der (sehr richtig!) SiHerstellung kann zunächst außer Betracht bleiben. Ich glaube daher, daß w ir die Arbeit erst wieder sonst hat die Fortsetzung der Arbeiten gar keinen fortsetzen können, wenn w ir von dem Hausbesitz in Zweck. Ich und, ich glaube, so mancher von Ihnen Charlottenburg die Erklärung bekommen, daß er auch mit m ir versteht unter einer Kredithilfe eine solche, bereit ist, in Verhandlungen auf der Basis einer die darauf beruht, daß der, der den Kredit bekommt, Kreditaktion einzutreten, d. h. einer Kreditaktion in auch verpflichtet ist, ihn wieder zurückzuzahlen. dem Sinne, in dem jeder Geschäftsmann das Wort versteht, nämlich einer Aktion, die bedeutet, daß der, (Lebhafte Zustimmung.) der Kredit bekommt, auch die Verpflichtung hat, ihn wieder zurückzuzahlen. Vielleicht ist Herr Panschow Es scheint kein Widerspruch zwischen m ir und Herrn so gut, sich darüber zu äußern, ob der Hausbcsitz auch Panschow darüber Zu sein. auf dieser Basis bereit ist, in Verhandlungen einzu­ treten. (Heiterkeit. — Stabtu. P a n s c h o w : Das habe (Bravo! bei den Liberalen.) ich noch nie behauptet!) Stadtv. Dr. Stadthagen: Im wesentlichen — Gut. Das heißt also: eine Kreditorganisation scheint mir doch ein Mißverständnis vorzuliegen. zugunsten des Hausbesitzes hat die Voraussetzung, Keine Zweifel sind möglich an der von dem Herrn daß der Hausbesitzer die Kredite, die er jetzt bekommt, Bürgermeister vorgetragenen Feststellung, daß von auf Heller und Pfennig zurückvergütet. ihm in der Sitzung geäußert worden ist: wollt ihr irgend eine Kreditgewährung auch in anderer Form, (Stadtv. P a n s c h o w : Ja !) als sie die Vorlage bietet — , und daß darauf ein mündlicher Widerspruch sich nicht erhoben hat. Herr — Gut. Sind Sic nun der Meinung, daß der Haus­ Kollege Panschow sagt: ein Murren. I n meiner besitz geneigt ist, zurzeit auf eine Verhandlung ein­ Praxis als Stadtverordneter ist es m ir oft vorge­ zugehen, die darauf abzielt, eine Kreditorganisation kommen. daß diejenigen, die einem Ausschuß ange­ zu schaffen, bei der der Hausbesitzer verpflichtet ist, hörten — auch einer Deputation — , nachher mit das, was er jetzt bekommt, zurückzuzahlen? dem Protokoll in ihrem Innern nicht einverstanden waren. Sie haben sich aber nicht geäußert, sie (Zuruf: M it Zinsen!) haben nicht direkt Widerspruch erhöben. Das Proto­ koll ist schließlich die Quintessenz des fertigen Be­ — Selbstverständlich, Kredite muß man verzinsen. — schlusses nach außen hin. Dieses Murren mag ja vorgekommen sein. Das wird ja kaum der einzelne (Stadtv. Panschn w : Das kann er ja, die Kasse feststellen können, darüber wird sich der Magistrat ist doch da!) auch nicht weiter aussprechen. Nun scheint die Ansicht eines Teiles der an­ Es ist allerdings nicht gerade angenehm, durch Rede wesend gewesenen Hausbesitzer dahin zu gehen, daß und Gegenrede das klar zu stellen; aber sonst kommt sie nicht auf dem durchaus ablehnenden Standpunkt man wirklich nicht weiter, w ir drehen uns sonst um­ stehen. Der Herr Bürgermeister hat ja bereits ge­ einander herum und reden aneinander vorbei. sagt, er nehme davon auch freudig Kenntnis. Ich Die Frage liegt einfach so. Es handelt sich glaube, das können w ir alle. Es kommt ja darauf hier nicht um die Sicherstellung des Kredits mit an: was soll in Zukunft geschehen. Wenn sich jetzt Mieten oder mit Hypotheken ober sonst irgendwie, die Hausbesitzer offenbar auf den Standpunkt sondern die Sache ist nur: w ir bieten dem Hausbesitz stellen, daß sie eine veränderte Kreditgewährung die Möglichkeit, sich eine Kreditgelegenheit zu ver­ wünschen, — nun, dann ist eben die Basis für wei­ schaffen; ist der Hausbesitz bereit, darauf einzugehen? tere Verhandlungen gegeben. Ich würde allerdings Nach alledem, was uns im Ausschuß gesagt worden noch nicht ganz so weit gehen wie Herr Kollege ist — und ich glaube, da besteht gar kein Widerspruch Crüger und sagen: eine Kreditgewährung besteht zwischen dem Herrn Bürgermeister und dem Herrn immer darin, daß man m it einer völligen Rückzah­ Kollegen Panschow — , erklärt der Hausbesitz: eine lung rechnet. Das w ill ja der Magistrat nicht ein­ derartige Hilfe lehnen w ir ab, die nutzt uns nichts. mal, er hat ja eine gewisse Beteiligung der Stadt Es ist ja auch gesagt worden: w ir lehnen die Hilfe vorgesehen und hat in seiner Vorlage zum Ausdruck ab, weil w ir nicht imstande sind, im gegebenen gebracht, daß es nicht sicher sei, ob das alles einmal Augenblick die Kredite zurückzuzahlen. Deswegen wieder eingeht. basiert ja auch der Wunsch des Hausbesitzes auf den Plänen des Herrn Haberland. Gewiß, es steckt auch (Stadtv. Dr. C r ü g e r : Das ist doch etwas ein Stückchen Kredit dahinter, aber nur sehr wenig anderes!) Kredit. Die Hauptsache ist, daß diese Aktion — ge­ — Gewiß, das ist eine Beihilfe von anderer Seite, plant ist eine Sanierung des Hausbesitzes — wesent­ die eventuell in bestimmten Fällen einzutreten hat, lich nicht auf Kosten des Hausbesitzes erfolgt, sondern wo eben der Kredit nicht zurückgezahlt werden kann.
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